Adipositas-Behandlung

Telemedizin: Möglichkeiten und Herausforderungen

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Telemedizin: So funktioniert digitale Gesundheitsversorgung

Digitale Adipositas-Therapie

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Wie Telemedizin funktioniert und wer sie nutzen kann

Telemedizin bietet durch digitale Geräte und die sichere Datenverwaltung eine flexible Form der Gesundheitsversorgung. Telemedizin steht nicht nur Ärzt:innen zur Verfügung, sondern kann auch von weiteren medizinischen und therapeutischen Fachkräften genutzt werden. Dazu zählen: Psychotherapeut:innen, Pflegekräfte, Ernährungsberater:innen und Physiotherapeut:innen.

Die häufigste Anwendung ist die Videosprechstunde, bei der Patient:innen und medizinische Fachkräfte über gesicherte Plattformen kommunizieren. Um eine solche Fernbehandlung zu nutzen, sind bestimmte technische Voraussetzungen erforderlich:

  • eine stabile Internetverbindung
  • ein Endgerät wie Computer, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon
  • eine geschützte Software oder App, die den strengen Datenschutzanforderungen entspricht

Auch andere telemedizinische Verfahren wie Telemonitoring, bei dem Körperfunktionen überwacht und Daten an Kliniken gesendet werden, erfordern spezielle Geräte und Sensoren zur Erfassung von Vitaldaten. Ein sicherer und reibungsloser Ablauf setzt voraus, dass sowohl Patient:innen als auch Fachkräfte die Technik beherrschen und sicher bedienen können.

Warum ist Telemedizin wichtig?

Durch die alternde Bevölkerung steigt der Bedarf an medizinischer Versorgung. Gleichzeitig fehlt es vielerorts, besonders auf dem Land, an medizinischem Personal. Telemedizin kann helfen, diese Lücken zu schließen und das Gesundheitssystem effizienter zu gestalten.

Der Stand der Telemedizin in Deutschland

In den letzten Jahren hat sich die Telemedizin in Deutschland weiterentwickelt. In den 1990er Jahren war sie ein Nischenangebot. Das E-Health-Gesetz von 2015 förderte Online-Angebote, und das Digitale-Versorgung-Gesetz von 2019 erleichterte die Nutzung und Erstattung digitaler Gesundheitsdienste [1]. Die Covid-19-Pandemie 2020 machte Video-Sprechstunden und E-Rezepte zur Normalität. Heute ist Telemedizin ein fester Bestandteil des Gesundheitssystems.

Arten von Telemedizin und ihre Anwendung

Es gibt verschiedene Arten von Telemedizin:

  • Videosprechstunde: Direkter Austausch zwischen Patient:innen und Ärzt:innen oder Therapeut:innen zur Diagnose, Behandlung oder Nachsorge.
  • Telemonitoring: Überwachung von Gesundheitsdaten, wie Blutdruck oder Blutzucker, durch Sensoren und Geräte, die die Daten an Ärzt:innen oder Kliniken übertragen. Dies wird häufig bei chronischen Erkrankungen eingesetzt.
  • Telekonsultationen zwischen Fachkräften: Ärzt:innen und Spezialist:innen können sich per Video- oder Telefonkonferenzen austauschen, um Diagnosen zu bestätigen oder Behandlungspläne zu diskutieren.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) bieten zusätzlich eine eigenständige Unterstützung im Alltag. Auch wenn sie nicht zur Telemedizin gehören, spielen sie eine wichtige Rolle in der digitalen Gesundheitsversorgung und ergänzen die Möglichkeiten der Telemedizin auf wertvolle Weise.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

DiGA sind digitale Anwendungen, die zur Unterstützung der Behandlung von Ärzt:innen verschrieben werden können. DiGA unterstützen das Management von Krankheiten durch:

  • Überwachung von Symptomen und Vitalparametern (Blutdruck, Blutzucker, Gewicht)
  • Wissensvermittlung (Übungen, Texte, Videos)
  • Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens (Schrittzähler, Aktivitätstracker, Ernährungstagebücher) [2,3,4]

Motivation

Wenn man die Kurve gekriegt hat, wird das Leben besser.

Klaus
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Zusammenspiel von Telemedizin und DiGA

Eine umfassende digitale Gesundheitsversorgung

Telemedizin und DiGA sind beide Teil der digitalen Gesundheitsversorgung und ergänzen sich in ihrer Funktion. Während Telemedizin den direkten Kontakt und die Betreuung durch medizinische Fachkräfte über Distanz ermöglicht, bieten DiGA Patient:innen eigenständige digitale Unterstützung zur Behandlung und Gesundheitsförderung.

Die Verbindung zwischen beiden entsteht, wenn Ärzt:innen während einer telemedizinischen Beratung eine DiGA verschreiben. Dadurch profitieren Patient:innen von einer nahtlosen Versorgung: Die Beratung durch Telemedizin wird durch digitale Anwendungen ergänzt, die individuell auf die Bedürfnisse der Patient:innen zugeschnitten sind. So wird die Behandlung umfassender und zugänglicher gestaltet.

Wichtige Aspekte bei der Nutzung von Telemedizin

Telemedizin bietet viele Vorteile, auch für Patient:innen mit Adipositas: Die Versorgung ist unabhängig vom Wohnort oder von Mobilitätseinschränkungen zugänglich, lange Anfahrtswege entfallen. Termine lassen sich flexibler gestalten und leichter in den Alltag integrieren, was regelmäßige Check-ins ermöglicht und so eine kontinuierliche Betreuung sicherstellt.

Viele Patient:innen fühlen sich in ihrer häuslichen Umgebung wohler, was die Hemmschwelle für die Teilnahme an Therapien senkt. Die Nutzung von DiGA und anderen digitalen Werkzeugen erweitert die Unterstützung durch Technologien wie Aktivitätstracker und ermöglicht eine umfassende Überwachung. Trotz dieser Vorteile gibt es Aspekte, die beachtet werden müssen.

Datenschutz und Datensicherheit haben oberste Priorität, da sensible Gesundheitsdaten geschützt werden müssen. Für den reibungslosen Einsatz sind eine stabile Internetverbindung und geeignete Endgeräte erforderlich. Zudem hat Telemedizin ihre Grenzen: Persönliche Termine bleiben in manchen Fällen unverzichtbar, und die behandelnden Fachkräfte sollten qualifiziert sein. Die Nutzung geprüfter DiGA ist empfehlenswert, da diese eine gesicherte Qualität und Kostenübernahme durch die Krankenkassen gewährleisten.

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