Adipositas-Behandlung
Biliopankreatische Diversion: Voraussetzungen, Ablauf und Chancen
Inhaltsverzeichnis
- Definition: Was ist eine biliopankreatische Diversion?
- Voraussetzungen für eine biliopankreatische Diversion
- Welche Risiken und Nachteile hat eine BPD?
- Ablauf: Wie wird eine biliopankreatische Diversion durchgeführt?
- Wie hoch ist der Gewichtsverlust nach dem Eingriff?
- Nach der Operation: Darauf musst du achten
- Ernährung nach einer biliopankreatischen Diversion
- Kann man die biliopankreatische Diversion rückgängig machen?
- Kosten der OP: Antrag und Kostenübernahme
- Zusammengefasst
Digitale Adipositas-Therapie
- Ganzheitliches Programm
- Wissenschaftlich fundiert
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Definition: Was ist eine biliopankreatische Diversion?
Generell bietet die Adipositaschirurgie (auch bariatrische Chirurgie genannt) verschiedene Verfahren, um Menschen mit Adipositas mittels medizinischem Eingriff zu helfen. Dazu gehört unter anderem die sogenannte biliopankreatische Diversion (BPD). Hinter der Bezeichnung biliopankreatische Diversion verbergen sich gleich mehrere Begriffe: „biliopankreatisch“ lässt sich aus dem Lateinischen von „bilis“ (dt.: Galle) und „pankreas“ (dt.: Bauchspeicheldrüse) ableiten. Beide Organe spielen eine wichtige Rolle bei der BPD.
Maßgebend für die biliopankreatische Diversion sind folgende zwei Schritte [1]:
- Restriktion: Während des Eingriffs wird der Magen verkleinert. Ziel ist es, dass dein Sättigungsgefühl durch die Magenverkleinerung schneller einsetzt.
- Malabsorption: Die Verdauung wird insgesamt erschwert. Dies passiert weil sich die aus der Galle und Bauchspeicheldrüse stammenden Verdauungssäfte nicht – wie sonst üblich – mit dem Speisebrei vermischen, sondern erst später im unteren Teil des Dünndarms hinzukommen. So werden nicht alle Nährstoffe vom Körper aufgenommen und werden unverdaut wieder ausgeschieden – dadurch nimmst du weniger Kalorien auf.
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Voraussetzungen für eine biliopankreatische Diversion
Wer es zuvor im Rahmen des MMK bei Adipositas mit Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie versucht hat und erfolglos blieb, erfüllt eine wichtige Voraussetzung für die biliopankreatische Diversion. Grundsätzlich ist ein bariatrischer Eingriff erst sinnvoll, wenn andere Methoden und Wege nicht geholfen haben. Für Patient:innen ab einem BMI von ≥ 40 kg/m² ohne Begleiterkrankungen ist eine Operation (OP) möglich, wenn keine Kontraindikationen bestehen [2]. Ab einem BMI von 35 kg/m² kommt eine OP infrage, wenn eine oder mehrere Adipositas-assoziierte Begleiterkrankungen vorliegen [2]. Das können z. B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder eine koronare Herzerkrankung (KHK) sein.
Ab einem BMI von ≥ 50 kg/m kann unter Umständen ein Eingriff möglich sein, ohne dass zuvor Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie stattgefunden haben [2].
➚ Hier liest du mehr über die Voraussetzungen für einen bariatrischen Eingriff.
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Welche Risiken und Nachteile hat eine BPD?
Eine biliopankreatische Diversion geht mit einigen Operationsrisiken und Nachteilen einher, nicht immer müssen diese auftreten. Die behandelnden Chirurg:innen werden dich darüber aufklären. In einigen Fällen kann es beispielsweise zu folgenden Komplikationen kommen [2]:
- Problemen mit der Wundheilung
- undichten Stellen im operierten Bereich von Magen und Darm
- Blutergüssen
- Blutgerinnsel, die zu einer Lungenembolie führen
- In den ersten Monaten nach der OP: Dumping-Syndrom, Durchfall, unangenehme Blähungen und Gase
Die Gesamtkomplikationsrate bei BPD beträgt bis zu 25 % [2].
Nach der OP kann es zu verschiedenen Mangelzuständen kommen, vor allem bei den fettlöslichen Vitaminen A, E und D [2]. Kritisch ist auch die Versorgung mit den Mineralstoffen Eisen und Zink. Doch nicht nur Vitalstoffe sind von der schlechteren Resorption nach der OP betroffen, das Gleiche gilt ebenfalls für Medikamente. Durch den nun verkürzten Verdauungsweg wird alles, was über den Mund zugeführt wird, nicht mehr vollständig aufgenommen.
Nahrungsbestandteile wie Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe sowie Medikamente werden nur noch zu einem gewissen Grad verwertet, anteilig unverdaut und ungenutzt aus dem Körper ausgeschieden. Gleichwohl dies dem Sinn der OP entspricht, bringt es zugleich auch Nachteile mit sich. Eine ärztliche Kontrolle und lebenslange Überwachung nach der OP ist unerlässlich. Außerdem ist die lebenslange Aufnahme von speziellen Nährstoffpräparaten notwendig [2].
Ablauf: Wie wird eine biliopankreatische Diversion durchgeführt?
1. Vorbereitung des Eingriffs
Bevor die BPD durchgeführt wird, werden einige Tests gemacht. So stellen die behandelnden Ärzt:innen sicher, dass Patient:innen operiert werden dürfen, ohne sich aufgrund von körperlichen oder gesundheitlichen Gegebenheiten eines zu großen Risikos auszusetzen. Zu den gängigen Untersuchungen gehören unter anderem [2]:
- Untersuchungen des Bauch- und Magenbereichs
- Atemfunktionstests
- Blutbefunde
- kardiologische Untersuchungen
2. Durchführung der Operation
Die OP der biliopankreatischen Diversion erfolgt in Vollnarkose. Mit der Hilfe von modernen Operationstechniken (Laparoskopie) werden idealerweise nur einige kleine Schnitte im Bauchbereich gesetzt, sodass Patient:innen keiner größeren Komplikation ausgesetzt sind [2]. Damit der Magen verkleinert werden kann, wird ein größerer Teil chirurgisch abgetrennt. Nun hast du einen sogenannten Magenpouch – einen kleinen „Restmagen“ (siehe Abbildung).
Jetzt ist der Dünndarm an der Reihe: Dieser wird geteilt und somit in verkürzter Form direkt mit dem Magenpouch verbunden [2]. Neben der BPD gibt es noch eine zweite Variante, die als BPD mit Duodenal Switch bezeichnet wird. Der Unterschied liegt im Bereich des Magens, bei der zweiten Methode wird ein Schlauchmagen erstellt, während die reine BPD auf den Magenpouch setzt [2]. Der Vorteil des Schlauchmagens besteht vor allem darin, dass Patient:innen weniger oft unter plötzlichen Sturzentleerungen (Dumping-Syndrom) leiden. Beide Verfahren führen zum Ergebnis, dass das Gewicht nach dem Eingriff oft erheblich reduziert werden kann [2,3].
3. Nach dem Eingriff
Wie hoch ist der Gewichtsverlust nach dem Eingriff?
Grundsätzlich wird die BPD als besonders wirkungsvoll beschrieben. Im Zeitraum von zwei Jahren nach der OP ist der Verlust des Übergewichts bis zu 73 % möglich [3]. Patient:innen mit Diabetes mellitus erleben in 89 % der Fälle eine starke Verbesserung des Krankheitsbildes [2].
Bei der zweiten OP-Methode, BPD mit Duodenal Switch, wird von einem Verlust an Übergewicht von 56 % ausgegangen, bei dieser OP erleben Patient:innen mit Diabetes mellitus in 100 % der Fälle eine starke Verbesserung des Krankheitsbildes innerhalb von zwei Jahren [2].
Nach der Operation: Darauf musst du achten
Ernährung nach einer biliopankreatischen Diversion
Motivation
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Kann man die biliopankreatische Diversion rückgängig machen?
Kosten der OP: Antrag und Kostenübernahme
Die Kosten für eine bariatrische Operation können von deiner Krankenkasse übernommen werden. Die Kriterien zur Kostenübernahme sind an die Voraussetzungen geknüpft, die im Abschnitt „Voraussetzungen für eine biliopankreatische Diversion” beschrieben sind.
Einen Antrag stellst du direkt bei deiner Krankenkasse, welche dir die entsprechenden Unterlagen zusendet. Hierfür ist es unter anderem wichtig, dass du die Versuche deiner Gewichtsreduktion nachweisen kannst (Sport, Ernährungs- und Verhaltenstherapie). Bis zur Entscheidung vergehen oft mehrere Wochen. Sofern du alle Kriterien erfüllst und den Antrag gut begründest, kannst du grundsätzlich mit einer Kostenübernahme rechnen. Kommt es zu einer Absage, kann ein Widerspruch helfen.
Zusammengefasst
Quellen
- [1] Meyer, G., Schuhmann, P., Peters, J., & Karcz, W. K. (2011). [Malnutrition after biliopancreatic diversion—Postoperative management and complications]. Obesity facts, 4 Suppl 1(Suppl 1), 34–38.
- [2] Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV) (Hrsg.). (2018). S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen.
- [3] Buchwald, H., Estok, R., Fahrbach, K., Banel, D., Jensen, M. D., Pories, W. J., Bantle, J. P., & Sledge, I. (2009). Weight and type 2 diabetes after bariatric surgery: Systematic review and meta-analysis. The American Journal of Medicine, 122(3), 248-256.e5.
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