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Ernährung bei Adipositas für den Alltag

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Ernährung bei Adipositas für den Alltag

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Was ist eine gesunde Ernährung bei Adipositas?

Eine ausgewogene Ernährung versorgt deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, ohne dass du mehr Energie aufnimmst, als du benötigst. Sie kann dich beim Abnehmen unterstützen, dein Gewicht langfristig stabilisieren und das Wohlbefinden verbessern. Auch das Risiko für Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkprobleme kann sinken und damit auch ernährungsbedingte Schmerzen lindern [1].

Dabei geht es nicht um nicht Verzicht, sondern um die bewusste Auswahl: energieärmere, aber nährstoffreiche Lebensmittel stehen im Mittelpunkt. Dazu gehören [2]:

  • Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte
  • Kohlenhydrate
  • Eiweiß
  • ungesüßte Getränke

Stark verarbeitete Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke und tierische Fette sollten in geringen Mengen gegessen oder gemieden werden [2].

Wichtig ist: Es geht darum, mit kleinen Schritten neue Gewohnheiten aufzubauen. Es braucht Geduld und Zeit, nimm dir diese. So kannst du deine Ernährung nachhaltig umstellen – ohne Verbote oder Druck.

Infografik „Was gehört zu gesunder Ernährung?“ mit sechs Bausteinen: Mineralstoffe, Vitamine, Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate, Wasser

Ernährungstagebuch führen

Um einen Überblick über deine Ernährung zu bekommen, kann ein Ernährungstagebuchhilfreich sein.

Indem du aufschreibst, was du isst und trinkst, bekommst du ein Gefühl für dein eigenes Essverhalten. Du erkennst Muster, zum Beispiel, wann du zu Snacks greifst oder wie sich dein Hunger über den Tag verteilt. So kannst du leichter einschätzen, wann du wirklich Hunger hast und wann du vielleicht aus Gewohnheit oder Langeweile isst.

Starte mit der Beobachtungsphase und gehe nach ca. 7–10 Tagen in die Auswertung. Im Anschluss kannst du Schritt für Schritt neue Ernährungsgewohnheiten in deinen Alltag einbauen.

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Neue Ernährungsroutinen schaffen

Um neue Gewohnheiten in deinen Alltag einzubauen, ist es wichtig, ein Ziel nach dem anderen anzugehen, sodass du sie gut in deinem Alltag umsetzen kannst. Folgende Tipps können es dir leichter machen neue Routinen aufzubauen und zu festigen:

Wende das Tellermodell an:

Das Tellermodell hilft dir, deine Mahlzeiten ausgewogen zu gestalten – ohne Kalorienzählen.

  • ½ Teller Gemüse oder Salat
  • ¼ Teller Sättigungsbeilage (z. B. Kartoffeln oder Vollkornnudeln)
  • ¼ Teller Eiweiß (z. B. Hülsenfrüchte, Fisch oder Tofu).

Achte auf deine Sättigung:

Nimm dir Zeit für deine Mahlzeiten und achte bewusst auf deine Sättigung. Langsames, achtsames Essen hilft dir dabei, besser zu spüren, wann du satt bist. Kaue bewusst und leg das Besteck zwischendurch kurz ab.

Tipp: Die Sättigung setzt nach ca. 20 min. ein, nimm dir diese Zeit, um deine Sättigung bewusst wahrzunehmen.

Lerne Portionsgrößen einzuschätzen:

Du brauchst keine Küchenwaage, um ein Gefühl für Portionsgrößen zu entwickeln Die Portionsgröße „eine Handvoll“ ist ein einfaches Maß, um Lebensmittel individuell an die eigene Körpergröße anzupassen. Eine Handvoll entspricht ungefähr der Menge, die in deine leicht geschlossene Hand passt – etwa bei Nüssen, Beeren oder Reis. So kannst du portionsgerecht essen, ohne wiegen oder zählen zu müssen.

➚ Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel Was ist eine Portion.

Schreibe einen Einkaufszettel:

Ein Einkaufszettel macht deinen Einkauf gezielter und entspannter. Achte auf unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Plane Vorräte, die schnell zur Hand sind, z. B. TK-Gemüse oder Linsen aus dem Glas. Das erleichtert spontane Mahlzeitenzubereitung.

Tipp: Vermeide es, hungrig einkaufen zu gehen. Wenn man hungrig einkauft, trifft man häufiger spontane Entscheidungen – oft für energiereiche Snacks oder Fertigprodukte. Besser ist es, vorher etwas zu essen. So behältst du den Überblick und kaufst nur das, was du wirklich brauchst.

Gestalte einen Wochenplan:

Ein Wochenplan kann dir helfen, deinen Alltag rund ums Essen besser zu strukturieren. Wenn du deine Mahlzeiten im Voraus planst, sparst du Zeit und triffst bewusste Entscheidungen beim Einkaufen und Kochen.

Meal prep – Koche vor:

Vorgekochte Mahlzeiten können dir im Alltag Stress ersparen. Wenn du einzelne Komponenten wie Reis, Gemüse oder Hülsenfrüchte in größeren Mengen zubereitest, hast du später weniger Aufwand. Teile dir die Portionen direkt in passende Behälter ein, so hast du immer eine ausgewogene Mahlzeit zur Hand und musst nicht spontan auf ungesündere Alternativen zurückgreifen. Meal Prep schafft Sicherheit und spart Zeit.

Baue regelmäßige Essenszeiten ein:

Drei regelmäßige Mahlzeiten am Tag helfen dir, deinen Tag zu strukturieren und unnötiges Snacken zwischendurch zu vermeiden. Wenn du deinem Körper feste Zeiten gibst, stellt er sich besser auf den Rhythmus ein, das unterstützt deine Verdauung und dein Sättigungsgefühl.

Neue Gewohnheiten statt Diätplan zum Abnehmen

Viele Menschen mit Adipositas oder Übergewicht haben bereits mehrere Versuche unternommen, ihre Ernährung zu verändern – oft mit Hilfe eintöniger Diätpläne. Diese Pläne setzen klare Vorgaben, die selten individuell angepasst sind. Persönliche Bedürfnisse, Lebensumstände oder der tatsächliche Energiebedarf bleiben dabei meist unberücksichtigt.

Vielleicht hast du selbst schon erlebt, dass du einen Plan anfangs motiviert befolgst, aber nach Tagen oder Wochen wieder davon abweichst. Was bleibt, ist oft Frust oder das Gefühl, „versagt“ zu haben. Doch das liegt nicht an dir. Es liegt daran, dass solche Pläne meist nicht auf langfristige Veränderungen ausgerichtet sind.

Um dein Gewicht auf gesunde Weise zu beeinflussen, braucht es keine Diät, sondern eine nachhaltige Umstellung deiner Gewohnheiten. Dabei geht es nicht nur darum, was du isst, sondern auch wie, wann und warum. Diese Veränderungen brauchen Zeit, Unterstützung und eine alltagstaugliche Struktur.

Eine Ernährungstherapie kann dich dabei unterstützen, Hürden zu erkennen und neue Routinen aufzubauen – in deinem Tempo und mit deinem Ziel im Blick.

Veränderungen brauchen Zeit

Eine Umstellung von Ernährungsgewohnheiten kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, zum Beispiel durch Arbeitszeiten, Familienstruktur oder emotionale Belastungen. Es ist möglich, dass neue Routinen nicht sofort greifen. Entscheidend ist, realistische Schritte zu wählen, die in deinen Alltag passen. Veränderungen entwickeln sich über die Zeit und lassen sich an persönliche Rahmenbedingungen anpassen.

Fazit

Gesunde Ernährung bei Adipositas bedeutet nicht, einem Diätplan zu folgen. Es geht darum, deine Ernährung so zu gestalten, dass sie zu deinem Alltag passt – Schritt für Schritt. Kleine Veränderungen, wie regelmäßige Mahlzeiten, das Tellermodell oder ein Einkaufszettel, können dir helfen, neue Routinen aufzubauen.

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