Erkrankungen
Binge-Eating-Syndrom
Digitale Adipositas-Therapie
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Das Wichtigste in Kürze
- BES ist die häufigste Essstörung in Deutschland und betrifft bis zu 4 % der Erwachsenen.
- Wiederkehrende Essanfälle und Schamgefühle kennzeichnen die Störung.
- Psychologische, genetische und umweltbedingte Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle.
- Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine wirksame Behandlungsoption.
- Ohne Behandlung kann BES zu physischen und psychischen Folgeerkrankungen führen.
Was ist Binge Eating?
Das Binge-Eating-Syndrom (BES) ist eine psychische Erkrankung, die unbehandelt zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen kann. Es ist die häufigste Essstörung in Deutschland – häufiger als Magersucht oder Bulimie. Rund 4 % der Erwachsenen zwischen 20 und 30 Jahren sind betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer [1].
Betroffene erleben wiederkehrende, unkontrollierbare Essanfälle, die sich von gelegentlichem Heißhunger unterscheiden. Anders als bei Bulimie oder Magersucht versuchen Menschen mit BES in der Regel nicht, durch Erbrechen oder Fasten ihr Gewicht zu kontrollieren [2]. Dennoch leiden viele Betroffene unter Gewichtszunahme und den damit verbundenen Folgen.
Das Night-Eating-Syndrom wird als eine Form der Binge-Eating-Störung diskutiert. Dabei handelt es sich um ein noch sehr unerforschtes Krankheitsbild, bei dem Betroffene nicht ein- oder durchschlafen können, bevor sie etwas, meist hochkalorisches gegessen haben.
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Binge Eating: Symptome und Diagnose
Die Diagnose erfolgt anhand der Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-5) [3]:
- Essanfälle treten mindestens einmal pro Woche über drei Monate auf:
- Verzehr außergewöhnlich großer Nahrungsmengen in kurzer Zeit
- Gefühl des Kontrollverlusts
- Während oder nach einem Essanfall treten mindestens drei der folgenden Merkmale auf:
- Ungewöhnlich schnelles Essen
- Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl
- Essen ohne körperlichen Hunger
- Allein essen aus Scham
- Ekel- oder Schuldgefühle
- Erhöhter Leidensdruck durch die Essanfälle
- Die Essanfälle sind nicht mit gewichtsregulierenden Maßnahmen wie Erbrechen, Fasten oder Abführmittelmissbrauch verbunden.
Ein Binge-Eating-Test, wie die Binge Eating Scale [4], kann die Diagnose unterstützen. Er ersetzt jedoch nicht die ärztliche Diagnostik.
Ursachen und Auslöser von Binge Eating
Psychologische Faktoren
- Geringes Selbstwertgefühl und negative Selbstwahrnehmung
- Schwierigkeiten bei der Emotionsregulierung
- Stress, unverarbeitete Traumata, Depressionen und Angststörungen
Viele Betroffene nutzen Essen, um unangenehme Gefühle wie Trauer oder Wut zu kompensieren.
Genetische und hormonelle Einflüsse
Umwelteinflüsse
Essverhalten
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Langfristige Folgen von Binge-Eating
Ohne Behandlung kann BES zu schweren körperlichen und psychischen Folgeerkrankungen führen [7,8]:
Körperliche Folgen
- Übergewicht und Adipositas
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck)
- Typ-2-Diabetes
- Gelenkprobleme und andere Erkrankungen des Bewegungsapparats
- Erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten
Psychische Folgen
Auch wenn psychische Folgen bereits ursächlich vorhanden gewesen sein können, ist es ebenfalls möglich, dass sie durch eine BES verstärkt oder erstmalig hervorgerufen werden. Das Gefühl des wiederkehrenden Kontrollverlusts inklusive Schuld- und Schamgefühle kann zu folgenden Symptomen führen:
- Niedriges Selbstwertgefühl und Isolation
- Depressionen und Angststörungen
- Erhöhtes Risiko für Suizid bei gleichzeitigem Vorliegen einer Depression
Therapie von Binge-Eating
Behandlungsziele
- Auslöser erkennen: Betroffene lernen, ihre Essanfälle zu beobachten und alternative Bewältigungsstrategien anzuwenden.
- Gefühle akzeptieren: Emotionen zulassen und verarbeiten, anstatt sie mit Essen zu unterdrücken.
- Essverhalten normalisieren: Regelmäßige Mahlzeiten reduzieren das Risiko von Essanfällen.
- Selbstakzeptanz stärken: Betroffene lernen, ihren Körper zu akzeptieren und sich vom gesellschaftlichen Schönheitsideal zu lösen.
- Rückfallprophylaxe: Notfallpläne helfen, Rückfälle zu vermeiden.
Erfolg
Geschafft habe ich bis jetzt 12,5 kg in 7 Monaten und obwohl es natürlich am Anfang leichter war und jetzt langsamer geht, scheint mir das Ziel realistisch.
Prognose
Fazit
Quellen
- [1] AWMF online (2024): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“.
- [2] Munsch, S. (2013): Binge Eating. Kognitive Verhaltenstherapie bei Essanfällen. Beltz Verlag, Weinheim.
- [3] APA (2022): Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5).
- [4] Gormally, J. et al. (1982): The assessment of binge-eating severity among obese persons.
- [5] Giel, K.E. et al. (2022): Binge eating disorder.
- [6] Mitchell, J.E. (2016): Medical comorbidity and complications associated with binge-eating disorder.
- [7] Michels, N. et al. (2021): Eating disorders and the risk of developing cancer.
- [8] Michels, N., De Backer, F., Dimakopoulou, M. et al. (2021): Eating disorders and the risk of developing cancer: a systematic review. In: Eat Weight Disord 26, 1021–1035 (2021).
- [9] Munsch, S. (2003): Binge Eating. Kognitive Verhaltenstherapie bei Essanfällen. Beltz Verlag, Weinheim.
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