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Was ist ein Hormonbauch?

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

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Was ist ein Hormonbauch?

Der Begriff Hormonbauch ist kein wissenschaftlicher Fachbegriff und schwer zu definieren. Allgemein versteht man darunter eine Zunahme oder Fettpolster am Bauch, die durch ein hormonelles Ungleichgewicht verursacht oder begünstigt werden. Dieses Phänomen tritt bei Frauen auf, da bei ihnen ein Ungleichgewicht zwischen den Sexualhormonen Östrogen und Progesteron auftreten kann.

Einige Menschen bezeichnen als Hormonbauch Fett, das sich zwischen den Organen befindet (viszerales Fett). Andere meinen damit besonders hartnäckige Fettpolster. In diesem Artikel geht es um das viszerale Fett und wie du es loswerden kannst.

➚ Hier liest du mehr über die anderen Fettarten.

Hormonbauch Symptome: So erkennst du viszerales Bauchfett

Hormone beeinflussen das Gewicht und die Fettverteilung. Frauen neigen dazu, Fett an Hüften und Gesäß einzulagern, während Männer eher am Bauch zunehmen. Bei Frauen mit einem Hormonbauch handelt es sich um viszerales Fettgewebe, das sich nicht als Fettrollen greifen lässt.

Du erkennst einen Hormonbauch daran, dass sowohl dein Taillen- als auch dein Bauchumfang zunehmen. Du fühlst dich möglicherweise aufgebläht. Weitere Anzeichen eines hormonellen Ungleichgewichts können Erschöpfung, Nervosität und Schlafprobleme sein.

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Hormonbauch durch ein hormonelles Ungleichgewicht

Bei gesunden Frauen im gebärfähigen Alter regulieren Östrogen und Progesteron den monatlichen Zyklus. Östrogen sorgt für die weibliche Fettverteilung [1] und spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel [4]. Progesteron fördert hingegen die Insulinausschüttung, was zu Heißhunger führen kann, und unterstützt die Fettbildung [5].

Normalerweise halten sich Östrogen und Progesteron im Gleichgewicht. Doch viele Faktoren können dieses Gleichgewicht stören. Ein hoher Progesteronspiegel und ein niedriger Östrogenspiegel führen dazu, dass sich Fett vermehrt am Bauch anlagert.

Hormonbauch in oder nach den Wechseljahren

In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Produktion von Östrogen und Progesteron ein [6]. Der sinkenden Östrogenspiegel verändert die Fettverteilung: Mehr Fett im Bauchraum und weniger an Hüfte und Beinen [7]. Durch diese Zunahme an Bauchfett steigt das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall [8]. Viele Frauen nehmen während der Wechseljahre zu, was zum Teil auf weniger Bewegung und den Wegfall der positiven Effekte des Östrogens auf das Körpergewicht zurückzuführen ist [9].

Tipps, um den Hormonbauch loswerden

Junge, gesunde Frauen sollten ihren Hormonspiegel von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin überprüfen lassen, um ein hormonelles Ungleichgewicht zu behandeln. In den Wechseljahren kann eine Hormonersatztherapie Beschwerden wie Hitzewallungen lindern, hat aber wenig Einfluss auf Gewicht und Fettverteilung [10].

Gezieltes Abnehmen am Bauch – geht das?

Am Bauch lässt sich nicht gezielt abnehmen. Studien weisen darauf hin, dass Hula Hoop beim Abnehmen in der Bauchregion hilft. Krafttraining für den Rumpf stärkt die Muskulatur und fördert eine aufrechte Körperhaltung, was den Bauch definierter erscheinen lässt.

Hormonbauch abnehmen mit ausgewogener Ernährung

Um einen Hormonbauch loszuwerden und das kardiovaskuläres Krankheitsrisiko zu senken, ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion wichtig. Wenn du insgesamt abnimmst, reduziert sich auch der Hormonbauch.
Quellen
  1. [1] Palmer, B. F., & Clegg, D. J. (2015). The sexual dimorphism of obesity. Molecular and cellular endocrinology, 402, 113–119.
  2. [2] Löfqvist, H. (2021). Hormone. In: Hormontherapie in den Wechseljahren. Springer, Berlin, Heidelberg.
  3. [3] Werny, F., Schlatt, S. (2019). Reproduktive Funktion der Frau. In: Brandes, R., Lang, F., Schmidt, R.F. (eds) Physiologie des Menschen. Springer-Lehrbuch. Springer, Berlin, Heidelberg.
  4. [4] Brown, L. M., & Clegg, D. J. (2010). Central effects of estradiol in the regulation of food intake, body weight, and adiposity. The Journal of steroid biochemistry and molecular biology, 122(1-3), 65-73.
  5. [5] Kalkhoff, R. K. (1982). Metabolic effects of progesterone. American journal of obstetrics and gynecology, 142(6), 735-738.
  6. [6] Fillenberg, S. (2017). Klimakterium – die Wechseljahre. In: Basiswissen Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer-Lehrbuch. Springer, Berlin, Heidelberg.
  7. [7] Toth, M. J., Tchernof, A., Sites, C. K., & Poehlman, E. T. (2000). Menopause‐related changes in body fat distribution. Annals of the New York Academy of Sciences, 904(1), 502-506.
  8. [8] Elffers, T. W., de Mutsert, R., Lamb, H. J., de Roos, A., Willems van Dijk, K., Rosendaal, F. R., … & Trompet, S. (2017). Body fat distribution, in particular visceral fat, is associated with cardiometabolic risk factors in obese women. PloS one, 12(9), e0185403.
  9. [9] Pasquali, R., Casimirri, F., Labate, A. M., Tortelli, O., Pascal, G., Anconetani, B., Gatto, M. R., Flamia, R., Capelli, M., & Barbara, L. (1994). Body weight, fat distribution and the menopausal status in women. The VMH Collaborative Group. International journal of obesity and related metabolic disorders : journal of the International Association for the Study of Obesity, 18(9), 614–621.
  10. [10] Kongnyuy, E. J., Norman, R. J., Flight, I. H., Rees, M. C., & Cochrane Gynaecology and Fertility Group. (1996). Oestrogen and progestogen hormone replacement therapy for peri‐menopausal and post‐menopausal women: weight and body fat distribution. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2011(4).

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