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Gewichtszunahme wegen Antidepressiva

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Gewichtszunahme wegen Antidepressiva

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Warum verursachen Antidepressiva eine Gewichtszunahme?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit etwa 280 Millionen Menschen an Depressionen [1]. In Deutschland gehört die Erkrankung, zusammen mit Angststörungen, zu den häufigsten psychischen Leiden. Zur Behandlung wird häufig eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten empfohlen.

Antidepressiva können Betroffenen helfen, die Symptome ihrer Depression zu lindern. Allerdings berichten Patient:innen, dass sie während der Einnahme an Gewicht zunehmen. Studien zeigen, dass der Effekt je nach Wirkstoff unterschiedlich stark ausfallen kann [2]. Mögliche Gründe hierfür sind:

  • Appetitsteigerung: Manche Wirkstoffe fördern die Rückkehr des Appetits, der durch die Depression oft vermindert war.
  • Veränderung des Stoffwechsels: Einige Medikamente beeinflussen den Energieverbrauch des Körpers.
  • Wassereinlagerungen: Wirkstoffe wie Mirtazapin können Ödeme verursachen, die das Körpergewicht kurzfristig erhöhen [3].

Vergleich: Welche Wirkstoffe begünstigen eine Gewichtszunahme?

Nicht alle Antidepressiva wirken gleich. Eine aktuelle Studie verglich die Auswirkungen verschiedener Wirkstoffe auf das Körpergewicht [4]:

  • Zu einer Gewichtszunahme führende Wirkstoffe: Mirtazapin, Sertralin, Escitalopram, Paroxetin, Venlafaxin, Duloxetin
  • Geringe Gewichtszunahme: Bupropion

Die Forschenden vermuten, dass Menschen, die Bupropion einnehmen, weniger Hunger verspüren, weil der Wirkstoff bestimmte Prozesse im Körper aktiviert, die den Appetit regulieren und Hungerhormone hemmen können [5]. Dennoch sind weitere Studien nötig, um die genauen Mechanismen und den Einfluss der Dosierung zu untersuchen.

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Wie kann ich eine Gewichtszunahme durch Antidepressiva vermeiden?

Obwohl eine Gewichtszunahme belastend sein kann, gibt es Möglichkeiten, gegenzusteuern. Beachte dabei, dass die Wirkung von Antidepressiva individuell unterschiedlich ist und viele Faktoren – wie Hormonhaushalt, andere Medikamente oder Lebensstil – eine Rolle spielen.

1. Achte auf deine Getränkeauswahl

Zu Beginn der Einnahme leiden einige Patient:innen unter Mundtrockenheit. Statt zuckerhaltige Getränke zu wählen, solltest du Wasser oder ungesüßten Tee trinken. So vermeidest du unnötige Kalorien.

2. Plane deine Mahlzeiten

Regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten verhindern Heißhungerattacken und fördern eine kontrollierte Kalorienzufuhr. Plane deine Mahlzeiten im Voraus, um gesündere Entscheidungen zu treffen.

3. Vermeide Radikaldiäten

Radikale Diäten sind oft kontraproduktiv. Entscheide dich stattdessen für eine langfristige Ernährungsumstellung mit nährstoffreichen Lebensmitteln und moderaten Portionsgrößen.

4. Bewege dich regelmäßig

Sport und Bewegung helfen nicht nur bei Depressionen, sondern unterstützen auch den Kalorienverbrauch. Wähle eine Aktivität, die dir Freude bereitet – sei es ein Spaziergang, Yoga oder ein Tanzkurs.

Alternativen und Anpassung der Medikamente

Falls du trotz dieser Strategien eine problematische Gewichtszunahme feststellst, dokumentiere deinen Alltag: Notiere deine Ernährung, Bewegung, Schlafgewohnheiten und Stresslevel. Diese Informationen können deinem Arzt oder deiner Ärztin helfen, eine passende Lösung mit dir zu finden.

Mögliche Optionen:

  • Medikamentenwechsel: Besprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, ob ein Wechsel zu einem anderen Wirkstoff sinnvoll ist.
  • Pflanzliche Alternativen: Johanniskraut gilt als mögliche pflanzliche Alternative, ist jedoch nicht für jede:n geeignet [6]. Auch der Wechsel zu einem pflanzlichen Präparat sollte immer mit den behandelnden Ärzt:innen besprochen werden.
  • Entspannungstechniken: Methoden wie Yoga, Atemübungen oder Meditation können helfen, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu steigern.

Wie gehe ich mit der Gewichtszunahme um?

Gewichtszunahme in Kombination mit Depressionen kann belastend sein. Scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – sei es durch eine Psychotherapie, Ernährungsberatung oder ein auf dich abgestimmtes Bewegungsprogramm. Oft ist es diese Kombination, die langfristig hilft.

Fazit

Antidepressiva können Nebenwirkungen wie eine Gewichtszunahme haben, doch es gibt viele Strategien, um dieser Herausforderung zu begegnen. Plane deine Ernährung, integriere Bewegung in deinen Alltag und suche bei Bedarf professionelle Unterstützung. Mit der richtigen Betreuung findest du Lösungen, die zu deinem Leben passen.

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