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Herzinfarkt vorbeugen: Was du für dein Herz tun kannst

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Herzinfarkt vorbeugen: Was du für dein Herz tun kannst

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Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt – medizinisch „Myokardinfarkt“ genannt – entsteht, wenn ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ein Herzinfarkt entsteht häufig durch ein Blutgerinnsel, das ein Herzkranzgefäß verschließt [1]. Diese Gefäße sind Arterien, die das Herz wie ein Kranz umschließen und den Herzmuskel mit Blut versorgen.

Oft entsteht das Problem, weil sich Blutgefäße nach und nach verengen – die sogenannte Arteriosklerose. Dabei lagern sich über Jahre hinweg Blutfette, Kalk und Bindegewebe in den Gefäßwänden ab. Diese Ablagerungen nennt man Plaques. Wenn eine Plaque aufreißt, kann sich an dieser Stelle ein Gerinnsel bilden, das das Gefäß vollständig blockiert und den Blutfluss unterbricht [2].

Herzinfarkt-Risiko: Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Das Herzinfarkt-Risiko hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige davon können nicht beeinflusst werden, die Mehrheit dieser Faktoren jedoch schon. Expert:innen unterscheiden zwischen nicht beeinflussbaren und beeinflussbaren Risikofaktoren [3,4].

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren eines Herzinfarkts:

  • Alter: Mit den Lebensjahren verändern sich die Gefäße – damit auch die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Geschlecht: Vor der Menopause treten Herzinfarkte bei Frauen seltener auf. Hormonelle Veränderungen nach den Wechseljahren können das Risiko erhöhen [11].
  • Vererbung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der nahen Verwandtschaft können Hinweise auf eine familiäre Veranlagung geben.

Beeinflussbare Risikofaktoren eines Herzinfarkts:

  • Rauchen:Tabakrauch enthält Schadstoffe, die Entzündungen fördern und die innere Schicht der Blutgefäße (Endothel) schädigen. Das erleichtert die Ablagerung von Blutfetten und begünstigt die Bildung von Plaques.
  • Bluthochdruck:Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet die Gefäße. Dabei entstehen kleine Schäden an der Gefäßinnenwand, durch die sich Fette leichter ablagern können.
  • Erhöhte Blutfette (LDL-Cholesterin):Ein hoher LDL-Cholesterinwert führt dazu, dass sich Cholesterin in den Gefäßwänden sammelt. Es bilden sich Plaques, die die Gefäße verengen und verhärten.
  • Diabetes mellitus:Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker verändert die Blutgefäße. Er fördert Entzündungen und macht es wahrscheinlicher, dass sich Fette und andere Stoffe in der Gefäßwand ablagern.
  • Adipositas – vor allem Bauchfett:Fettgewebe im Bauchbereich setzt Botenstoffe frei, die Entzündungen im Körper verstärken. Diese Entzündungen fördern die Entwicklung von Arteriosklerose.
  • Bewegungsmangel:Wer sich wenig bewegt, hat oft schlechtere Blutfett- und Blutzuckerwerte. Auch Blutdruck und Gewicht steigen. Diese Faktoren begünstigen gemeinsam die Bildung von Plaques.
  • Chronischer Stress:Langanhaltender Stress erhöht bestimmte Hormone und Entzündungsstoffe im Körper. Diese können die Gefäße schädigen und Arteriosklerose beschleunigen.

Herzinfarkt: Erste Anzeichen rechtzeitig erkennen

Ein Herzinfarkt zeigt sich nicht immer durch starke Schmerzen. Deshalb ist es wichtig, auch auf unklare Anzeichen zu achten. Bei folgenden Symptomen solltest du sofort den Notruf 112 wählen [1,5]:

  • Starke Schmerzen oder Druck im Brustkorb, länger als fünf Minuten, oft mit Ausstrahlung in Arme, Rücken, Oberbauch, Hals oder Kiefer
  • Engegefühl im Brustkorb, als würde etwas Schweres darauf liegen
  • Starkes Brennen im Brustkorb
  • Weitere Anzeichen wie Atemnot, Übelkeit, Erbrechen oder kalter Schweiß

Diese Symptome treten häufiger bei Männern auf. Bei Frauen kann ein Herzinfarkt auch anders verlaufen. Sie berichten oft über Übelkeit, Kurzatmigkeit, Schmerzen im Oberbauch oder Rücken – manchmal ohne die typischen Brustschmerzen [5]. Auch bei Menschen mit Diabetes verläuft ein Herzinfarkt häufig untypisch. Sie spüren oft keine oder nur geringe Schmerzen. Das nennt sich „stummer Herzinfarkt“ [13].

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Die Rolle von Adipositas beim Herzinfarkt-Risiko

Adipositas zählt zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor allem Fettgewebe im Bauchraum kann Stoffe freisetzen, die Entzündungen fördern und sich auf Blutgefäße, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette auswirken [13]. Adipositas steht auch in Verbindung mit Erkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Typ-2-Diabetes. Diese Veränderungen tragen zur Entstehung von Arteriosklerose bei.

Eine langfristige Gewichtsreduktion kann helfen, diese Faktoren positiv zu beeinflussen und das Herz zu entlasten. Schon kleine Veränderungen im Alltag können wirksam sein.

Kennst du deinen BMI?

Der BMI ist ein Maß zur Bewertung des Körpergewichts. Mit ihm kannst du herausfinden, ob du Übergewicht hast.

Aktiv dem Herzinfarkt vorbeugen

Du kannst einiges tun, um dein Herz zu stärken. Ein aktiver Alltag unterstützt oft besser als Medikamente allein [4,7]. Wichtig sind vor allem: wie du isst, wie viel du dich bewegst, deine Blutwerte und wie du mit Stress umgehst.

Gesunde Ernährung für ein starkes Herz

Was du isst, kann dein Herz stärken. Viele Studien zeigen, dass die mediterrane Ernährung das Herz unterstützen kann. Sie enthält viele pflanzliche Lebensmittel und weniger stark verarbeitete Produkte.

Setze regelmäßig auf Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Pflanzliche Öle wie Oliven- oder Rapsöl sind eine gute Wahl. Fisch ein- bis zweimal pro Woche kann sinnvoll sein. Rotes Fleisch und Wurstprodukte brauchst du nicht ganz weglassen – aber weniger davon zu essen, kann deinem Herzen guttun. Auch beim Salz hilft es, sparsam zu sein – besonders, wenn du auf deinen Blutdruck achtest.

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Bewegung: Dein Training

Regelmäßige Bewegung stärkt dein Herz und wirkt sich positiv auf Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte aus. Sie kann dir auch helfen, dein Gewicht zu stabilisieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche. Das entspricht etwa fünf Mal 30 Minuten – zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen [8]. Es muss nicht alles auf einmal sein, schon kleine Schritte im Alltag zählen: Nimm öfter die Treppe, geh zu Fuß oder beweg dich an der frischen Luft. Sodass dein Körper in Bewegung kommt.

Blutdruck, Blutzucker & Cholesterin im Blick behalten

Deine Werte zeigen, wie es deinem Herz-Kreislauf-System geht. Lass sie regelmäßig ärztlich kontrollieren. So kannst du Veränderungen früh erkennen.

Diese Zielwerte gelten allgemein [4,9]:

  • Blutdruck: unter 140/90 mmHg
  • LDL-Cholesterin: unter 116 mg/dl (3,0 mmol/l), bei Vorerkrankungen deutlich niedriger
  • Blutzucker (HbA1c): zwischen 6,5 und 7,5 Prozent – abhängig von deiner persönlichen Situation

Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, welche Werte für dich passend sind.

Stressabbau und erholsamer Schlaf

Dauerhafter Stress und zu wenig Schlaf können deinen Blutdruck beeinflussen. Beides hängt eng mit deinem Wohlbefinden und deiner Herzgesundheit zusammen.

Finde Wege, die dir helfen, zur Ruhe zu kommen – zum Beispiel mit Spaziergängen, Yoga, Atemübungen oder Zeit in der Natur. Achte auch auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus. Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht tun Körper und Herz gut [12].

Ärztliche Vorsorge und passende Behandlung

Nutze die Vorsorgeangebote, die dir zustehen. Ab 35 Jahren kannst du alle drei Jahre den „Check-up 35“ machen lassen. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte überprüft [10]. Wenn sich deine Werte durch Veränderungen im Alltag nicht ausreichend verbessern, kann eine medikamentöse Behandlung unterstützen. Zum Beispiel mit Mitteln gegen hohen Blutdruck, Cholesterin oder Blutzucker. Deine Ärztin oder dein Arzt entscheidet gemeinsam mit dir, den passenden Weg zu finden [4].

Fazit

Schon kleine Veränderungen im Alltag können dein Herz entlasten. Wenn du dich regelmäßig etwas bewegst, bewusster isst oder Stress reduzierst, tust du deinem Herzen etwas Gutes. Nimm dir Zeit für diese Veränderungen. Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Jeder Schritt zählt und wirkt. Gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt findest du den Weg, der zu dir passt.
Quellen
  1. [1] Deutsche Herzstiftung e.V. (o. D.). Herzinfarkt-Anzeichen: Erkennen und richtig handeln. Abgerufen am 11. Juli 2025, von
  2. [2] Bundesministerium für Gesundheit. (2024). Arteriosklerose. gesund.bund.de. Abgerufen am 11. Juli 2025, von
  3. [3] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2023). Koronare Herzkrankheit (KHK).gesundheitsinformation.de. Abgerufen am 11. Juli 2025, von
  4. [4] Visseren, F. L. J., Mach, F., Smulders, Y. M. et al. (2021). 2021 ESC Guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice. European Heart Journal, 42(34), 3227–3337.
  5. [5] Deutsche Herzstiftung e.V. (o. D.). Herzinfarkt bei Frauen: Diese Symptome sollten Sie kennen! Abgerufen am 11. Juli 2025, von
  6. [6] Blüher, M. (2019). Obesity: global epidemiology and pathogenesis. Nature Reviews Endocrinology, 15, 288–298.
  7. [7] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2021). KHK – Behandlung mit Medikamenten. gesundheitsinformation.de. Abgerufen am 11. Juli 2025, von
  8. [8] World Health Organization (WHO). (2020). WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour.
  9. [9] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), AWMF. (2023). Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes – Teilpublikation, Version 3.0. AWMF-Registernummer: NVL-001g.
  10. [10] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). (o. D.). Gesundheitsuntersuchungen („Check-up“). Abgerufen am 11. Juli 2025, von
  11. [11] Maas, A. H. E. M. et al. (2023). Cardiovascular risk in women across the lifespan. European Heart Journal, 44(5), 403–417.
  12. [12] Liu, Y., et al. (2023). Association between sleep duration and cardiovascular risk: Evidence from NHANES 2017–2020. PLOS ONE, 18(3), e0326499.
  13. [13] [6] Davis, T.M.E., Knuiman, M., Kendall, P. et al. (2004). Silent Myocardial Infarction and Its Prognostic Significance in a Cohort of Type 2 Diabetic Patients. Fremantle Diabetes Study.

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