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Ist schnell essen ungesund?

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

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Ist schnell essen ungesund?

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Was bedeutet schnell essen überhaupt?

Schnell essen lässt sich nicht leicht definieren. Ein guter Vergleichspunkt sind deine Mitmenschen: Bist du immer als Erstes fertig und musst auf die anderen warten? Dann isst du wahrscheinlich schnell. Wenn du hingegen gleichzeitig oder etwas nach den anderen fertig bist, musst du dir keine großen Gedanken über deine Essgeschwindigkeit machen.

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Warum ist schnell essen ungesund?

Wer schneller isst, spart oft beim Kauen. Dabei beginnt die Verdauung bereits im Mund: Durch gründliches Kauen werden die Nahrung und deren Oberfläche vergrößert, was den Verdauungsenzymen im Magen hilft. Außerdem enthält der Speichel Enzyme, die Kohlenhydrate und Fette schon im Mund aufspalten. [1]

Das Kauen regt auch den Magen an, Magensaft zu produzieren und sich auf die Verdauung vorzubereiten. Gründliches Kauen führt dazu, dass der Blutzucker- und Insulinspiegel weniger stark ansteigen als beim schnellen Essen. Zudem werden beim gründlichen Kauen Sättigungssignale ausgesendet. Wer hastig isst, merkt oft zu spät, dass er satt ist, und isst dadurch mehr. Das kann zu einem unangenehmen Völlegefühl, Magenschmerzen und langfristig zu einer Gewichtszunahme führen. [1,2,3]

Zu schnell essen: Folgen und Auswirkungen

Schnell essen kann langfristig zu Problemen führen. Wer immer abgelenkt isst und über seinen Hunger hinaus isst, riskiert Übergewicht, Diabetes und andere gesundheitliche Komplikationen.

Wie schadet zu schnelles Essen der Verdauung?

Wird die Nahrung nicht ausreichend zerkleinert, kann sie im Magen nicht vollständig verdaut werden. Sie gelangt unvollständig verdaut in den Darm, wo Bakterien einspringen müssen. Dies kann das Mikrobiom im Darm langfristig verändern und die Darmschleimhaut schädigen. Unverdaute Partikel können ins Blut gelangen, was die Leber belastet und Entzündungen sowie Störungen des Fettstoffwechsels verursachen kann. [2]

Zu schnell essen begünstigt Übergewicht

Studien zeigen, dass Menschen, die schnell essen, häufiger übergewichtig sind und einen höheren BMI haben. Das betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Schnell Essende nehmen pro Mahlzeit mehr Kalorien auf und sind weniger lange satt. [4,5,6,7]

Diabetes und andere gesundheitliche Probleme durch hastiges Essen

Übergewicht erhöht das Risiko für viele Krankheiten. Japanische Forscher:innen fanden heraus, dass schnelles Essen auch das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht. Ein schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Essen kann zudem Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigen. [8,9]

Wieder langsamer essen: so geht’s

Um die Vorteile des langsamen Essens zu nutzen, kannst du dich auf gründliches Kauen konzentrieren. Jeder Bissen sollte etwa 30-mal gekaut werden. Lebensmittel wie rohes Gemüse und Vollkornprodukte müssen von Natur aus länger gekaut werden.

Wenn das Zählen dir keinen Spaß macht, probiere achtsames Essen. Konzentriere dich dabei auf alle Sinneseindrücke und bleibe mit den Gedanken im Hier und Jetzt bei deiner Mahlzeit. Achtsames Essen kann auch bei emotionalem Essen helfen. [2]

➚ Hier liest du mehr über die Vorzüge von langsamem Essen.

Fazit: Schnell essen ist ungesund

Schnell essen ist ungesund: Es beeinträchtigt die Verdauung, führt dazu, dass wir über das Sättigungsgefühl hinaus essen und fördert langfristig eine Gewichtszunahme. Die Essgewohnheiten zu ändern, ist jedoch möglich und kann langfristig zu einem gesünderen Leben führen. So erleichterst du dir nicht nur das Abnehmen, sondern verhinderst auch den Jojo-Effekt.
Quellen
  1. [1] Li, J., Zhang, N., Hu, L., Li, Z., Li, R., Li, C., & Wang, S. (2011). Improvement in chewing activity reduces energy intake in one meal and modulates plasma gut hormone concentrations in obese and lean young Chinese men. The American journal of clinical nutrition, 94(3), 709–716.
  2. [2] Zielinski, J. (2022). Gut gekaut ist halb verdaut. Ernährung & Medizin, 37(01), 41–44.
  3. [3] Robinson, E., Almiron-Roig, E., Rutters, F., de Graaf, C., Forde, C. G., Smith, C. T., Nolan, S. J. & Jebb, S. A. (2014). A systematic review and meta-analysis examining the effect of eating rate on energy intake and hunger. The American journal of clinical nutrition, 100(1), 123-151.
  4. [4] Ohkuma, T., Hirakawa, Y., Nakamura, U., Kiyohara, Y., Kitazono, T., & Ninomiya, T. (2015). Association between eating rate and obesity: a systematic review and meta-analysis. International journal of obesity (2005), 39(11), 1589–1596.
  5. [5] Zeng, X., Cai, L., Ma, J. et al. Eating fast is positively associated with general and abdominal obesity among Chinese children: A national survey. Sci Rep 8, 14362 (2018).
  6. [6] Fagerberg, P., Charmandari, E., Diou, C., Heimeier, R., Karavidopoulou, Y., Kassari, P., … & Ioakimidis, I. (2021). Fast eating is associated with increased BMI among high-school students. Nutrients, 13(3), 880.
  7. [7] Otsuka, R., Tamakoshi, K., Yatsuya, H., Murata, C., Sekiya, A., Wada, K., … & Toyoshima, H. (2006). Eating fast leads to obesity: findings based on self-administered questionnaires among middle-aged Japanese men and women. Journal of epidemiology, 16(3), 117-124.
  8. [8] Kudo, A., Asahi, K., Satoh, H., Iseki, K., Moriyama, T., Yamagata, K., … & Shimabukuro, M. (2019). Fast eating is a strong risk factor for new-onset diabetes among the Japanese general population. Scientific Reports, 9(1), 8210.
  9. [9] Müssig, K. (2020). Besser langsam essen!. Info Diabetologie, 15(6), 11–13.

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