Erkrankungen

Hyperlipidämie: Ein gestörter Fettstoffwechsel

Es gibt verschiedene Formen der Hyperlipidämie. Die einzelnen Formen kennzeichnet dabei, welche Blutfette erhöht sind:

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Hyperlipidämie erkennen und behandeln

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Symptome und Folgen von Hyperlipidämien

Hyperlipidämien sind an sich noch keine Erkrankung. Sie sind oft lange unbemerkt vorhanden und machen an sich keine Beschwerden. Das Problem sind vor allem die Schäden und Folgeerkrankungen, die sie auf Dauer nach sich ziehen können.

Schädigt Gefäßwände

Die erhöhten Blutfette, vor allem das LDL-Cholesterin, kann in zu hoher Konzentration nicht mehr von den Zellen aufgenommen werden und lagert sich an Gefäßwänden ab. Dadurch verengen sich diese nach und nach und die Durchblutung wird gestört. Hier spricht man von einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Diese wiederum kann zu Folgeerkrankungen führen.

Folgeerkrankungen von Hyperlipidämie

  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Pankreatitis (entzündete Bauchspeicheldrüse durch vor allem erhöhte Triglyceride)

Motivation

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Wie wird Hyperlipidämie behandelt?

Neben der medikamentösen Therapie, die oft wirkungsvoll die Werte senken kann – diese besprichst du mit behandelnden Ärzt:innen – kannst du selbst viel tun, um die Werte dauerhaft wieder in einen gesunden Bereich zu bringen und Krankheiten vorzubeugen. So ist eine Ernährungsumstellung von großer Bedeutung. Diese sollte reich an Ballaststoffen sein, insbesondere solche, die in Vollkorn vorkommen wie Haferflocken, Hafer- oder Weizenkleie.

Außerdem ist eine Umstellung auf mehr Omega-3-Fettsäuren und die Senkung gesättigter Fette aus Fleisch, Wurst, Milchprodukten und fettigen Speisen hilfreich. Omega-3-Fettsäuren finden sich in Fisch, pflanzlichen Ölen wie Raps- oder Leinöl, als auch Walnüssen. Eine gesteigerte Bewegung durch Sport und Alltagsbewegung sorgt zudem für die Senkung von LDL-Cholesterin, dass sich die Blutgefäße weiten und auch der Blutdruck stabilisiert wird.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich eine Lebensstiländerung positiv auswirkt. Das Gute daran: Dieser kann gleichzeitig dazu führen, dass das Gewicht sinkt.

Ernährung bei einer Hyperlipidämie

Bei einer Hyperlipidämie und gleichzeitig bestehender Adipositas ist es zunächst wichtig das Körpergewicht zu reduzieren. Zudem sollte die Fettzufuhr reduziert und die Auswahl der Fette angepasst werden. Fette sind nicht kategorisch auszuschließen, es geht darum, die richtigen Fette, in moderaten Mengen, zu verwenden.

Wähle daher Öle, wie Oliven-, Raps-, Lein-, Walnussöl, Nüsse, Avocado und Oliven als Fettquellen. Fertiggerichte, Fast Food, fettreiche Wurst, Käse, Eier und Vollmilch sollten nur in Maßen verzehrt werden, da diese nicht nur fettreich, sondern vor allem auch einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten. Grillen oder Braten in beschichteten Pfanne eignen sich sehr gut als fettarme Garmethoden.

Konkret bedeutet das: eine pflanzenbasierte Ernährung, mit viel Gemüse, gesunden Fetten, fettarmen Proteinquellen, ein bis zwei Fischmahlzeiten und Vollkorngetreideprodukten. Außerdem solltest du deinen Zuckerkonsum einschränken, indem du zuckerreiche Lebensmittel, wie Süßigkeiten, Kekse, Gebäck, Eis, Nussnougatcreme und Weißmehlprodukte nur in geringen Mengen verzehrst.

Auch ein übermäßiger Verzehr von Obst ist nicht empfehlenswert – halte dich daher an die zwei Portionen pro Tag (ca. 300 g) und ersetze Obst zum Beispiel durch Rohkost. Wähle lieber ballaststoffreiche Kohlenhydrate, diese halten länger satt, helfen ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und wirken sich positiv auf die Blutfettwerte aus. Hafer (vor allem Haferkleie) eignet sich sehr gut für die Ernährung bei einer Hyperlipidämie, denn das enthaltene Beta-Glucan (das zu den löslichen Ballaststoffen zählt), trägt zur Regulierung der Cholesterinwerte bei. Aber auch andere ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Vollkornprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Leinsamen haben einen positiven Effekt.

Zuckerreiche Getränke wie Limonaden, Säfte, Eistee solltest du durch zuckerfreie Alternativen wie Wasser, ungesüßten Früchte- oder Kräutertee ersetzen. Außerdem ist es gut, auf Alkohol zu verzichten bzw. den Konsum auf ein Minimum zu reduzieren.

Ursachen von Hyperlipidämie

Es werden die primäre und die sekundäre Hyperlipidämie unterschieden. Bei dieser Unterscheidung geht es um die Ursache beziehungsweise die Entstehung.

Primäre Hyperlipidämie

1. Nicht-familiäre Primäre Hyperlipidämie

Bei der sogenannten nicht-familiären Hyperlipidämie liegt der Ursprung der Fettstoffwechselstörung in Veränderungen mehrerer Abschnitte des Erbguts. Das heißt, diese Form ist erblich bedingt und vermutlich sind noch weitere Verwandte, vor allem Eltern oder Großeltern, betroffen. Eine erbliche Veranlagung heißt jedoch nicht, dass sich die Fettstoffwechselstörung entwickeln muss. Eine ausgewogene Ernährung, normales Gewicht und viel Bewegung helfen dabei, vorzubeugen und das Auftreten der Krankheit oft zu verhindern. Auf diese Weise tritt sie oftmals gar nicht erst auf.

2. Familiäre Primäre Hyperlipidämie

Diese Form beruht auf der Veränderung eines einzelnen Abschnitts im Erbgut. Sie kann auch durch einen Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung nicht beeinflusst werden. Diese Form tritt ganz unabhängig vom Lebensstil und oftmals schon im Kindesalter auf. Sie ist jedoch eher selten zu finden.

Sekundäre Hyperlipidämie

Bei der sekundären Hyperlipidämie gibt es einen konkreten sekundären Grund, der zur Erhöhung der Blutwerte führt. Dies können etwa eine Fehlernährung, Medikamente wie Betablocker, Alkoholismus, Erkrankungen wie eine Fettleber, Schilddrüsenfehlfunktion oder Nierenerkrankung, aber auch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren sein.

Mischform

Bei den meisten Menschen tritt eine Mischform auf. Das bedeutet, dass eine genetische Veranlagung für erhöhte Blutfettwerte besteht und zudem der Lebensstil, das Entstehen dieser Stoffwechselstörung herruft.

Sekundäre Ursachen für Fettstoffwechselstörungen

Grundsätzlich gibt es eine Reihe von Faktoren, die dazu beitragen, dass sich Hyperlipidämie entwickeln. Dazu zählen:

  • Übergewicht und Adipositas
  • ungünstige Ernährung (vor allen Überversorgung mit Kalorien, Fett und Kohlenhydraten)
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes
  • Alkoholkonsum
  • Erkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktion, Nierenerkrankungen
  • Medikamente wie Betablocker und Cortison

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