Abnehmen
Wie hängen Hormone und das Gewicht zusammen?
Digitale Adipositas-Therapie
- Ganzheitliches Programm
- Wissenschaftlich fundiert
- Persönlich für dich da
- Kostenlos auf Rezept
Das Wichtigste in Kürze
- Hormone steuern Hunger, Sättigung und Energieverbrauch.
- Sie beeinflussen dein Gewicht, ersetzen aber nicht die Energiebilanz.
- Hormonstörungen führen meist zu moderaten Gewichtsschwankungen.
- Wechseljahre und Alter verändern die Körperzusammensetzung.
- Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Diagnostik sinnvoll.
Was sind Hormone?
Hormone sind Botenstoffe deines Körpers. Sie übertragen Signale zwischen den Organen. So steuert dein Körper viele Abläufe. Sie werden in diversen Drüsen gebildet und über das Blut verteilt. Dort erreichen sie ihre Zielorgane und geben Signale weiter [1].
Sie steuern viele Prozesse, zum Beispiel:
- deinen Stoffwechsel
- dein Hunger- und Sättigungsgefühl
- deinen Schlaf
- deine Fortpflanzung
- deinen Wasserhaushalt
Wie beeinflussen Hormone das Gewicht?
Hormone beeinflussen Hunger, Stoffwechsel und Fettverteilung, doch sie sind selten die alleinige Ursache für Übergewicht. Das Körpergewicht wird durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren bestimmt: Kalorienbilanz, Bewegung, Schlaf, Stress und genetische Veranlagung spielen dabei ebenso eine Rolle wie Hormone.
Wichtig zu verstehen: Hormone beeinflussen den Stoffwechsel, sie setzen die Gesetze der Energiebilanz jedoch nicht außer Kraft. Wenn du mehr Energie aufnimmst, als dein Körper verbraucht, führt das langfristig zu einer Gewichtszunahme, unabhängig vom Hormonhaushalt. Hormone können jedoch beeinflussen, wie viel Energie der Körper verbraucht, wie stark das Hungergefühl ist und wo der Körper Fett einlagert.
➚ Erfahre hier mehr über deine Energiebilanz
Welche Hormone nehmen Einfluss auf das Gewicht?
Gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht, kann dies unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben. Dabei gibt es unterschiedliche Hormone, die das Gewicht beeinflussen können und eine Rolle beim Hunger- oder Sättigungsgefühl, beim Stoffwechsel oder bei der Stressreaktion spielen.
Hormone, die das Körpergewicht beeinflussen [2]:
- Ghrelin
- Leptin
- Insulin
- Cortisol
- Schilddrüsenhormone (T3 und T4)
- Geschlechtshormone (Östrogen, Progesteron, Testosteron)
Ghrelin – das Hungerhormon
Leptin – das Sättigungshormon
Was ist Leptinresistenz?
Insulin – der Blutzuckerregler
Was ist Insulinresistenz?
Bei einer Insulinresistenz reagieren Zellen weniger empfindlich auf Insulin. Der Körper produziert mehr davon, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Dadurch bleiben die Insulinspiegel im Blut dauerhaft erhöht. Langfristig kann das das Risiko für Typ-2-Diabetes und weitere Stoffwechselstörungen erhöhen.
Insulin fördert zusätzlich die Fettspeicherung, insbesondere im Bauchbereich. Bei einer Insulinresistenz kann es zu vermehrtem Bauchfett führen.
Cortisol – das Stresshormon
Cortisol wird in der Nebenniere gebildet und stellt Energie bereit, wenn du Stress erlebst. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Energiebereitstellung in Stresssituationen.
➚ Hier gibt es mehr Infos zu Cortisol und Gewicht sowie Tipps zum Senken des Cortisolspiegels.
Akuter vs. chronischer Stress
Bei akutem Stress liefert Cortisol kurzfristig Energie. Kurzfristig ist das hilfreich. Chronisch erhöhter Stress kann jedoch:
- Appetit steigern
- Schlaf stören
- Bauchfett begünstigen
Schilddrüsenhormone – T3 und T4
Was ist Schilddrüsenunterfunktion?
Geschlechtshormone – Östrogen, Progesteron und Testosteron
Östrogene und Progesteron zählen zu den weiblichen Geschlechtshormonen (Sexualhormonen). Sie steuern den Menstruationszyklus, die Schwangerschaft. Außerdem beeinflussen sie den Energieverbrauch, die Fettverteilung, den Appetit und die Insulinempfindlichkeit. Die Konzentration der Hormone kann je nach Lebensphase zunehmen oder abnehmen.
Über weiblichen Hormonschwankungen erfährst du hier mehr: Gewichtszunahme während der Periode
Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon, kommt aber auch bei Frauen in geringeren Mengen vor. Es hat direkten Einfluss auf Muskelmasse, Grundumsatz und Fettverteilung.
Bei Männern: Testosteron fördert den Muskelaufbau und erhöht dadurch den Grundumsatz. Ein Testosteronmangel kann zu Muskelabbau, verringertem Energieverbrauch und verstärkter Fetteinlagerung führen, besonders im Bauchbereich.
Fettzunahme oder Wassereinlagerung?
Was ist echte Fettmasse?
Was sind Wassereinlagerungen?
Können Hormone allein Übergewicht verursachen?
Nein, Hormone sind selten die alleinige Ursache für starkes Übergewicht.
Hormone beeinflussen Hunger, Sättigung, Stoffwechselrate und Fettverteilung. Sie können es leichter oder schwerer machen, ein gesundes Gewicht zu halten. Dennoch gilt: Auch bei hormonellen Störungen entsteht Übergewicht durch eine langfristig positive Energiebilanz.
Beispiele:
- Bei Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt sich der Stoffwechsel, wodurch der Körper weniger Energie verbraucht. Die typische Gewichtszunahme liegt bei ca. 2–5 kg [13].
- Bei Insulinresistenz oder Leptinresistenz können Hunger und Sättigung gestört sein. Dennoch entsteht Übergewicht erst, wenn langfristig mehr gegessen wird, als der Körper benötigt.
Wichtige Einordnung: Hormone sind ein Faktor unter mehreren. Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stress und genetische Veranlagung spielen ebenfalls wichtige Rollen. Bei Verdacht auf eine hormonelle Störung ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Eine umfassende Lebensstiländerung bleibt in den meisten Fällen der wichtigste Schritt zur Gewichtsregulation.
Erfolg
In knapp sechs Monaten mit zanadio habe ich nun schon über 25 kg abgenommen.
Wie erkenne ich hormonell bedingte Gewichtszunahme?
Folgende Anzeichen können auf eine hormonelle Ursache hinweisen:
- Unerklärliche Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung und Bewegung
- Müdigkeit, Erschöpfung, Kälteempfindlichkeit (Hinweis auf Schilddrüsenunterfunktion)
- Verstärkter Hunger trotz ausreichender Nahrungsaufnahme
- Gewichtszunahme vor allem im Bauchbereich (kann auf Insulinresistenz oder erhöhten Cortisolspiegel hinweisen)
- Zyklusunregelmäßigkeiten, ausbleibende Periode
- Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme
Wann solltest du ärztlich abklären lassen?
Wenn mehrere Symptome über Wochen bestehen, sprich mit deiner Hausärzt:in oder einer endokrinologischen Fachperson. Typische Laborwerte sind:
- Schilddrüsenhormone (TSH, T3, T4)
- Nüchtern-Blutzucker und HbA1c (Langzeitblutzucker)
- Cortisol
- Geschlechtshormone (Östrogen, Progesteron, Testosteron)
Hormondiäten im Faktencheck
Hormondiäten versprechen schnellen Gewichtsverlust durch hormonelle Steuerung. Die bekannteste Form ist die HCG-Diät. Sie kombiniert Hormongaben mit extrem niedriger Energiezufuhr von etwa 500 kcal pro Tag.
Studien zeigen, dass der Gewichtsverlust durch die starke Kalorienreduktion entsteht. Ein zusätzlicher Effekt des Hormons ist nicht belegt. [11]
Was ist die HCG-Diät?
Der Körper bildet während einer Schwangerschaft das Hormon Humanes Choriongonadotropin (HCG). Durch dieses soll der Körper bei geringer Nahrungsaufnahme leistungsfähig bleiben und vermehrt Fett statt Muskeln abbauen [11].
Die Diät kombiniert die Einnahme von HCG mit einer extremen Kalorienrestriktion auf nur 500 Kalorien pro Tag [11].
Das Problem: Wie auch bei vielen anderen Diäten handelt es sich hier um einen kurzfristigen Weg, schnell viele Kilos zu verlieren. Durch die besonders stark eingeschränkte Nahrungszufuhr ist wahrscheinlich, dass du nicht genügend Mineralstoffe und Vitamine aufnimmst. Du kannst außerdem unter Stimmungsschwankungen, Erschöpfung leiden und fühlst dich schnell gereizt.
Diäten wirken häufig nur kurzweilig. Durch die extremen Anforderungen sind sie langfristig nicht umsetzbar. Eine langsame, aber dafür konstante Ernährungsumstellung unterstützt dich dabei, dich langfristig fit zu fühlen. So kannst du nachhaltig und gesund abnehmen.
Fazit
Hormone beeinflussen Hunger, Sättigung, Energieverbrauch und Fettverteilung. Sie können die Gewichtsabnahme erschweren, sind jedoch nicht die alleinige Ursache für Übergewicht. Nicht jede Gewichtszunahme ist eine Zunahme an Fett. Hormonelle Schwankungen führen häufig zu vorübergehenden Wassereinlagerungen.
Bei anhaltenden Beschwerden wie z. B. Müdigkeit oder Zyklusveränderungen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Langfristige Gewichtsreduktion gelingt am besten durch einen ganzheitlichen Ansatz mit Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressregulation.
Quellen
- [1] Kwon, O., Kim, K.W., Kim, M.S. (2016). Leptin signalling pathways in hypothalamic neurons. Cellular and Molecular Life Sciences, 73, 1457–1477.
- [2] Müller, T.D., Nogueiras, R., Andermann, M.L. et al. (2015). Ghrelin. Molecular Metabolism, 4(6), 437–460.
- [3][3] Springer Nature. Ghrelin. In: Encyclopedia of Endocrine Diseases.
- [4] Petersen, M.C., Shulman, G.I. (2018). Mechanisms of insulin action and insulin resistance. Physiological Reviews, 98(4), 2133–2223.
- [5] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Fructosezufuhr und Insulinresistenz.
- [6] Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Fettreiches Essen stört Abläufe im Gehirn – dem Phänomen der Leptinresistenz auf der Spur.
- [7] Wirth, M.M. (2018). Testosterone and aging. Urologe A.
- [8] Gallo, M.F., Lopez, L.M., Grimes, D.A., Schulz, K.F., Helmerhorst, F.M. (2014, Update 2016–2020). Combination contraceptives and body weight. Cochrane Database of Systematic Reviews.
- [9] Endokrinologie.net. Schilddrüsenunterfunktion.
- [10] Endokrinologie.net. Hashimoto-Thyreoiditis.
- [11] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). HCG-Diät.
- [12] ScienceDirect. Artikel zu Stoffwechselregulation.
- [13] Jonklaas, J. et al. (2014). Guidelines for the Treatment of Hypothyroidism. Thyroid.
zanadio: kostenlos auf Rezept
Die erste Abnehm-App auf Rezept für den BMI-Bereich 30–40 kg/m². Ganzheitlich, individuell und persönlich begleitet.
Auch interessant
- Abnehmen
Mit Hula Hoop abnehmen
Hula Hoop ist einigen als Pausenhof-Klassiker in der Kindheit bekannt. Seit ein paar Jahren nutzen auch immer mehr Erwachsene die bunten Reifen, um in Bewegung zu kommen und um abzunehmen. Hier erfährst du, was an diesem Trendsport dran ist.
Von zanadio Redaktion und Annika Gentz - Abnehmen
Hunger und Appetit: Erkenne den Unterschied!
Appetit entsteht unabhängig von Hunger. ► Erfahre wie man Hunger und Appetit unterscheidet ✓ wie Appetit entsteht ✓ Hunger-Signale richtig erkennen!
Von Maja Biel und Anna Gellert
- Abnehmen
Ideale Schlafdauer: Wie viel Schlaf braucht man?
Schlaf ist nicht nur eine nächtliche Gelegenheit, um uns vom Alltagstrubel zu erholen: Er ist lebensnotwendig. Aber wie viel Schlaf braucht man? Und was geschieht eigentlich, wenn wir zu wenig davon bekommen? Hier erfährst du es.
Von zanadio Redaktion und Anna-Kristin Steiner - Abnehmen
Im Urlaub nicht zunehmen
Eine Studie kam zu dem Schluss, dass zumindest Menschen aus den USA in der Urlaubszeit überdurchschnittlich viel zunahmen [1]. Woran das liegt und wie du deinen Urlaub genießen und dich trotzdem ausgewogen ernähren kannst, erfährst du in diesem Artikel.
Von zanadio Redaktion und Anna Gellert
DE-zan-web-240410-01