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Bluthochdruck erkennen: Das sind die Symptome

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Bluthochdruck erkennen: Das sind die Symptome

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Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck – medizinisch Hypertonie – bedeutet, dass der Druck in den Arterien dauerhaft erhöht ist. Gemessen wird er in zwei Werten: systolisch (wenn das Herz pumpt) und diastolisch (wenn es sich entspannt) [1].

Ein normaler Blutdruck liegt unter 120/80 mmHg. Ab 140/90 mmHg (= Millimeter Quecksilbersäule) sprechen Fachleute von Bluthochdruck. Werte darüber solltest du ärztlich überprüfen lassen [1].

Mehr zu Ursachen, Messung und Blutdruck-Stufen findest du im Artikel Bluthochdruck bei Übergewicht.

Häufige Symptome bei erhöhtem Blutdruck

Bestimmte Beschwerden können ein Hinweis auf erhöhten Blutdruck sein – auch wenn keine klare Ursache erkennbar ist [1,3,6]:

  • Kopfschmerzen, besonders morgens
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Sehstörungen wie Flimmern oder verschwommenes Sehen
  • Nasenbluten ohne äußeren Auslöser
  • Kurzatmigkeit bei geringer Belastung
  • Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Schlafstörungen
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Rötung im Gesicht

Wenn du diese Beschwerden häufiger bemerkst, sprich mit deiner Ärzt:in und überprüfe deinen Blutdruck. So kannst du frühzeitig gegensteuern und mögliche Risiken vermeiden.

Unterschied zwischen akutem und chronischem Bluthochdruck

Es gibt zwei Formen von Bluthochdruck: akut und chronisch.

Ein akuter Anstieg passiert plötzlich. Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot oder Sehstörungen können auftreten. Dann besteht der Verdacht auf eine sogenannte hypertensive Krise. In diesem Fall solltest du sofort den Notruf 112 wählen.

Chronischer Bluthochdruck entwickelt sich langsam und bleibt oft lange unbemerkt. Dein Körper gewöhnt sich daran, Beschwerden fallen kaum auf. Dennoch wirkt der hohe Druck im Hintergrund: Das Herz muss mehr leisten, die Gefäße werden weniger elastisch, und Organe wie Nieren oder Augen können geschädigt werden [1]. Wenn du regelmäßig misst, erkennst du Veränderungen früh und kannst rechtzeitig reagieren.

Spezialfall: hypertensive Krise

Eine hypertensive Krise liegt vor, wenn der Blutdruck deutlich über 180/120 mmHg (= Millimeter Quecksilbersäule) steigt. Solch ein Anstieg kann das Herz, das Gehirn oder die Nieren stark belasten. Deshalb sollte der Blutdruck in solchen Fällen ärztlich kontrolliert und bei Bedarf medikamentös gesenkt werden.

Treten zusätzlich Beschwerden wie Brustdruck, Kurzatmigkeit, Sehstörungen, Schwäche in Armen oder Beinen, Verwirrtheit oder kurze Bewusstseinsveränderungen auf, solltest du über den Notruf 112 medizinische Hilfe anfordern [3,5].

Ursachen von Bluthochdruck

Bluthochdruck kann unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigste Form ist die primäre Hypertonie. Sie entwickelt sich oft langsam über viele Jahre. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – zum Beispiel Veranlagung, langanhaltender Stress, wenig Bewegung oder Übergewicht.

Etwas seltener ist die sekundäre Hypertonie. Sie entsteht nicht von selbst, sondern wird durch andere Erkrankungen oder bestimmte Medikamente ausgelöst – zum Beispiel durch Nierenerkrankungen oder Hormonstörungen [1,5].

Mehr zu den Auslösern von Bluthochdruck liest du im Artikel:Bluthochdruck bei Übergewicht

Bluthochdruck: Einfluss von Vorerkrankungen und Lebensstil

Bluthochdruck betrifft rund 30 Millionen Menschen in Deutschland [3]. Häufigkeit und Risiko steigen mit dem Alter, besonders ab dem 60. Lebensjahr. Auch wenig Bewegung, energiereiche Ernährung und Übergewicht fördern erhöhte Blutdruckwerte. Vorerkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Adipositas können die Gefäße zusätzlich belasten. Das Herz muss mehr leisten, und die Durchblutung kann gestört sein. Frühzeitige Begleitung hilft, Folgeerkrankungen zu vermeiden [3,5].

Wie Ernährung dich dabei unterstützt kann, erfährst du im Beitrag: Die richtige Ernährung bei Bluthochdruck.

Bluthochdruck bei Frauen: Unterschiede erkennen und einordnen

Bei vielen Frauen liegen die Werte vor der Menopause eher niedriger. Ab etwa 65 Jahren gleichen sich die Blutdruckwerte von Frauen und Männern häufig an. Während der Schwangerschaft kann der Blutdruck ansteigen. Das betrifft vor allem Personen mit Vorerkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Nierenerkrankungen [5]. Auch hormonelle Verhütungsmittel können auf den Blutdruck wirken – insbesondere bei gleichzeitigem Übergewicht. Eine regelmäßige ärztliche Begleitung kann helfen, Veränderungen gut einzuordnen [3].

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Messmethoden und Diagnose: Wie Bluthochdruck festgestellt wird

Du kannst deinen Blutdruck zu Hause prüfen oder in der Arztpraxis messen lassen. Wichtig ist: Eine einzelne Messung reicht nicht aus. Denn dein Blutdruck verändert sich im Laufe des Tages. Am besten misst du mehrmals – morgens, abends und zu unterschiedlichen Tagen. Das ergibt ein genaueres Bild. Ärzt:innen empfehlen zusätzlich manchmal eine 24-Stunden-Messung. Dabei wird dein Blutdruck auch nachts aufgezeichnet. Auch bei Vorsorgeuntersuchungen wird der Blutdruck kontrolliert. So lassen sich Veränderungen früh erkennen und gut begleiten.

Blutdruck senken: Welche Zielwerte sinnvoll sind

Wenn bei dir Bluthochdruck festgestellt wurde, gibt es Zielwerte, die empfohlen werden. Damit wird das Herz-Kreislauf-System entlastet.

  • 18- bis 65-Jährige: 120–130/70–79 mmHg (= Millimeter Quecksilbersäule)
  • über 65-Jährige: 130–139/70–79 mmHg

Diese Empfehlungen beruhen auf den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Hochdruckliga [3].

Bei bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit können individuell angepasste Zielwerte erforderlich sein. Die Therapiegestaltung wird dann in Absprache mit der behandelnden Ärzt:in erfolgen.

Schon kleine Schritte im Alltag können deinen Blutdruck entlasten. Wie du mit einfachen Gewohnheiten und passenden Mahlzeiten dazu beitragen kannst, erfährst du im Artikel: Die richtige Ernährung bei Bluthochdruck

Fazit

Bluthochdruck macht sich oft nicht direkt bemerkbar. Beschwerden sind selten oder schwer zuzuordnen. Deshalb ist es gut, wenn du deinen Blutdruck regelmäßig misst. So lassen sich Veränderungen früh erkennen. Je früher Bluthochdruck festgestellt wird, desto gezielter kannst du gemeinsam mit deiner Ärzt:in handeln – und dein Herz-Kreislauf-System langfristig unterstützen.

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