Über Adipositas
Ist Adipositas eine Krankheit?
Inhaltsverzeichnis
Digitale Adipositas-Therapie
- Ganzheitliches Programm
- Wissenschaftlich fundiert
- Persönlich für dich da
- Kostenlos auf Rezept
Das Wichtigste in Kürze
- Adipositas ist eine von der WHO anerkannte chronische Krankheit mit vielfältigen Ursachen und erheblichen gesundheitlichen Risiken.
- Die Anerkennung als Krankheit erleichtert Zugang zu Behandlungen und reduziert Stigmatisierung.
- Neben physischen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt sich Adipositas auch stark auf das psychische Wohlbefinden aus.
- Prävention und ganzheitliche Therapien sind entscheidend, um die Lebensqualität Betroffener zu verbessern.
Adipositas als Krankheitsbild
Früher galt Adipositas oft nur als Ergebnis ungesunder Lebensweisen. Heute weiß man, dass sie ein komplexes, chronisches Krankheitsbild darstellt. Adipositas ist durch eine übermäßige Ansammlung von Körperfett gekennzeichnet und geht mit einem erhöhten Risiko für zahlreiche Begleiterkrankungen einher, darunter:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Typ-2-Diabetes
- Bestimmte Krebsarten
Zudem ist die Entstehung von Adipositas multifaktoriell: Neben Bewegungsmangel und Ernährung spielen genetische, hormonelle und psychosoziale Einflüsse eine zentrale Rolle [1,2].
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Gilt Adipositas in Deutschland als Krankheit?
In Deutschland wird Adipositas zunehmend als eigenständige Krankheit anerkannt. Bereits im Jahr 2000 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Adipositas als eigenständige chronische Erkrankung eingestuft. Das Europäische Parlament hat 2006 in einer Resolution diese Sichtweise bestätigt und Adipositas ebenfalls als Krankheit anerkannt.
Im deutschen Gesundheitssystem fehlt jedoch bisher eine einheitliche gesetzliche Regelung zur Einstufung von Adipositas. Es besteht nach wie vor eine Debatte darüber, ob Adipositas als eigenständige Krankheit oder lediglich als Risikofaktor für Folgeerkrankungen betrachtet werden sollte. Diese Unsicherheit führt zu erheblichen Auswirkungen auf die Versorgung der Betroffenen, etwa bei der Kostenübernahme für Medikamente oder Behandlungsprogramme.
Obwohl medizinische Fachgesellschaften, die WHO und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Adipositas zunehmend als chronische Erkrankung ansehen, sind die gesetzlichen Regelungen noch nicht vollständig an diese wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse angepasst. Dadurch werden Betroffene weiterhin mit Hürden im Zugang zu spezialisierten Behandlungen konfrontiert. [9]
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Warum ist die Anerkennung als Krankheit wichtig?
Diese Frage ist sowohl für die einzelnen Betroffenen als auch für das Gesundheitssystem wichtig. Die Einstufung als Krankheit hat weitreichende Vorteile:
- Verbesserter Zugang zu Therapien: Betroffene erhalten leichter Zugang zu Behandlungsprogrammen, die Ernährung, Bewegung und psychologische Betreuung kombinieren [4]
- Gezielte Versorgung: Interdisziplinäre Teams in spezialisierten Adipositas-Zentren können umfassende Hilfen bieten [4]
- Reduzierte Stigmatisierung: Adipositas wird zunehmend als medizinisches Problem anerkannt, was Diskriminierung entgegenwirkt [5]
- Forschung und Innovation: Die wissenschaftliche Auseinandersetzung führt zu besseren Therapien und einem tieferen Verständnis der Krankheit [7]
Ursachen von Adipositas
Adipositas (definiert über einem BMI ab 30) entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch. Die Gründe dafür sind komplex und umfassen:
- Lebensstil: Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung
- Biologische Faktoren: Genetik, Hormonstörungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion)
- Psychosoziale Einflüsse: Stress, Depressionen, Schlafmangel
- Medikamente: Einige Antidepressiva oder Kortikosteroide fördern eine Gewichtszunahme [3,4].
Gesundheitliche Folgen von Adipositas
Adipositas erhöht das Risiko für über 60 Begleit- und Folgeerkrankungen, darunter:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Schlaganfall
- Typ-2-Diabetes: Verstärkte Insulinresistenz
- Fettleber: Kann sich zu einer Leberzirrhose entwickeln
- Krebs: Höheres Risiko für Brust-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Gelenkprobleme: Arthrose durch Überbelastung
- Psychische Belastungen wie Depressionen und sozialer Rückzug sind ebenfalls häufig. Eine frühzeitige Therapie kann die Lebensqualität signifikant verbessern. [3,4]
Bei Menschen mit Adipositas ist die Lebenserwartung um etwa fünf Jahre geringer als bei Menschen mit Normalgewicht [3]. Das frühzeitige Erkennen der Symptome ist wichtig, um rechtzeitig therapeutische Maßnahmen einleiten zu können und das Risiko für schwerwiegende Begleiterkrankungen zu reduzieren.
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Stigmatisierung und Vorurteile
Noch immer fällt es vielen Menschen schwer, Adipositas als Erkrankung zu sehen. Sie sehen Adipositas als Folge ungesunder Gewohnheiten und übersehen dabei die komplexen biologischen und genetischen Zusammenhänge, die ebenfalls eine Rolle spielen. Medien und gesellschaftliche Fitness- und Schönheitsideale verstärken diese Sichtweise.
Für die Betroffenen hat die Stigmatisierung erhebliche psychische und soziale Folgen. Diskriminierung wird häufig verstärkt durch soziale Isolation, da Vorurteile die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren. In einer Umfrage der DAK von 2016 gab jede:r Achte an, dass er oder sie den Kontakt zu Menschen mit starkem Übergewicht meidet. Vorurteile abzubauen, ist deshalb eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, bei der insbesondere Medien, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsdienstleister:innen und politische Entscheidungsträger:innen gefordert sind. [5,6]
Behandlung und Prävention
Adipositas ist nicht heilbar, aber behandelbar. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:
- Ernährungsumstellung: Individuell angepasste Konzepte für eine ausgewogene Ernährung
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität
- Psychologische Unterstützung: Zur Bewältigung emotionaler Herausforderungen
- Medikamentöse Therapie: In schweren Fällen ergänzend eingesetzt
Langfristige Erfolge werden durch ein interdisziplinäres Konzept erzielt, das Prävention und Therapie vereint [4].
Disease Management Programme (DMP) bei Adipositas
Seit 2024 können in Deutschland Disease Management Programme (DMP) für Adipositas eingeführt werden. DMP sollen Menschen mit chronischen Erkrankungen:
- Eine strukturierte, langfristige Betreuung ermöglichen
- Eine Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen fördern
- Die Lebensqualität Betroffener nachhaltig verbessern
DMP für Adipositas könnten die Situation von Betroffenen verbessern, indem sie eine systematische Langzeitbetreuung sicherstellen, einschließlich interdisziplinärer Zusammenarbeit der betreuenden Fachleute. Die Umsetzung hängt von regionalen Verträgen zwischen Krankenkassen und Ärzt:innen ab [8].
Fazit
Quellen
- [1] Definition von Adipositas – Adipositas Gesellschaft. [online]
- [2] Ulijaszek, S.J. (2003). Obesity: Preventing and Managing the Global Epidemic. Report of a WHO Consultation. WHO Technical Report Series 894. Pp. 252. (World Health Organization, Geneva, 2000.) SFr 56.00, ISBN 92-4-120894-5, paperback. Journal of Biosocial Science, 35(4), pp.624–625. doi:
- [3] Redaktion: BMBF LS5 Internetredaktion (2023). Adipositas: Wenn überzählige Pfunde krank machen – DLR Gesundheitsforschung. [online] Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V. – DLR Gesundheitsforschung.
- [4] Hauner, H., Moss, A., Berg, A., Bischoff, S.C., Colombo-Benkmann, M., Ellrott, T., Heintze, C., Kanthak, U., Kunze, D., Stefan, N., Teufel, M., Wabitsch, M. and Wirth, A. (2014). Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas”. 08(04), pp.179–221. doi:
- [5] www.dak.de. (2024). DAK-Gesundheit. [online]
- [6] MEDIENLEITFADEN ADIPOSITAS Empfehlungen zum Umgang mit Adipositas und Menschen mit Übergewicht in den Medien. (n.d.)
- [6] Bundestag, D. (n.d.). Deutscher Bundestag Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD Start einer Nationalen Diabetes-Strategie -Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland und Versorgung des Diabetes mellitus zielgerichtet weiterentwickeln. [online]
- [7] G-ba.de. (2024). Regionale Verträge für ein DMP Adipositas ab sofort möglich – Gemeinsamer Bundesausschuss. [online]
- [8] Deutscher Bundestag (2021). Anerkennung von Adipositas als Krankheit in Deutschland. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages.
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