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So stoppst du Heißhunger

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

✖️ Stoppe deinen Heißhunger: Tipps & Tricks

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Appetit, Hunger, Heißhunger: Was ist was?

Die Begriffe Hunger und Appetit und Heißhunger werden oft gleich verwendet. Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Signale deines Körpers [1,2]:

  • *Begriff: Hunger · Definition: Körperliches Signal, dass Energie und Nährstoffe benötigt werden. · Typische Merkmale: Magenknurren, Müdigkeit, Konzentrationsabfall, Reizbarkeit · Beispiele / Hinweise*: Fast jede ausgewogene Mahlzeit reduziert Hunger.
  • *Begriff: Appetit · Definition: Lust auf ein bestimmtes Lebensmittel – unabhängig vom tatsächlichen Energiebedarf. · Typische Merkmale: Gedanken an Geschmack oder Konsistenz. · Beispiele / Hinweise*: Dessert nach einer sättigenden Mahlzeit.
  • *Begriff: Heißhunger · Definition: Starkes und plötzliches Verlangen nach Energie. · Typische Merkmale: Starkes Gefühl, sofort etwas essen zu wollen. · Beispiele / Hinweise*: Schnelle Energie

Was ist Heißhunger?

Heißhunger kann bedeuten, dass dem Körper bestimmte Nährstoffe fehlen oder er dringend Energie benötigt. Im Falle einer herkömmlichen Heißhungerattacke, bei der man einfach ganz schnell etwas energiereiches essen möchte, liegen die Ursachen aber eher an Blutzuckerschwankungen, restriktivem Essverhalten und Verboten, unausgewogenen Mahlzeiten oder emotionalem Essen.

Ursachen für Heißhunger

Wenn du weißt, warum Heißhunger entsteht, kannst du besser damit umgehen. Mögliche Ursachen können körperliche oder psychische Eigenschaften haben.

Körperliche Ursachen:

  • Erkrankungen
  • hormonelle Veränderungen, etwa im Zyklus oder in den Wechseljahren
  • Energiemangel durch sehr strenge Diäten
  • Mahlzeiten, die wenig sättigen

Psychische Ursachen:

  • emotionales Essen bei Stress oder belastenden Gefühlen
  • Gewohnheiten rund ums Essen, wie Snacks beim Fernsehen
  • häufige Gedanken an Essen (Food Noise)

Äußere Reize können Heißhunger auslösen. Dazu gehören der Anblick oder der Geruch von Lebensmitteln. Auch Werbung kann dein Verlangen nach Süßem verstärken [1].

Warum entsteht Heißhunger?

Oftmals macht unser Körper uns mit Heißhunger auf einen Nährstoffmangel aufmerksam. Das kann daran liegen, dass du bei einer Mahlzeit Eiweiß, Gemüse oder andere Nährstoffe nicht in ausreichender Menge eingebaut hast oder die Mahlzeit dich nicht ausreichend gesättigt hat.

Heißhunger auf Süßes

Heißhunger auf Süßes entsteht oft, wenn dein Körper schnell Energie braucht. Das passiert zum Beispiel, wenn du längere Zeit nichts gegessen hast. Dann greift dein Körper zu Zucker, weil er schnell verfügbar ist.Süße Lebensmittel lassen deinen Blutzucker schnell ansteigen. Kurz danach fällt er jedoch wieder ab. Dieser schnelle Abfall kann neuen Heißhunger auslösen [8,9].

Heißhunger auf Salziges

Verlangen nach salzigen Lebensmitteln kann auf einen erhöhten Bedarf an Natrium hinweisen. Das kann zum Beispiel bei starkem Schwitzen auftreten. Auch Lust auf Käse oder Milchprodukte kann vorkommen. Diese enthalten viel Eiweiß und können darauf hindeuten, dass dein Körper mehr Protein benötigt [10].

Durst oder Hunger

Manchmal wird Durst als Hunger wahrgenommen. Wenn du zu wenig trinkst, kann dein Körper ein Hungergefühl signalisieren. Wasser oder ungesüßter Tee helfen, dieses Signal besser einzuordnen. Zuckerhaltige Getränke können Heißhunger zusätzlich verstärken [9].

Einfluss von Verboten

Strenge Verbote können das Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln erhöhen. Wenn du dir etwas komplett untersagst, denkst du oft häufiger daran, was Heißhunger verstärken kann [9].

So beugst du Heißhunger vor

Je nach Ursache kann der Lösungsansatz unterschiedlich sein. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Schon kleine Veränderungen können helfen, Heißhunger besser zu verstehen und damit umzugehen

Im folgenden Abschnitt findest du häufige Ursachen und praktische Tipps für deinen Alltag gegen Heißhunger:

Nutze Kräuter und Gewürze

Sehr stark gewürzte oder sehr salzige Mahlzeiten können die Lust auf Süßes nach dem Essen erhöhen [1]. Intensive Geschmäcker können deinen Geschmackssinn schnell sättigen. Danach wünschen sich viele Menschen einen anderen Geschmack. Häufig entsteht dann Lust auf etwas Süßes.

Iss regelmäßige Mahlzeiten

Lange Esspausen können Heißhunger begünstigen. Dein Blutzucker sinkt und dein Körper verlangt schnell verfügbare Energie. Auch Stresshormone können in solchen Situationen ansteigen. Das kann dein Verlangen nach Süßem verstärken [2,3]. Regelmäßige und sättigende Mahlzeiten können helfen, deinen Energiehaushalt stabil zu halten.

Gestalte ausgewogene Mahlzeiten

Mahlzeiten mit wenig Ballaststoffen oder Eiweiß sättigen oft nur kurz. Das kann schneller wieder Hunger oder Heißhunger führen. Eine ausgewogene Mahlzeit enthält:

  • Gemüse oder Obst
  • eine Eiweißquelle
  • eine Sättigungsbeilage
  • etwas Fett

Eiweiß, Ballaststoffe und gesunde Fette können deine Sättigung unterstützen [3].

Plane Süßes als Dessert ein

Mahlzeiten mit viel Zucker oder Weißmehl können deinen Blutzucker schnell ansteigen lassen. Danach fällt dieser sehr schnell. Das passiert, weil dein Körper viel Insulin ausschüttet. Insulin sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt. Sinkt der Blutzucker danach schnell, kann Heißhunger entstehen.

Wähle sättigende Kohlenhydrate

Stark verarbeitete Kohlenhydrate werden schneller verdaut. Sie lassen deinen Blutzucker schneller ansteigen und auch schneller wieder sinken. Komplexe Kohlenhydrate, wie z. B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Kartoffeln werden langsamer verdaut. Sie enthalten meist auch mehr Ballaststoffe und halten deinen Blutzucker stabil. Das kann dein Sättigungsgefühl unterstützen.
Grafik „Das Tellermodell“: ein Teller halb mit Gemüse, je ein Viertel Proteinquelle und Sättigungsbeilage, dazu ein Löffel Öl

Nimm deine Gefühle wahr

Manchmal greifen Menschen zu Süßem, wenn sie Stress oder starke Gefühle erleben. Dann steht nicht immer körperlicher Hunger im Vordergrund. Das Verhalten wird als emotionales Essen bezeichnet. Essen kann Gefühle kurzfristig beruhigen oder ablenken. Die eigentliche Ursache bleibt jedoch oft bestehen, wenn das Gefühl nicht beachtet wird.

Achte auf Schlaf und Erholung

Schlaf und Stress beeinflussen dein Hunger- und Sättigungssystem. Bei wenig Schlaf kann dein Körper mehr Hunger signalisieren. Dabei steigt das Hungerhormon Ghrelin. Gleichzeitig sinkt das Sättigungshormon Leptin [4]. Auch anhaltender Stress kann Heißhunger verstärken [2].

Hinterfrage Gewohnheiten

Viele Essgewohnheiten entstehen über lange Zeit. Sie laufen oft automatisch ab, zum Beispiel Snacks beim Fernsehen oder Süßes als Belohnung. Diese Routinen können dazu führen, dass du zu bestimmten Zeiten Lust auf Süßes bekommst, auch ohne körperlichen Hunger.

Probiere bittere Lebensmittel aus

Bitterstoffe beeinflussen dein Geschmacksempfinden. Sie können die Wahrnehmung von Süße verändern. Bitterstoffe aktivieren spezielle Geschmacksrezeptoren auf der Zunge und im Verdauungssystem. Diese Rezeptoren können Signale auslösen, die an der Regulation von Appetit und Verdauung beteiligt sind.

Unterstütze deine Darmgesundheit

In deinem Darm leben viele Milliarden Bakterien. Zusammen bilden sie das sogenannte Mikrobiom. Dieses System kann dein Essverhalten beeinflussen und steht mit Hunger- und Sättigungssignalen in Verbindung [5].
Wichtig: Veränderungen brauchen Zeit. Neue Gewohnheiten entstehen Schritt für Schritt.Wähle ein oder zwei Veränderungen aus, die du ausprobieren möchtest. Kleine Schritte lassen sich oft leichter in den Alltag integrieren.

Ernaehrung

Bei zanadio geht es nicht darum, mir eine Lebensweise aufzudrücken – das Programm hilft mir, meinen Weg zu finden, der nachhaltig zu mir passt.

Anja
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Strategien bei akutem Heißhunger

1. Warte einen MomentHeißhunger kann plötzlich entstehen und auch wieder abklingen. Warte einige Minuten und beobachte, wie sich dein Gefühl verändert.

2. Trinke etwasManchmal fühlt sich Durst ähnlich an wie Hunger. Trinke ein Glas Wasser oder Tee und spüre danach noch einmal in dich hinein.

3. Nimm deine Gefühle wahrHeißhunger kann auch mit Stress oder starken Gefühlen zusammenhängen. Es kann helfen, kurz innezuhalten und wahrzunehmen, was du gerade brauchst.

4. Bewege dich kurzBewegung kann deine Aufmerksamkeit verändern und Stress reduzieren. Ein kurzer Spaziergang oder einige Minuten Bewegung können helfen.

5. Wähle eine passende AlternativeManchmal hilft ein kleiner Snack, der gut sättigt. Zum Beispiel Joghurt mit Früchten und Nüssen. Auch Kaugummi kann helfen, das Verlangen nach Süßem zu überbrücken.

6. Portioniere Süßes bewusst

Wenn du Süßes essen möchtest, kann es helfen, eine kleine Portion bewusst zu wählen. So behältst du leichter den Überblick über die Menge und kannst Süßes achtsamer genießen.

Wann solltest du Heißhunger ärztlich abklären lassen?

Wenn Heißhunger neu auftritt, sehr stark ist oder sehr häufig vorkommt, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein. Auch körperliche Beschwerden können ein Hinweis sein. Dazu gehören zum Beispiel Zittern, starkes Schwitzen oder deutliche Gewichtsveränderungen [1].

In solchen Fällen kann eine ärztliche Untersuchung helfen, mögliche Ursachen zu klären. Dazu gehören zum Beispiel Stoffwechsel- oder Hormonveränderungen. Auch Erkrankungen wie Insulinresistenz, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen können mit Heißhunger verbunden sein. Auch große Veränderungen deiner Essmenge oder deines Körpergewichts können Heißhunger begünstigen [1].

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