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Helfen Bitterstoffe beim Abnehmen?
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Was sind Bitterstoffe?
Bitterstoffe sind bitter schmeckende Pflanzenstoffe, die Pflanzen als Schutz vor Fressfeinden wie Raupen oder Schnecken dienen. Obwohl bitter oft als giftig gilt, können einige Bitterstoffe für uns Menschen gesundheitliche Vorteile haben [1]. Die spezifischen Wirkungen hängen jedoch von der Art der Bitterstoffe ab.
Gesunde Bitterstoffe sind z. B. in Koffein, dunkler Schokolade, grünem Blattgemüse, bestimmten Obstsorten oder Heilkräutern wie der Enzianwurzel enthalten. Eine ausführliche Liste sowie Rezepte mit verschiedenen Bitterstoffen findest du weiter unten.
Bitter als Geschmacksrichtung
Bitter gehört neben süß, salzig, sauer und umami (herzhaft) zu den fünf Geschmacksrichtungen, die wir auf unserer Zunge wahrnehmen können. Bitter nimmst du vielleicht als sehr intensiv und eher unangenehm wahr, da die Geschmacksrezeptoren auf deiner Zunge auf bitter stärker reagieren als auf süß. Unsere Lebensmittel sind oft mit Zucker und anderen Geschmacksverstärkern angereichert, wodurch Bitteres noch unangenehmer wirken kann. Daher ist bitter die unbeliebteste aller Geschmacksrichtungen.
Bitteres wird oft aus Nahrungsmitteln herausgezüchtet. Möchtest du mehr Bitterstoffe zu dir nehmen, frage am besten auf dem Markt nach, in welchem Gemüse und Obst sie noch enthalten sind. Du kannst dich Schritt für Schritt wieder an Bitterstoffe gewöhnen, indem du sie langsam in deine Ernährung einbindest. Je öfter du Bitteres isst oder unter deine Speisen mischst, desto angenehmer schmeckt es irgendwann (Mere-Exposure-Effekt) [1].
Wirkung von Bitterstoffen
Neben ihren geschmacklichen Eigenschaften können Bitterstoffe einige gesundheitliche Vorteile haben, wie z. B.:
- Eine verbesserte Verdauung
- Anregung des Fettstoffwechsels in Leber und Galle
- Ein schnelleres Sättigungsgefühl
- Blutzuckerregulierend und beugt somit Heißhunger vor
- Durchblutungsfördernd
- Potenziell entlastend für das Herz-Kreislauf-System
- Immunsystem stärkend [2,3,4]
Einige dieser Vorteile sind besser dokumentiert als andere und bedürfen weiterer Forschung.
Bitterstoffe und die Verdauung
Bitterstoffe fördern den Speichelfluss, verbessern die Magensaft- und Gallensaftproduktion und regen somit die Fettverdauung und die Darmtätigkeit an. Sie können schweres Essen bekömmlicher machen und eignen sich gut als Vorspeise, z. B. in Form eines Salates vor deftigen und fettigen Gerichten. [4]
Bitterstoffe sollten nicht bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, Gallensteinen oder einem übersäuerten Magen eingenommen werden. Durch die Anregung der Magensäure können sich die Symptome verstärken. [4]
Bitterstoffe und die Leber
Bitterstoffe und der Blutzuckerspiegel
Bitterstoffe gegen Heißhunger
Helfen Bitterstoffe beim Abnehmen?
Lebensmittel mit Bitterstoffen
Wenn du Leber, Galle, Magen, Darm und deinem Immunsystem etwas Gutes tun willst, solltest du mehrmals pro Woche Bitterstoffe zu dir nehmen. Im Handel gibt es Bitterstoff-Tropfen oder -Sprays, die du vor oder nach dem Essen einnehmen kannst. Auch gibt es Medikamente mit z. B. Mariendistel oder Artischocke.
Besonders viele Bitterstoffe liefern folgende Lebensmittel [4,6,7,8,10]:
- Artischocken
- Löwenzahn (vor allem die Stiele)
- Endiviensalat, Radicchio, Chicorée
- Wermutkraut (z. B. als Tee oder Presssaft)
- Enzianwurzel
- Mariendistel
- Kaffee
- Dunkle Schokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil
In geringen Mengen findest du Bitterstoffe auch in:
- Grünem Blattgemüse wie Rucola, Spinat, Grünkohl, Mangold, Rosenkohl
- Fenchel, Linsen, Kohlrabi, Auberginen, Bittermelonen
- Zitrusfrüchten wie Grapefruit, Pomelo
- Gewürzen wie Pfeffer, Kurkuma, Kardamom, Ingwer, Koriander, Thymian, Estragon, Zimt, Fenchelsamen, Senf, Muskatnuss, Knoblauch
- Kräutern wie Petersilie, Pfefferminze, Salbei, Lavendelblüten
- Oliven
- Brennnessel
- Grünem Tee
- Hopfen
Motivation
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Rezepte mit Bitterstoffen
Die meisten Bitterstoffe sind hitzeempfindlich, was den Bittergehalt von Lebensmitteln beeinflussen kann. Um bestmöglich von den bitteren Stoffen zu profitieren, sollten diese Lebensmittel also roh verzehrt oder nur kurz gedämpft werden. Einige Bitterstoffe sind jedoch hitzestabil, wie z. B. der Chicorée. Dort werden die Bitterstoffe zum Teil erst durch das Garen aufgeschlossen.
Bitteres Gemüse lässt sich gut mit Tomaten oder Früchten kombinieren, damit deren Süße und Säure die Bitterstoffe ein wenig ausgleichen. Mögliche Gerichte mit Bitterstoffen sind z. B. ein Chicorée-Orangen-Salat, ein Löwenzahn-Mango-Salat oder ein Mangold-Artischocken-Auflauf.
Fazit
Quellen
- [1] Hassan L, Newman L, Keast R, Danaher J, Biesiekierski JR. (2023): The effect of gastrointestinal bitter sensing on appetite regulation and energy intake: A systematic review. Appetite. 2023 Jan 1;180:106336.
- [2] Bielenberg, Jens. (2012). Die blutzuckersenkende und fettabbauende Aktivität der Bittermelone – Neue Erkenntnisse hinsichtlich der Wirkmechanismen. Zeitschrift für Phytotherapie. 33. 215-220. 10.1055/s-0032-1309275.
- [3] McMullen MK, Whitehouse JM, Towell A. (2015): Bitters: Time for a New Paradigm. Evid Based Complement Alternat Med.
- [4] Rezaie P, Bitarafan V, Horowitz M, Feinle-Bisset C. (2021): Effects of Bitter Substances on GI Function, Energy Intake and Glycaemia-Do Preclinical Findings Translate to Outcomes in Humans? In: Nutrients. 2021 Apr 16;13(4):1317.
- [5] Xiao Q, Sinha R, Graubard BI, Freedman ND. (2014): Inverse associations of total and decaffeinated coffee with liver enzyme levels in National Health and Nutrition Examination Survey 1999-2010. In: Hepatology. 2014 Dec;60(6):2091-8.
- [6] Gillessen A, Schmidt HH. (2020): Silymarin as Supportive Treatment in Liver Diseases: A Narrative Review. In: Adv Ther. 2020 Apr;37(4):1279-1301.
- [7] Loffredo L, Baratta F, Ludovica P, Battaglia S, Carnevale R, Nocella C, Novo M, Pannitteri G, Ceci F, Angelico F, Violi F, Del Ben M. (2017): Effects of dark chocolate on endothelial function in patients with non-alcoholic steatohepatitis. Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2017 Nov 13;28(2):143-149.
- [8] Ernährungs-Docs (2024): Bitterstoffe: So gesund sind Mangold, Chicorée und Co. In: (letzter Aufruf: 28.02.2024).
- [9] Barrea L, Annunziata G, Muscogiuri G, Arnone A, Tenore GC, Colao A, Savastano S. (2019): Could hop-derived bitter compounds improve glucose homeostasis by stimulating the secretion of GLP-1? Crit Rev Food Sci Nutr. 2019;59(3):528-535.
- [10] Ernährungs-Docs (2024): Bitterstoffe: So gesund sind Mangold, Chicorée und Co. In: (letzter Aufruf: 28.02.2024).
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