Diabetes
Was ist der Langzeitzuckerwert?
Bei dem Langzeitblutzuckerwert handelt es sich um einen Blutwert, mit dem sich die Glukosekonzentration im Blut rückwirkend beurteilen lässt. Das Prinzip beruht auf der Bindung von Glukosemolekülen an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Glykohämoglobin (HbA1) entsteht vermehrt, wenn der Blutzucker über mehrere Wochen zu hoch ist. Bestimmt wird üblicherweise das HbA1c – eine Fraktion des Gl
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Wie wird der HbA1c-Wert gemessen?
Die Messung des HbA1c erfolgt über eine Blutuntersuchung. Angegeben wird der HbA1c-Wert in Prozent oder in mmol/mol Hb, was die offizielle Einheit darstellt (siehe Tabelle Referenzwerte). [3,4,7]
Die HbA1c-Messung dient der Verlaufskontrolle eines bereits diagnostizierten Diabetes mellitus. Die Kontrolle erfolgt etwa vierteljährlich in der diabetologischen Praxis. Auch für die Erstdiagnose einer Diabeteserkrankung ist der HbA1c-Wert hilfreich. Zeigt sich bei deinem Gesundheits-Check-up beispielsweise ein zu hoher Nüchternblutzucker, lässt sich mit der Bestimmung des HbA1c-Wertes dein Blutzucker der vergangenen Wochen abschätzen und einen Diabetes-Verdacht bestätigen oder widerlegen. [3]
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Welche Informationen liefert der Langzeitzuckerwert?
Der Langzeitzuckerwert lässt Rückschlüsse auf den durchschnittlichen Blutglukosewert der letzten zwei bis drei Monate zu. Anhand gegebener Referenzwerte können deine Ärzt:innen dir mitteilen, ob die Maßnahmen zur Blutzuckereinstellung erfolgreich sind. Bei zu hohen HbA1c-Werten ist eventuell eine Therapieanpassung nötig. Kommt der Langzeitzuckerwert zur Diagnosefindung zum Einsatz, verwenden Mediziner:innen die Grenzwerte, um zu entscheiden, ob eine Diabeteserkrankung vorliegt oder nicht. Bei Werten im Übergangsbereich finden weitere diagnostische Maßnahmen, wie der orale Glukosetoleranztest (OGTT), statt. [3,4]
Der Diabetes-Langzeitwert sollte nie isoliert betrachtet werden. Die Ergebnisse des Tests sind in Zusammenhang mit dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patient:innen zu beurteilen. Bestimmte Faktoren wie Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Lebensalter beeinflussen die Messergebnisse. Anämien, Nierenfunktionsstörungen, hoher Alkoholkonsum oder die Anwendung von Penicillinen, Acetylsalicylsäure-Präparaten oder Psychopharmaka verfälschen den HbA1c-Wert. Patient:innen im Seniorenalter weisen generell einen höheren Langzeitzuckerwert auf als Patient:innen im mittleren Lebensalter. [1,4]
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Referenzwerte für Langzeitblutzucker
Deinen individuellen Zielwert für den Langzeitzucker legst du gemeinsam mit deinen behandelnden Ärzt:innen fest. Je nach Lebensumständen, Alter, Typ der Diabeteserkrankung und anderen Einflussfaktoren wie bestehenden Krankheiten oder Medikamenteneinnahmen können HbA1c-Werte im unteren, oberen oder mittleren Referenzbereich angestrebt werden. Die folgenden allgemeinen Grenzwerte für den Langzeitzucker dienen Mediziner:innen für eine Kategorisierung in Diabetiker:in, Patient:in mit Risiko für eine Diabeteserkrankung (Prädiabetiker:in) und Nichtdiabetiker:in: [3,4]
- *Nichtdiabetiker:innen: unter 5,7 % (unter 39 mmol/mol Hb) · Übergangsbereich/Prädiabetes: 5,7-6,4 % (39-47 mmol/mol Hb) · Diabetiker:innen*: ab 6,5 % (ab 48 mmol/mol Hb)
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Blutzucker-Monitoring: Unterschied Blutzucker-Langzeitwert zu anderen Messwerten
Bei dem Blutzucker-Langzeitwert handelt es sich um einen Durchschnittswert. Mit der HbA1c-Messung erhältst du einen Überblick über die Blutglukosekonzentration der vergangenen Wochen. Schwankungen deines Blutzuckers im Tagesverlauf siehst du daran nicht. Wurde bei dir ein Diabetes Typ 1 oder Typ 2 festgestellt, ist ein regelmäßiges Blutzucker-Monitoring vor und/oder nach deinen Mahlzeiten angezeigt.
Mit einem Glukosemessgerät bestimmst du bei Bedarf deinen aktuellen Blutzuckerspiegel. Dazu gibst du einen Tropfen Blut auf einen Teststreifen, der dann über das Messgerät ausgewertet wird. Bei Diabetiker:innen, die mit starken Blutzuckerschwankungen kämpfen, ist zudem die kontinuierliche Blutzuckermessung über einen Glukosesensor eine gängige Methode. Du erhältst exakte Blutzuckerverlaufsdaten über alle Stunden eines Tages. [5]
Erhöhter Langzeitzuckerwert – was tun?
Mit einer regelmäßigen Kontrolle des Langzeitzuckerwertes und einer guten Blutzuckereinstellung lassen sich Folgeschäden des Diabetes vorbeugen. Ein chronisch erhöhter Blutzucker steht in Verbindung mit einer Schädigung von Nerven und Blutgefäßen. Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenfunktionsstörungen, eine Zerstörung der Netzhaut oder das diabetische Fußsyndrom sind typische Komplikationen. Bei der Diabeteserkrankung sind ein Insulinmangel oder die Insulinresistenz ursächlich für den zu hohen Blutzuckerspiegel. Möchtest du deinen Blutzucker senken und suchst nach Therapieoptionen, die sich auch auf den Diabetes-Langzeitwert auswirken, kommen folgende Maßnahmen infrage: [6]
- proteinreiche, kohlenhydratreduzierte, ausgewogene Ernährung
- Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Haferflocken in den Speiseplan aufnehmen
- ausreichend Bewegung, um Übergewicht zu vermeiden oder abzubauen
- auf eine ausgewogene Vitamin- und Mikronährstoffversorgung achten
- zuckerhaltige Getränke meiden
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