Über Adipositas

Gewichtszunahme wegen Betablockern: Was kannst du dagegen tun?

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Gewichtszunahme wegen Betablockern: Was kannst du dagegen tun?

Digitale Adipositas-Therapie

  • Ganzheitliches Programm
  • Wissenschaftlich fundiert
  • Persönlich für dich da
  • Kostenlos auf Rezept
Jetzt starten

Was sind Betablocker?

Betablocker – medizinisch Beta-Rezeptorenblocker genannt – zählen zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie senken den Blutdruck und entlasten so das Herz-Kreislauf-System. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Metoprolol, Bisoprolol und Propranolol. Einige dieser Medikamente stehen im Verdacht, eine Gewichtszunahme zu begünstigen [1].

Wie wirken Betablocker?

Betablocker blockieren im Körper die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Dadurch entspannen sich die Blutgefäße und das Herz schlägt langsamer. Der Blutdruck sinkt und das Herz wird entlastet. Bei Bluthochdruck und Herzerkrankungen senken Betablocker so das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. [2]

Wann werden Betablocker eingesetzt?

Betablocker kommen bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz [2]:

  • Bluthochdruck
  • koronare Herzkrankheit (KHK)
  • chronische Herzinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)
  • nach einem Herzinfarkt zur Vorbeugung eines erneuten Infarkts bei Migräne als vorbeugendes Medikament

Wann dürfen Betablocker nicht eingesetzt werden?

Betablocker sollten nicht eingesetzt werden bei:

In bestimmten Fällen solltest du keine Betablocker einnehmen. Dazu gehören [2]:

  • Asthma bronchiale
  • stark verlangsamte Herzfrequenz
  • akute Herzinsuffizienz
  • AV-Block (eine Störung der Erregungsleitung im Herzen)

Weitere Informationen zu Gegenanzeigen und möglichen Wechselwirkungen findest du in der Packungsbeilage deines Medikaments. Lass dich dazu immer von deinen behandelnden Ärzt:innen beraten.

Welche Nebenwirkungen können Betablocker haben?

Betablocker gelten als gut verträglich und werden deshalb häufig verschrieben. Manche Nebenwirkungen sind direkte Folgen der gewünschten Wirkung, also der Senkung von Blutdruck und Herzfrequenz – wie etwa ein verlangsamter Herzschlag [2].

  • Müdigkeit und allgemeine Schwäche
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Kalte Hände und Füße
  • verlangsamter Herzschlag
  • Schlafstörungen & intensive Träume
  • Mundtrockenheit, trockene Augen
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)

Darüber hinaus stehen einige Betablocker im Verdacht, eine Gewichtszunahme zu verursachen und Gewichtsverlust zu verhindern.

Führen Betablocker zur Gewichtszunahme?

Eine generelle Gewichtszunahme als Nebenwirkung von Betablockern konnte bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden. Bei älteren Wirkstoffen wie Atenolol, Propranolol und Metoprolol wird sie jedoch als mögliche Nebenwirkung beschrieben [3,4].

Mehrere Mechanismen könnten die Gewichtszunahme unter bestimmten Präparaten begünstigen [1,4]:

  • Verlangsamter Stoffwechsel: Der Energieverbrauch kann sinken, da Grundumsatz und Wärmeproduktion reduziert werden.
  • Weniger Bewegung: Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab – durch Müdigkeit und einen langsameren Herzschlag sinkt oft auch der tägliche Energieverbrauch.
  • Wassereinlagerungen: Flüssigkeit kann sich im Gewebe ansammeln (Ödeme) und das Körpergewicht kurzfristig erhöhen
  • Beeinträchtigte Insulinempfindlichkeit: Einige Betablocker können die Insulinwirkung im Körper verschlechtern. Dadurch lagert der Körper leichter Fett ein, vor allem im Bauchbereich, und der Blutzuckerspiegel kann steigen.

Braunes Fettgewebe und Betablocker

Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Betablocker die Aktivität des braunen Fettgewebes beeinflussen könnten. Braunes Fett ist eine spezielle Form von Körperfett. Es produziert Wärme, indem es Energie verbrennt – sogar im Ruhezustand.

Aktuelle Forschung untersucht, ob die gezielte Aktivierung von braunem Fett den Energieverbrauch steigern kann. Das könnte neue Ansätze zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes ermöglichen [5].

Betablocker und Wassereinlagerungen

Betablocker können dazu führen, dass sich Flüssigkeit im Körper staut. Das passiert, wenn das Herz nicht mehr genug Kraft hat, um das Blut vollständig weiterzupumpen. Dann sammelt sich Wasser in den Beinen oder in der Lunge. Diese Einlagerungen gehören zu den häufigeren Nebenwirkungen. Sie können das Gewicht erhöhen, ohne dass du mehr Fett einlagerst. Bei leichter Ausprägung sind sie oft unproblematisch. Wenn du jedoch stark zunimmst, geschwollene Beine bekommst oder schlechter Luft bekommst, solltest du das mit deinen Ärzt:innen besprechen.

Erfolg

In knapp sechs Monaten mit zanadio habe ich nun schon über 25 kg abgenommen.

Christopher
Christophers Geschichte lesen

Betablocker ohne Gewichtszunahme

Einige ältere Betablocker wie Metoprolol, Propranolol und Atenolol können als Nebenwirkung eine Gewichtszunahme mit sich bringen. Andere Wirkstoffe wie Celiprolol oder Nebivolol zeigen diesen Effekt nicht. Auch bestimmte Alternativen wie ACE-Hemmer oder Sartane haben keinen bekannten Einfluss auf das Gewicht.

Bei vielen anderen Betablockern ist nicht klar, ob sie das Gewicht beeinflussen. Die folgende Übersicht zeigt, was bisher bekannt ist [2,3]:

  • *Wirkstoff: Gewichtszunahme möglich*
  • Atenolol: Ja
  • Bisoprolol: Eher selten
  • Metoprolol: Ja
  • Nebivolol: Nein
  • Esmolol: Unbekannt
  • Propranolol: Ja
  • Carvedilol: Ja
  • Sotalol: Eher selten
  • Timolol: Unbekannt
  • Pindolol: Unbekannt
  • Acebutolol: Unbekannt
  • Landiolol: Unbekannt
  • Celiprolol: Nein

Gibt es Alternativen zu Betablockern?

Wichtig: Du solltest Betablocker niemals eigenständig oder plötzlich absetzen!

Das kann dazu führen, dass dein Herz schneller schlägt oder dein Blutdruck stark ansteigt. Betablocker müssen langsam und unter ärztlicher Aufsicht reduziert werden. Auch die Dosis darfst du nur gemeinsam mit deinen Ärzt:innen verändern.

Je nach Erkrankung und Behandlungsziel gibt es auch andere Medikamente. Laut der aktuellen europäischen Leitlinie werden Betablocker bei Bluthochdruck erst an vierter Stelle empfohlen – also eher als Zusatz- oder Reserve-Medikament [6].

Die wichtigsten Wirkstoffgruppen bei Bluthochdruck sind:

  • ACE-Hemmer: Diese Wirkstoffe senken den Blutdruck, indem sie ein bestimmtes Hormonsystem (Renin-Angiotensin) im Körper hemmen.
  • Diuretika: Sie helfen dem Körper, überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden. So sinkt auch der Blutdruck.
  • Calciumkanalblocker: Sie entspannen die Blutgefäße, indem sie die Aufnahme von Calcium in die Gefäßwände verringern.

Bei bestimmten Herzerkrankungen wie Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt sind Betablocker sehr wichtig. In diesen Fällen kannst du gemeinsam mit deinen Ärzt:innen prüfen, ob ein Wirkstoff ohne Gewichtszunahme geeignet ist (siehe Tabelle oben).

Abnehmen trotz Betablocker

Die Einnahme von Betablockern kann den Stoffwechsel beeinflussen und den Gewichtsverlust erschweren. Dennoch ist es möglich, mit gezielten Maßnahmen abzunehmen. Hier sind einige evidenzbasierte Strategien: 1. Kalorienbilanz anpassen:

Einige Betablocker können den Grundumsatz um etwa 5–10 % senken [6]. Ein moderates Kaloriendefizit von 200–300 kcal pro Tag kann helfen, diesen Effekt auszugleichen.

2. Regelmäßiges Krafttraining

Zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining steigert den Energieverbrauch, verbessert die Insulinempfindlichkeit und hilft beim Erhalt der Muskelmasse.

3. Ausreichende Proteinzufuhr

Eine tägliche Eiweißzufuhr von 1,2–1,5 g pro Kilogramm Körpergewicht unterstützt den Muskelerhalt und fördert das Sättigungsgefühl – besonders wichtig während einer kalorienreduzierten Ernährung [7].

4. Alltagsbewegung steigern

Spaziergänge mit 8.000–10.000 Schritten täglich, Treppensteigen oder Fahrradfahren erhöhen deinen Energieverbrauch – auch ohne gezieltes Sportprogramm.

5. Zucker und Weißmehl reduzieren

Betablocker können die Insulinempfindlichkeit verringern. Eine Ernährung mit wenig raffiniertem Zucker und mehr Ballaststoffen und Proteinen kann helfen, die Insulinwirkung zu verbessern [8].

Fazit

Betablocker sind wichtige Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – doch einige von ihnen können eine Gewichtszunahme begünstigen. Vor allem ältere Wirkstoffe wie Propranolol, Metoprolol oder Atenolol sind davon betroffen. Neuere Präparate wie Nebivolol oder Celiprolol zeigen diesen Effekt seltener. Eine Gewichtszunahme bedeutet nicht, dass du hilflos bist. Gemeinsam mit deinen Ärzt:innen kannst du die Therapie anpassen und gezielt gegensteuern. Kleine Veränderungen im Alltag – mehr Bewegung, ausreichender Schlaf, bewusstes Essen – helfen dir, dein Gewicht auch unter Betablocker-Einnahme positiv zu beeinflussen.

Wichtig ist: Setze Betablocker niemals eigenständig ab. Lass dich ärztlich begleiten und finde gemeinsam die passende Lösung für dich.

zanadio: kostenlos auf Rezept

Die erste Abnehm-App auf Rezept für den BMI-Bereich 30–40 kg/m². Ganzheitlich, individuell und persönlich begleitet.

Persönliche Beratung?