Über Adipositas
Ist Adipositas heilbar?
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Adipositas ist behandelbar
Adipositas lässt sich nach aktuellem Wissen meist nicht dauerhaft heilen. Der Körper passt sich an Veränderungen an, was den Umgang mit dem Gewicht erschweren kann. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass du nichts verändern kannst.
Eine passende Behandlung kann viel bewirken. Sie kann die Gesundheit verbessern und das Wohlbefinden stärken. Wichtig ist ein langfristiger Ansatz. Kleine, umsetzbare Schritte können helfen, neue Gewohnheiten aufzubauen. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Veränderungen, die zum Alltag passen. Fachpersonen können unterstützen dabei, passende Lösungen für deinen Alltag zu finden.
Adipositas: Definition, Häufigkeit und Ursachen
Adipositas ist eine Erkrankung, bei der sich über längere Zeit mehr Fettgewebe im Körper ansammelt. Diese Veränderung kann verschiedene Körperfunktionen beeinflussen. Fachpersonen nutzen häufig den Body-Mass-Index (BMI) zur ersten Orientierung. Der BMI setzt sich aus Körpergewicht und Körpergröße zusammen. Ein BMI ab 30 kg/m² weist auf Adipositas hin [1].
Der BMI liefert jedoch nur eine erste Einordnung. Für die medizinische Bewertung betrachten Fachpersonen auch weitere Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel bestehende Erkrankungen, körperliche Fitness, Essverhalten, Bewegung im Alltag sowie berufliche und soziale Lebensbedingungen.
➚ Erfahre hier mehr über deinen BMI.
So viele sind von Adipositas betroffen
Adipositas kommt weltweit häufig vor. Auch in Deutschland leben viele Menschen mit dieser Erkrankung. Studien zeigen, dass etwa jede fünfte erwachsene Person in Deutschland mit Adipositas lebt [2]. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit.
Adipositas entsteht nicht durch eine einzelne Ursache. Oft wirken verschiedene Einflüsse zusammen. Diese sind bei jeder Person unterschiedlich. Unsere heutige Lebensumgebung spielt dabei eine wichtige Rolle. Lebensmittel sind jederzeit verfügbar. Viele davon enthalten viel Energie, Zucker oder Fett. Gleichzeitig bewegen sich viele Menschen im Alltag weniger als früher.
Auch berufliche und soziale Lebensbedingungen können Einfluss haben. Lange Arbeitszeiten, Stress oder wenig Schlaf können das Essverhalten und den Stoffwechsel beeinflussen. Darüber hinaus können biologische und gesundheitliche Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel:
- genetische Veranlagung und familiäre Häufung
- depressive Erkrankungen
- Essstörungen (z. B. Binge-Eating-Störung)
- hormonelle Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen)
- bestimmte Medikamente (z. B. Antidepressiva)
Adipositas als chronische Erkrankung
Adipositas wird im internationalen Klassifikationssystem für Krankheiten erfasst. Dieses System heißt International Classification of Diseases (ICD). Dort wird Adipositas unter dem Code E66 geführt. Ärzt:innen nutzen diese Einordnung für Diagnose und Behandlung [4]. In der ICD-Klassifikation gehört Adipositas zu den Erkrankungen des Stoffwechsels und der Ernährung.
Trotz dieser Einordnung wird Adipositas im deutschen Gesundheitssystem nicht immer als chronische Erkrankung behandelt. In der Medizin wird eine Krankheit oft mit einer klaren Funktionsstörung eines Organs verbunden. Bei Adipositas ist dieser Zusammenhang weniger eindeutig.
Einige Fachpersonen sehen Adipositas daher vor allem als Risikofaktor für andere Erkrankungen, zum Beispiel für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In dieser Sicht stehen eher die Folgen im Mittelpunkt als die Erkrankung selbst [7]. Gleichzeitig betrachten viele internationale Fachorganisationen Adipositas als eigenständige Erkrankung. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Adipositas klar als Krankheit ein.
Warum eine langfristige Behandlung wichtig ist
Viele Menschen wünschen sich, ihr Gewicht dauerhaft zu verändern. Dieser Weg kann herausfordernd sein und benötigt Zeit. Adipositas entsteht durch viele Einflüsse, die zusammenwirken. Dazu gehören körperliche, psychische und soziale Faktoren. Über längere Zeit kann sich mehr Energie im Körper ansammeln, als verbraucht wird. Gleichzeitig beeinflussen Hormone, Gewohnheiten und Lebensumstände, wie der Körper damit umgeht. Wenn sich das Gewicht verändert, passt sich der Körper an. Das Hungergefühl kann zunehmen, während gleichzeitig weniger Energie verbraucht wird.
Auch Hormone, die Hunger und Sättigung steuern, können sich verändern. Dadurch wird es für viele Menschen schwieriger, ihr Gewicht langfristig zu halten. Diese Reaktionen sind natürliche Schutzmechanismen des Körpers. Der Körper versucht, Energie zu sparen und Reserven zu sichern. Diese Prozesse laufen unbewusst ab und sind nicht einfach willentlich beeinflussbar [6].
Zusätzlich können Entzündungsprozesse im Fettgewebe eine Rolle spielen. Fettgewebe wirkt auch als aktives Organ und kann entzündliche Botenstoffe freisetzen. Diese beeinflussen den Stoffwechsel und können das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen, zum Beispiel für Diabetes Typ 2 [7]. Gerade deshalb ist es hilfreich, dich nicht nur auf kurzfristige Ziele zu konzentrieren. Eine langfristige Unterstützung kann dich dabei begleiten, Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen und langfristig beizubehalten.
Motivation
Durch den ständigen Austausch mit meiner zanadio-Beraterin und ihren KollegInnen fand ich immer ein gutes Wort und habe gelernt, mit mir nicht ´zu hart ins Gericht´ zu gehen.
Möglichkeiten der Behandlung von Adipositas
Ganzheitliche Behandlung
Bei einer ganzheitlichen Behandlung geht es darum, verschiedene Bereiche deines Alltags zu berücksichtigen. Häufig wird ein Konzept genutzt, das Ernährung, Bewegung und Verhalten miteinander verbindet [4]. Fachpersonen sprechen hier von konservativen Maßnahmen. Häufig kommt ein multimodales Konzeptzum Einsatz.
Ziel ist es, neue Gewohnheiten zu entwickeln, die langfristig in deinen Alltag passen. Dabei geht es nicht um kurzfristige Veränderungen, sondern um eine nachhaltige Unterstützung.
Medikamentöse Behandlung
Zusätzlich können medikamentöse Behandlungen eingesetzt werden. Diese kommen meist dann infrage, wenn konservative Maßnahmen allein nicht ausreichend wirken.
Einige dieser Medikamente gehören zur Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten (Abnehmspritzen). Diese Wirkstoffe wirken ähnlich wie ein körpereigenes Hormon, das nach dem Essen freigesetzt wird. Sie können das Hungergefühl verringern und das Sättigungsgefühl verstärken. Außerdem kann sich die Magenentleerung verlangsamen. Dadurch fühlen sich viele Menschen länger satt. Andere Medikamente wirken auf die Aufnahme von Nährstoffen im Körper oder beeinflussen den Stoffwechsel.
Insgesamt können diese Behandlungen dazu beitragen, die Energieaufnahme zu verringern. Eine medikamentöse Behandlung erfolgt immer in ärztlicher Begleitung. Sie sollte in ein Gesamtkonzept aus Bewegung, Ernährung und Verhalten eingebettet werden.
➚ Hier erfährst du mehr über die medikamentöse Behandlung bei Adipositas
Operative Behandlung
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann auch eine Operation in Betracht gezogen werden. Dazu gehören Verfahren wie der Magenbypass oder die Schlauchmagen-Operation. Diese Eingriffe können das Hungergefühl verringern und beeinflussen die Nahrungsaufnahme. Die meisten Menschen verlieren dadurch an Gewicht, besonders im ersten Jahr nach der Operation. Gleichzeitig handelt es sich um medizinische Eingriffe, die gut abgewogen werden sollten. Wie bei jeder Operation gibt es Risiken und mögliche Nebenwirkungen.
Auch nach einer Operation bleibt eine Anpassung des Lebensstils wichtig. Ernährung, Bewegung und Verhalten spielen weiterhin eine zentrale Rolle. Nicht alle Menschen erreichen die gleichen Ergebnisse. In einigen Fällen kann das Gewicht wieder ansteigen. Eine Operation ist daher keine schnelle oder einfache Lösung.
➚ Hier erfährst du mehr über konservative Behandlungen von Adipositas.
Wirksamkeit Adipositas Behandlung
Die Wirkung einer Behandlung kann sich von Person zu Person unterscheiden. Sie hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Ausgangssituation, der gewählten Therapie und der langfristigen Unterstützung. Im Folgenden findest du einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze [9,10]:
- *Behandlungsform: Ganzheitliche Behandlung (Ernährung, Bewegung, Verhalten) · Mögliche Ergebnisse: ca. 5–10 % Gewichtsreduktion · Einordnung*: Besonders wirksam als Kombination. Verbessert häufig Blutdruck und Blutzucker. Wichtig für langfristige Veränderungen.
- *Behandlungsform: Medikamentöse Behandlung (GLP-1) · Mögliche Ergebnisse: ca. 10–15 % Gewichtsreduktion · Einordnung*: Kann Hungergefühl und Sättigung beeinflussen. Wirksam in Kombination mit Lebensstiländerungen. Nach dem Absetzen kann das Gewicht wieder steigen.
- *Behandlungsform: Weitere medikamentöse Ansätze · Mögliche Ergebnisse: ca. 5–8 % Gewichtsreduktion · Einordnung*: Wirkt auf das Essverhalten oder die Fettaufnahme. Werden seltener eingesetzt. Neuere Wirkstoffe zeigen teils stärkere Effekte. Einsatz erfolgt individuell und unter ärztlicher Begleitung.
- *Behandlungsform: Operative Behandlung (Magenbypass, Schlauchmagen) · Mögliche Ergebnisse: ca. 15–25 % Gewichtsreduktion im ersten Jahr · Einordnung*: Auch Begleiterkrankungen können sich verbessern. Gleichzeitig ist eine Operation ein medizinischer Eingriff. Sie erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und eine langfristige Nachsorge.
Quellen
- [1] World Health Organization (2025). Obesity and overweight.
- [2] Neuhauser, H., Kuhnert, R., et al. (2025). Verbreitung von Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland. Journal of Health Monitoring.
- [3] Ludwig, D. S., & Sørensen, T. I. A. (2023). An integrated model of obesity pathogenesis. Nature Reviews Endocrinology.
- [4] World Health Organization (2019). International Classification of Diseases (ICD-10).
- [5] Grannell, A., & le Roux, C. W. (2024). Obesity as a disease: a pressing need for alignment. International Journal of Obesity.
- [6] van Baak, M. A., & Mariman, E. C. M. (2023). Mechanisms of weight regain after weight loss. Nature Reviews Endocrinology.
- [7] Saltiel, A. R., & Olefsky, J. M. (2017). Inflammatory mechanisms linking obesity and metabolic disease. Journal of Clinical Investigation.
- [8] Deutsche Adipositas-Gesellschaft (AWMF) (2024). S3-Leitlinie: Prävention und Therapie der Adipositas.
- [9] Courcoulas, A. P., et al. (2024). Long-term outcomes of bariatric surgery. JAMA.
- [10] Shi, Q., et al. (2024). Safety and effects of anti-obesity medications: a systematic review. eClinicalMedicine.
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