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Helfen Bitterstoffe beim Abnehmen?

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Helfen Bitterstoffe beim Abnehmen?

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Was sind Bitterstoffe?

Bitterstoffe sind bitter schmeckende Pflanzenstoffe, die Pflanzen als Schutz vor Fressfeinden wie Raupen oder Schnecken dienen. Obwohl bitter oft als giftig gilt, können einige Bitterstoffe für uns Menschen gesundheitliche Vorteile haben [1]. Die spezifischen Wirkungen hängen jedoch von der Art der Bitterstoffe ab.

Gesunde Bitterstoffe sind z. B. in Koffein, dunkler Schokolade, grünem Blattgemüse, bestimmten Obstsorten oder Heilkräutern wie der Enzianwurzel enthalten. Eine ausführliche Liste sowie Rezepte mit verschiedenen Bitterstoffen findest du weiter unten.

Bitter als Geschmacksrichtung

Bitter gehört neben süß, salzig, sauer und umami (herzhaft) zu den fünf Geschmacksrichtungen, die wir auf unserer Zunge wahrnehmen können. Bitter nimmst du vielleicht als sehr intensiv und eher unangenehm wahr, da die Geschmacksrezeptoren auf deiner Zunge auf bitter stärker reagieren als auf süß. Unsere Lebensmittel sind oft mit Zucker und anderen Geschmacksverstärkern angereichert, wodurch Bitteres noch unangenehmer wirken kann. Daher ist bitter die unbeliebteste aller Geschmacksrichtungen.

Bitteres wird oft aus Nahrungsmitteln herausgezüchtet. Möchtest du mehr Bitterstoffe zu dir nehmen, frage am besten auf dem Markt nach, in welchem Gemüse und Obst sie noch enthalten sind. Du kannst dich Schritt für Schritt wieder an Bitterstoffe gewöhnen, indem du sie langsam in deine Ernährung einbindest. Je öfter du Bitteres isst oder unter deine Speisen mischst, desto angenehmer schmeckt es irgendwann (Mere-Exposure-Effekt) [1].

Kennst du deinen BMI?

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Wirkung von Bitterstoffen

Neben ihren geschmacklichen Eigenschaften können Bitterstoffe einige gesundheitliche Vorteile haben, wie z. B.:

  • Eine verbesserte Verdauung
  • Anregung des Fettstoffwechsels in Leber und Galle
  • Ein schnelleres Sättigungsgefühl
  • Blutzuckerregulierend und beugt somit Heißhunger vor
  • Durchblutungsfördernd
  • Potenziell entlastend für das Herz-Kreislauf-System
  • Immunsystem stärkend [2,3,4]

Einige dieser Vorteile sind besser dokumentiert als andere und bedürfen weiterer Forschung.

Bitterstoffe und die Verdauung

Bitterstoffe fördern den Speichelfluss, verbessern die Magensaft- und Gallensaftproduktion und regen somit die Fettverdauung und die Darmtätigkeit an. Sie können schweres Essen bekömmlicher machen und eignen sich gut als Vorspeise, z. B. in Form eines Salates vor deftigen und fettigen Gerichten. [4]

Bitterstoffe sollten nicht bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, Gallensteinen oder einem übersäuerten Magen eingenommen werden. Durch die Anregung der Magensäure können sich die Symptome verstärken. [4]

Bitterstoffe und die Leber

Bitterstoffe wie Kaffee, dunkle Schokolade, Bittergemüse oder Mariendistel können potenziell positive Effekte auf deine Leber haben und möglicherweise erhöhte Leberwerte senken. [5,6,7,8]

Bitterstoffe und der Blutzuckerspiegel

Studien zeigen, dass einige Bitterstoffe zu einer erhöhten Insulinproduktion führen und somit eine regulierende Wirkung auf deinen Blutzucker haben können [3]. Diese Effekte variieren jedoch je nach Art und Konzentration der Bitterstoffe und erfordern weitere Forschung.

Bitterstoffe gegen Heißhunger

Aufgrund der regulierenden Wirkung auf den Blutzucker wirken Bitterstoffe gegen Heißhungerattacken. Bitterstoffe docken an bestimmten Darmzellen an und fördern dort die Produktion des körpereigenen Hormons GLP-1 (Glucagon-like Peptide 1), welches ein schnelleres Sättigungsgefühl hervorruft. [1]

Helfen Bitterstoffe beim Abnehmen?

Zusammengefasst können dich Bitterstoffe beim gesunden Abnehmen unterstützen. Sie fördern die Verdauung, regen den Fettstoffwechsel an, sorgen für ein besseres Sättigungsgefühl und reduzieren Heißhungerattacken [1,3,4,9]. Sie werden auch als mögliche Strategie für die Behandlung und Prävention von Adipositas und Typ-2-Diabetes diskutiert. Weitere Studien müssen jedoch folgen. [3]

Lebensmittel mit Bitterstoffen

Wenn du Leber, Galle, Magen, Darm und deinem Immunsystem etwas Gutes tun willst, solltest du mehrmals pro Woche Bitterstoffe zu dir nehmen. Im Handel gibt es Bitterstoff-Tropfen oder -Sprays, die du vor oder nach dem Essen einnehmen kannst. Auch gibt es Medikamente mit z. B. Mariendistel oder Artischocke.

Besonders viele Bitterstoffe liefern folgende Lebensmittel [4,6,7,8,10]:

  • Artischocken
  • Löwenzahn (vor allem die Stiele)
  • Endiviensalat, Radicchio, Chicorée
  • Wermutkraut (z. B. als Tee oder Presssaft)
  • Enzianwurzel
  • Mariendistel
  • Kaffee
  • Dunkle Schokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil

In geringen Mengen findest du Bitterstoffe auch in:

  • Grünem Blattgemüse wie Rucola, Spinat, Grünkohl, Mangold, Rosenkohl
  • Fenchel, Linsen, Kohlrabi, Auberginen, Bittermelonen
  • Zitrusfrüchten wie Grapefruit, Pomelo
  • Gewürzen wie Pfeffer, Kurkuma, Kardamom, Ingwer, Koriander, Thymian, Estragon, Zimt, Fenchelsamen, Senf, Muskatnuss, Knoblauch
  • Kräutern wie Petersilie, Pfefferminze, Salbei, Lavendelblüten
  • Oliven
  • Brennnessel
  • Grünem Tee
  • Hopfen

Motivation

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Rezepte mit Bitterstoffen

Die meisten Bitterstoffe sind hitzeempfindlich, was den Bittergehalt von Lebensmitteln beeinflussen kann. Um bestmöglich von den bitteren Stoffen zu profitieren, sollten diese Lebensmittel also roh verzehrt oder nur kurz gedämpft werden. Einige Bitterstoffe sind jedoch hitzestabil, wie z. B. der Chicorée. Dort werden die Bitterstoffe zum Teil erst durch das Garen aufgeschlossen.

Bitteres Gemüse lässt sich gut mit Tomaten oder Früchten kombinieren, damit deren Süße und Säure die Bitterstoffe ein wenig ausgleichen. Mögliche Gerichte mit Bitterstoffen sind z. B. ein Chicorée-Orangen-Salat, ein Löwenzahn-Mango-Salat oder ein Mangold-Artischocken-Auflauf.

Fazit

Bestimmte Bitterstoffe sind gesund und können dir beim Abnehmen helfen. Sie fördern die Verdauung, regulieren den Blutzucker und reduzieren Heißhunger, was zu einem schnelleren Sättigungsgefühl führt. Bitterstoffe sind in vielen Lebensmitteln enthalten und können auch in Form von Tropfen oder Medikamenten eingenommen werden.
Quellen
  1. [1] Hassan L, Newman L, Keast R, Danaher J, Biesiekierski JR. (2023): The effect of gastrointestinal bitter sensing on appetite regulation and energy intake: A systematic review. Appetite. 2023 Jan 1;180:106336.
  2. [2] Bielenberg, Jens. (2012). Die blutzuckersenkende und fettabbauende Aktivität der Bittermelone – Neue Erkenntnisse hinsichtlich der Wirkmechanismen. Zeitschrift für Phytotherapie. 33. 215-220. 10.1055/s-0032-1309275.
  3. [3] McMullen MK, Whitehouse JM, Towell A. (2015): Bitters: Time for a New Paradigm. Evid Based Complement Alternat Med.
  4. [4] Rezaie P, Bitarafan V, Horowitz M, Feinle-Bisset C. (2021): Effects of Bitter Substances on GI Function, Energy Intake and Glycaemia-Do Preclinical Findings Translate to Outcomes in Humans? In: Nutrients. 2021 Apr 16;13(4):1317.
  5. [5] Xiao Q, Sinha R, Graubard BI, Freedman ND. (2014): Inverse associations of total and decaffeinated coffee with liver enzyme levels in National Health and Nutrition Examination Survey 1999-2010. In: Hepatology. 2014 Dec;60(6):2091-8.
  6. [6] Gillessen A, Schmidt HH. (2020): Silymarin as Supportive Treatment in Liver Diseases: A Narrative Review. In: Adv Ther. 2020 Apr;37(4):1279-1301.
  7. [7] Loffredo L, Baratta F, Ludovica P, Battaglia S, Carnevale R, Nocella C, Novo M, Pannitteri G, Ceci F, Angelico F, Violi F, Del Ben M. (2017): Effects of dark chocolate on endothelial function in patients with non-alcoholic steatohepatitis. Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2017 Nov 13;28(2):143-149.
  8. [8] Ernährungs-Docs (2024): Bitterstoffe: So gesund sind Mangold, Chicorée und Co. In: (letzter Aufruf: 28.02.2024).
  9. [9] Barrea L, Annunziata G, Muscogiuri G, Arnone A, Tenore GC, Colao A, Savastano S. (2019): Could hop-derived bitter compounds improve glucose homeostasis by stimulating the secretion of GLP-1? Crit Rev Food Sci Nutr. 2019;59(3):528-535.
  10. [10] Ernährungs-Docs (2024): Bitterstoffe: So gesund sind Mangold, Chicorée und Co. In: (letzter Aufruf: 28.02.2024).

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