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Pektin – das Gesundheitswunder?

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Pektin – das Gesundheitswunder?

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Was ist Pektin?

Als Pektin wird der in vielen Obst- und Gemüsesorten natürlich vorkommende Vielfachzucker bezeichnet. Es handelt sich um einen wasserlöslichen Ballaststoff, der unter anderem als Zusatzstoff in Speiseeis, Kuchen oder Fruchtgummi vorkommt. In der Fachsprache wird Pektin häufig auch als pflanzliches „Polysaccharid“ beschrieben. Es ist unter anderem vorhanden, um dem Obst- und Gemüsegewebe seine feste Struktur zu geben und es frisch zu halten. Heute kommt es vor allem in der Industrie zum Einsatz.

Worin ist Pektin enthalten?

In der veganen Küche gehört Pektin längst zum Standard. Denn der Mehrfachzucker ist, wie beschrieben, in rein pflanzlichen Lebensmitteln zu finden. Der Stoff dient deshalb häufig als Ersatz für tierische Gelatine und zur Herstellung von Marmelade.

Der Begriff „Pektin“ leitet sich im Übrigen vom griechischen Wort „pēktós“ ab, welches sich mit „fest“ übersetzen lässt. In der Industrie kommt der Vielfachzucker auch als sogenannter Fettersatzstoff in Diät-Waren, also in fettreduzierten Produkten vor. Falls du im Supermarkt gezielt nach Pektin als Zusatzstoff in Lebensmitteln suchst, tarnt sich der Ballaststoff manchmal als „E 440.“

Gewonnen wird Pektin vorrangig aus Äpfeln und Zitronen. Was viele Menschen nicht wissen: Es ist nicht das leckere Fruchtfleisch, sondern die Schale, die beim Verzehr gerne entfernt wird, die das gesunde Pektin enthält. Auch aus den Kernen kann es gewonnen werden.

Ist Pektin gesund?

Forschungen zeigen, dass Pektin grundsätzlich gut für die Gesundheit ist und positiv im Kampf gegen einige Erkrankungen wirkt. So belegen Untersuchungen zum Beispiel, dass der lösliche Ballaststoff die Eigenschaft hat, sich am sogenannten Galectin-3 zu haften und es zu blockieren. Bei Galectin-3 handelt es sich um ein Protein, das im Körper oft gehäuft vorkommt, wenn Entzündungen oder Erkrankungen vorliegen [1]. Deshalb wird Pektin als „Galectin-3-Hemmer“ bezeichnet.

Gesundheitliche Vorteile auf einen Blick [2]:

  • Präbiotikum: Wenn du Probleme mit deiner Darmgesundheit hast und eine Darmkur planst, kann Pektin dir helfen. Ihm wird eine präbiotische Wirkung nachgesagt. Das bedeutet, dass es als unverdauliches Kohlenhydrat gut für die Darmbakterien ist und zum Gleichgewicht der Darmbakterien (Darmmikrobiotika) beiträgt.
  • Blutzuckerspiegel: Insbesondere Menschen mit Diabetes können von der Pektin-Wirkung profitieren. Denn es ist (wie viele Ballaststoffe) nicht nur gut für den Darm, sondern sorgt außerdem für einen konstanteren Blutzuckerspiegel nach dem Essen.
  • Blutfettwerte: Eine weitere positive Eigenschaft von Pektin stellt der Einfluss auf den Cholesterinspiegel dar. Bei regelmäßiger Einnahme wirkt es cholesterinsenkend. So trägt es indirekt dazu bei, das Risiko für bedrohliche Folgeprobleme wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu reduzieren.

Gut zu wissen: Auch im Zusammenhang mit Krebserkrankungen und zur Krebsvorbeugung wird Pektin immer wieder erforscht. Untersuchungen zeigen, dass sich der pflanzliche Stoff krebshemmende Eigenschaften vorweist [3].

Welche Obst- und Gemüsesorten enthalten Pektin?

Bitte beachte, dass es keine offizielle Empfehlung für die tägliche Aufnahme von Pektin gibt. Da Pektin zu den Ballaststoffen zählt, gilt die Empfehlung zu einer täglichen Ballaststoffaufnahme insgesamt von mindestens 30 Gramm.

Wie wird Pektin verwendet?

Solltest du selbst auf Produkte mit tierischen Inhalten verzichten, ist Pektin auch für deine Küche eine gute Lösung. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Vor allem in der Industrie findest du Lebensmittel, die Pektin als Zusatzstoff erhalten. Dort hat es mehrere Funktionen. Generell dient es zum Beispiel als:

  • Stabilisator
  • Trägerstoff
  • Emulgator
  • Geliermittel

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Kann Pektin beim Abnehmen helfen?

Als unverdaulicher Ballaststoff kann Pektin zu einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung beitragen. Wie auch andere Ballaststoffe bewirkt es unter anderem eine längere Sättigung. Hierdurch wird z. B. auch das Risiko für Heißhungerattacken verringert. Im Vergleich zu anderen Abnehmhelfern setzt du dich außerdem nicht dem Risiko eines Gewöhnungseffekts aus. Allerdings gibt es weitere Abnehmtipps zu beachten, wenn du dein Gewicht langfristig reduzieren möchtest – denn ein Wundermittel ist Pektin nicht.

1. Achte auf den Zuckergehalt

Beim Verzehr von Obst ist es wichtig, den Zuckergehalt sowie die Verzehrmenge zu berücksichtigen. Äpfel sind nahrhaftes Obst und eignen sich in Maßen gut für Personen mit Diabetes. Für das Abnehmen und auch bei Diabetes ist es empfehlenswert, zu weniger reifen Früchten zu greifen, da diese weniger Zucker enthalten. Je reifer der Apfel, desto höher ist der Zuckergehalt.

Tipp: Solltest du deinen Speiseplan mit pektinreichen Obst ergänzen wollen, werden neben Karotten und Äpfeln auch Brombeeren empfohlen. Beeren sind zusätzlich wegen des niedrigen Zuckergehalts bestens geeignet.

2. Wähle Lebensmittel, die sättigen

Beim Abnehmen kommt es vor allem darauf an, dass dich die von dir ausgewählten Lebensmittel mit guten Nährstoffen versorgen und nicht zu Heißhunger führen. Setze auf sättigende Lebensmittel, zu denen etwa Eier, Hülsenfrüchte, Magerquark und Haferflocken gehören. Diese Lebensmittel enthalten Proteine, sodass sie gute Sattmacher sind.

3. Beuge Einseitigkeit vor

Häufig werden bestimmte Lebensmittel als Wundermittel bezeichnet, die beim Abnehmen helfen sollen. Es stimmt zwar, dass es viele gesunde Lebensmittel gibt, die gerne regelmäßig auf dem Speiseplan stehen dürfen. Allerdings wird es schnell einseitig, wenn du dich auf etwas beschränkst. Vor allem von restriktiven, eintönigen Diäten ist deshalb abzuraten. Nimm Abstand von schnellen „Apfel-Diäten“. Stattdessen sollte dein Teller bunt und abwechslungsreich sein.

Gibt es Pektin als Nahrungsergänzungsmittel?

Während Orangen bis zu 3,5 Gramm Pektin pro 100 Gramm Obst enthalten können, sind es bei Äpfeln in etwa 1,5 Gramm. Es ist allerdings auch in Form von Pulver oder Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich. So ist es möglich, das Pektin zum Beispiel im Smoothie aufzulösen oder direkt als Kapsel in konzentrierter Form zu schlucken. Bitte beachte dabei immer, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht dafür geeignet sind, eine gesunde, vollwertige Mahlzeit zu ersetzen. Zudem solltest du dich strikt an die Dosierangaben halten und die Einnahme im Zweifel vorab ärztlich abklären.

Hat Pektin auch Nebenwirkungen?

Nach heutigem Forschungsstand wird Pektin als unbedenklich und gesundheitsfördernd eingestuft. Es ist selten, dass es zu einer allergischen Reaktion kommt, weshalb es gut verträglich ist. Beachte aber, dass nicht alle Lebensmittel, in denen Pektin als Zusatzstoff vorkommt, auch automatisch gesund sind, wie etwa Desserts oder Fruchtgummis. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich: Achte generell auf Inhaltsstoffe und Zuckergehalt, um dich ausgewogen zu ernähren.

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