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ADHS und Übergewicht: Gibt es Zusammenhänge?

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

ADHS und Übergewicht: Gibt es Zusammenhänge?

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Was ist ADHS?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Sie zeichnet sich durch drei Hauptsymptome aus [1]:

  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme (z. B. Gedankensprünge während einer Aufgabe)
  • Impulsivität (z. B. vorschnelles unüberlegtes Handeln)
  • Hyperaktivität (z. B. gesteigerter Bewegungsdrang, innere Unruhe)

Lange galt ADHS als eine Erkrankung, die nur Kinder betrifft. Heute weiß man, dass auch Erwachsene betroffen sein können. In Deutschland sind es 4,7% der Erwachsenen [7]. Ab dem Jugendalter äußert sich Hyperaktivität weniger durch auffällige körperliche Aktivität. Stattdessen tritt sie häufig als innere Unruhe oder Nervosität auf [2].

Gibt es einen Zusammenhang zwischen ADHS und Übergewicht?

Studien zeigen, dass Menschen mit ADHS häufiger an Adipositas erkranken. Erwachsene mit ADHS haben ein um etwa 70 % höheres Risiko, davon betroffen zu sein. Rund 28 % der Erwachsenen mit ADHS leben mit Adipositas, verglichen mit 16 % ohne ADHS. Auch Übergewicht tritt in dieser Gruppe häufiger auf. Bereits im Kindesalter ist dieser Zusammenhang erkennbar und nimmt im Erwachsenenalter weiter zu. [4]

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Warum hängen ADHS und Übergewicht zusammen?

Es ist noch nicht ausreichend erforscht, warum Menschen mit ADHS häufiger Übergewicht haben. Möglicherweise trägt ADHS selbst zur Gewichtszunahme bei. Ebenso ist es denkbar, dass beide Erkrankungen auf gemeinsame Ursachen zurückzuführen sind – zum Beispiel Gene, die das Risiko für ADHS und Adipositas erhöhen. Möglich ist auch, dass Übergewicht ADHS-ähnliche Symptome verstärkt. [3]

Studien zeigen, dass ADHS das Risiko für Übergewicht erhöhen kann. Außerdem gibt es gemeinsame Risikofaktoren, die beides beeinflussen. Neben Prozessen im Körper und im Gehirn spielen auch typische Verhaltensweisen bei ADHS eine Rolle. [4]

Impulsivität und Körperwahrnehmung bei ADHS

Wenn du ADHS hast, kann es herausfordernd sein, deine Impulse zu kontrollieren. Dadurch isst du vielleicht spontaner, ohne bewusst darauf zu achten. Auch deine Körperwahrnehmung kann beeinflusst sein, sodass du Hunger- und Durstsignale nicht immer klar spürst. Das kann dazu führen, dass du dein natürliches Sättigungsgefühl übersiehst.

Vorlieben und Abneigungen beim Essen

Es kann sein, dass du bestimmte Lebensmittel besonders gerne isst, weil sie dir vertraut sind oder gut schmecken. Andere vermeidest du vielleicht, weil du ihren Geschmack oder ihre Konsistenz nicht magst. Das ist ganz normal. Es kann helfen, neue Lebensmittel auszuprobieren und deine Ernährung ausgewogener zu gestalten. ​[6]

Wie du Struktur in dein Essverhalten bringst

Viele denken bei ADHS an fehlende Strukturen und Chaos. Aber: ADHS kann deinen Alltag spontan und flexibel machen – auch beim Essen. Wer viel ausprobiert und offen ist, hat es leichter, die eigenen Vorlieben zu entdecken.

Isst du manchmal unregelmäßig oder vergisst Mahlzeiten? Feste Essenszeiten und einfache Routinen können dir helfen, regelmäßig zu essen.

Bewegung in den Alltag einbauen

Auch wenn du dich gerne bewegst und viel Energie hast, kann es manchmal herausfordernd sein, Bewegung gezielt in den Alltag einzubauen. Kleine Bewegungspausen oder feste Aktivitäten helfen dir, aktiv zu bleiben und dich wohlzufühlen. Auch hier kann es helfen, eine Routine aufzubauen.

Wie Essen deine Gefühle beeinflusst

ADHS kann viele Eindrücke und Emotionen mit sich bringen. Vielleicht greifst du in stressigen Momenten zu bestimmten Lebensmitteln, um dich zu beruhigen oder abzulenken. Achtsamkeit, bewusste Pausen oder entspannende Aktivitäten können dir helfen, dein Essverhalten besser zu steuern.

Wie Schlaf dein Wohlbefinden verbessert

Guter Schlaf hilft dir, dich konzentrierter und energiegeladener zu fühlen. Wenn du unruhig schläfst, kann sich das auch auf dein Essverhalten auswirken. Feste Schlafenszeiten, eine entspannte Abendroutine und eine angenehme Schlafumgebung können dir helfen, besser zu schlafen. [4,5,6]

ADHS erkennen und behandeln

Wenn du vermutest, dass du ADHS hast, kann dir eine Diagnose Klarheit bringen. Wende dich an Fachärzt:innen, damit du eine optimale Unterstützung erhältst. Eine eindeutige Diagnose ist wichtig, um die passende Behandlung zu finden.

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Psychotherapie, Medikamente oder eine Kombination aus beidem haben sich als wirksam erwiesen. Sie können dir helfen, deine ADHS-Symptome besser zu steuern. Dadurch kann sich auch dein Essverhalten und dein allgemeines Wohlbefinden verbessern. [1,2]

Strategien für dein Gleichgewicht

Wenn du ADHS hast, können dir verschiedene Strategien helfen, dich wohlzufühlen und eine passende Ernährungs- und Bewegungsroutine zu finden.

Mahlzeitenplanung und feste EssenszeitenÜberlege dir im Voraus, was du essen möchtest und erstelle dir einen Mahlzeitenplan. Du behältst den Überblick und kannst Stress beim Kochen vermeiden.

Nahrhafte Snacks für zwischendurchPlane Snacks wie Nüsse, Obst oder Gemüsesticks ein. Sie liefern dir Energie und helfen, Heißhunger vorzubeugen.

Achtsames Essen ohne Ablenkung

Versuche, bewusst zu essen. So kannst du die Signale deines Körpers besser wahrnehmen und unbewusstes Essen vermeiden.

Alternative BelohnungenDas kann ein entspannendes Bad, ein gutes Buch oder ein Spaziergang sein – wähle etwas, das dir guttut.

Regelmäßige BewegungKörperliche Aktivität kann dir helfen, dich ausgeglichener zu fühlen. Finde eine Bewegung, die dir Spaß macht, wie Tanzen, Schwimmen oder Radfahren und baue sie in deinen Alltag ein.

Neue Gewohnheiten brauchen Zeit. Sei geduldig mit dir und setze dir gut umsetzbare Ziele. Kleine Schritte können dabei helfen, Veränderungen in den Alltag zu integrieren und das eigene Wohlbefinden zu fördern.

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