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Starkes Schwitzen bei Übergewicht

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Starkes Schwitzen bei Übergewicht

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Schwitzen Menschen mit Übergewicht mehr?

Jeder Mensch schwitzt. Wenn Schweiß über die Hautporen ausgeschieden wird, verdunstet er. Der Körper kühlt sich ab. Der Organismus reguliert auf diesem Weg den Wärmehaushalt.

Werden mehrmals täglich Socken, Hose und T-Shirt gewechselt, leidest du womöglich unter verstärktem Schwitzen. Bei krankhaft starkem Schwitzen sprechen Mediziner:innen von einer Hyperhidrose [1].

Menschen mit Übergewicht haben nicht nur ein erhöhtes Risiko, an Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken. Auch starkes Schwitzen kann ein Symptom sein. Adipositas führt häufig dazu, dass die Seele leidet. Das begünstigt psychische Erkrankungen.

Beachte jedoch, nicht alle Menschen mit Übergewicht leiden unter verstärktem Schwitzen. Krankhaftes Schwitzen kann auch bei normalgewichtigen Menschen vorkommen.

Durch das starke Schwitzen wird der Alltag erschwert: Schweiß führt zu feuchter Kleidung und abgekühlter Schweiß wiederum zu einem oft unangenehmen Geruch. Betroffene fühlen sich gestresst und haben mit Scham zu kämpfen, was sich auf die Psyche niederschlägt. Die Folgen können soziale Isolation und Einsamkeit sein.

Ursachen: Das steckt hinter starkem Schwitzen

Die Ursachen von starkem Schwitzen konnten bisher nicht abschließend erforscht werden. Es wird angenommen, dass eine Fehlfunktion im Nervensystem daran beteiligt ist. In anderen Fällen tritt das verstärkte Schwitzen krankheitsbedingt oder als Folge der Einnahme bestimmter Medikamente auf.

1. Schwitzen als Folge von Bewegung und Stress

Nicht immer verbirgt sich hinter Schweißausbrüchen krankhaftes Schwitzen. In vielen Alltagssituationen kommt es zu vermehrter Schweißbildung. Wenn du Sport treibst oder aufgeregt und gestresst bist, schwitzt du wahrscheinlich mehr.

2. Höhere Schweißproduktion durch mehr Energieaufwand

Menschen mit Übergewicht produzieren mehr Wärme, und durch die überschüssigen Kilos muss der Körper mehr Energie aufwenden. Das führt häufig zu stärkerem Schwitzen. Vor allem an wärmeren Tagen fühlen sich dadurch viele Körperpartien feucht bis nass an.

3. Schwitzen aufgrund der Ernährung

Bestimmte Lebensmittel, die wir essen, tragen zum Schwitzen bei. Wenn Chili häufiger auf deinem Speiseplan steht, schwitzt du vermutlich etwas stärker. Verantwortlich dafür ist das darin enthaltene Capsaicin, das für die Schärfe sorgt, dem aber auch gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt werden. So wird beispielsweise angenommen, dass der Wirkstoff das Risiko senkt, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln [2]. Auch andere scharfe Gewürze, wie Pfeffer, Curry, Peperoni oder Senf können vermehrtes Schwitzen hervorrufen. Besonders fettiges Fleisch regt ebenso die Schweißproduktion an, wie Alkohol und koffeinhaltige Getränke (hervorgerufen durch einen erhöhten Blutdruck und eine gesteigerte Herzfrequenz) [4].

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Bei zanadio gefällt mir, dass es in dem Sinne keine Verbote gibt.

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Wie Hormone und Schwitzen zusammenhängen

Hormonelle Veränderungen, unter denen Menschen im Laufe ihres Lebens leiden, können Schweißausbrüche verursachen. Ein Beispiel sind die Wechseljahre bei Frauen. Es wird davon ausgegangen, dass dies auf Unregelmäßigkeiten im Östrogenhaushalt zurückzuführen ist.

Auch Stresshormone können zu verstärktem Schwitzen führen. Hierzu zählt Adrenalin, das die Schweißproduktion bei Menschen ankurbelt.

Heranwachsende leiden während der Pubertät manchmal unter verstärktem Schwitzen. Dies hängt ebenfalls mit dem Hormonhaushalt zusammen. Weitere Situationen, in denen es hormonell bedingt zu verstärktem Schwitzen kommen kann, sind Schwangerschaft und Stillzeit.

Ob Stress oder andere Ursachen, falls du plötzlich vermehrt schwitzt, lasse dies ärztlich abklären. Möglicherweise ist das Schwitzen auf eine bestehende Grunderkrankung zurückzuführen. Ein Gespräch sowie körperliche Untersuchungen bei deinem Arzt oder deiner Ärztin geben Aufschluss über mögliche Ursachen [3].

5 Tipps gegen Schwitzen bei Übergewicht

Menschen, die stark schwitzen, wünschen sich eine Lösung dagegen. Eine stärkere Schweißproduktion lässt sich nicht von heute auf morgen einstellen. Dennoch gibt es Wege, die helfen:

1. Abnehmen bei Übergewicht

Wenn du unter Übergewicht oder Adipositas leidest, hilft dir eine Gewichtsreduktion. Wenn du Körpergewicht verlierst, muss der Organismus weniger Energie aufwenden. Bei alltäglicher Bewegung wird weniger Schweiß produziert.

Vor allem eine langfristig angelegte Gewichtsabnahme hilft. Dies erfolgt mit der Hilfe einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung im Alltag. Auch eine Verhaltenstherapie, die im Rahmen der Gewichtsreduktion erfolgt, unterstützt dich.

Beachte: Auch wenn du abnimmst, ist es normal, dass du mehr Schweiß als früher produzierst. Wenn du dich bisher seltener bewegt hast und nun Sport und Bewegung in deinen Alltag integrierst, schwitzt du mehr. Es ist kein negatives Zeichen, intensiver zu schwitzen.

2. Stress reduzieren

Bei stressbedingtem Schwitzen hilft es, sich im Alltag zu entspannen. Dies beugt nicht nur Schweißausbrüchen vor, sondern hat auch Vorteile für das mentale Wohlbefinden. Stress zu reduzieren und sich mehr Pausen zu gönnen, tut der Seele gut. Bewegung, Entspannungsübungen und Gespräche mit Vertrauenspersonen helfen, den alltäglichen Stress zu reduzieren.

3. Hausmittel einsetzen

Ob Salbeitee trinken, Wechselduschen durchführen oder Zitrone und ätherische Öle als Körperpflege anwenden: Es gibt Hausmittel, denen nachgesagt wird, dass sie bei einer höheren Schweißproduktion helfen. Ob und welche Mittel unterstützen, kann nicht vorausgesagt werden. Jeder Körper reagiert anders. Hausmittel, welche die Haut nicht irritieren, können ausprobiert und bei Bedarf regelmäßig in deinen Alltag integriert werden.

4. Milde Speisen verzehren

Du schwitzt intensiv und merkst, dass scharfe Speisen den Zustand zusätzlich verstärken? Setze auf mild gewürzte Mahlzeiten in deinem Speiseplan. Zusätzlich sorgen z. B. fettige Speisen sowie der Konsum von Genussmitteln, zu denen beispielsweise Alkohol gehört, für eine erhöhte Schweißproduktion. Alkohol führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, unter anderem in der Haut. Dadurch steigt die Hauttemperatur, was der Körper durch Schwitzen reguliert [4].

Tipp: Wenn du Kaffee trinkst, ist es ebenfalls möglich, dass dein Körper mehr Schweiß produziert. Vor allem an warmen Tagen ist es deshalb hilfreich, weniger Koffein zu konsumieren. Greife stattdessen vermehrt zu Wasser, Tee oder Schorlen.

5. Leichte Kleidung und Materialien tragen

Luftige Kleidung hilft, weniger zu schwitzen. Vor allem Leinen und Bambus gehören an wärmeren Tagen zu den Stoffen, die du bevorzugen solltest. Die Materialien absorbieren Schweiß. Auf künstliche Fasern, welche die Haut nicht gut atmen lassen, solltest verzichtet werden. Dazu gehören Nylon und Polyester.

Achte auf darauf, dass die Kleidung nicht kratzt und du dich darin wohlfühlst. Andernfalls führen Schweiß und enge, unbequeme Sachen oft zu Juckreiz und Hautausschlägen. Dies verschlimmert die Problematik.

Worauf du achten solltest

Wenn du schwitzt, setzt sich die Feuchtigkeit – vor allem bei Übergewicht – in den Hautfalten ab. Festgesetzter, trockener Schweiß auf der Haut und in der Kleidung führen zu einem unangenehmen Geruch. Unter Umständen begünstigt die Feuchtigkeit, dass es zu Hautirritationen kommt. Bakterien mögen das feuchtwarme Milieu auf der Haut.

Achte auf die Hygiene. Wechsle die Kleidung im Alltag regelmäßig. Gehe täglich duschen. Nach dem Sport ist es wichtig, sich zu waschen und feuchte Kleidung gegen frische auszutauschen.

Hinweis: Eine körperliche Untersuchung bei starkem Schwitzen ist empfehlenswert. Hausmittel und eigens durchgeführte Maßnahmen ersetzen einen Besuch bei deinem Arzt oder deiner Ärztin nicht.

Quellen
  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. [4] Muncie HL Jr, Yasinian Y, Oge‘ L. Outpatient management of alcohol withdrawal syndrome. Am Fam Physician. 2013 Nov 1;88(9):589-95. PMID: 24364635.

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