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Gewichtszunahme durch Medikamente

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Gewichtszunahme durch Medikamente

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Diese Medikamente können zur Gewichtszunahme führen

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Medikamente und Wirkstoffe sowie Arten von Medikamenten, die eine Gewichtszunahme fördern können. Zu den wichtigsten gehören:

  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Cortison
  • Hormonpräparate
  • Betablocker

Dabei gibt es innerhalb der Wirkstoffklassen durchaus Unterschiede, wie stark die Gewichtszunahme mit den jeweiligen Medikamenten durchschnittlich ausfällt. So sorgte der in trizyklischen Antidepressiva enthaltene Wirkstoff Amitriptylin in einer Studie für eine monatliche Gewichtszunahme von 1,8 kg. Mit den Wirkstoffen Nortriptylin und Imipramin nahmen die Probanden hingegen etwa 1 kg pro Monat zu.

Genau wie andere Nebenwirkungen ist die Gewichtszunahme durch Medikamente aber nicht bei jedem gleich. Während der:die eine durch bestimmte Wirkstoffe gar nicht zunimmt, schießt das Gewicht bei jemand anderem vielleicht unkontrolliert in die Höhe.

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Der BMI ist ein Maß zur Bewertung des Körpergewichts. Mit ihm kannst du herausfinden, ob du Übergewicht hast.

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Nach acht Wochen zanadio habe ich zehn Kilo abnehmen können, seit 15 Wochen insgesamt konnte ich 25 Kilo reduzieren.

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Darum nehmen wir mit manchen Medikamenten zu

Im Großen und Ganzen gibt es zwei Gründe, warum Medikamente zu einer Gewichtszunahme führen: Sie steigern entweder den Appetit oder verlangsamen den Stoffwechsel, was den Energieverbrauch senkt. In beiden Fällen bringen sie den vorher ausgeglichenen Energiehaushalt durcheinander. Durch die positive Energiebilanz nimmst du langsam aber sicher zu.

Antidepressiva und Neuroleptika fördern den Appetit

Einige Antidepressiva verursachen einen trockenen Mund. Dadurch wird unser Trinkverhalten angeregt, was grundsätzlich positiv ist. Greifen wir dabei aber zu süßen und zuckerhaltigen Getränken, nehmen wir schnell mehr Energie auf als wir brauchen.

Außerdem sorgen Antidepressiva und Neuroleptika durch den Eingriff in die Signalübertragung im Gehirn für verstärkten Appetit. Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin sind nicht nur für die Stimmung, sondern auch für das Gleichgewicht von Hunger und Sättigung zuständig.

Dementsprechend verändern viele Medikamente gegen psychische Krankheiten auch das Hungergefühl. Wir haben dann verstärkt Appetit auf Süßes und nehmen dadurch mehr Energie zu uns als wir eigentlich brauchen.

➚ In unserem Artikel Gewichtszunahme wegen Antidepressiva erfährst du mehr.

Insulin und Kortison begünstigen Adipositas und erschweren das Abnehmen

Insulin und Kortison sorgen nicht durch eine Steigerung des Appetits für eine Gewichtszunahme. Stattdessen sorgt Insulin dafür, dass in der Leber und dem bereits vorhandenen Fettgewebe mehr Fette gebildet und weniger abgebaut werden. Dadurch wird auch das Abnehmen erschwert. Für Diabetiker:innen ist es deshalb essentiell, dass sie ihren Insulinbedarf genau einschätzen und dosieren.[1]

Kortison wird häufig bei chronischen Entzündungen verordnet, um diese zu lindern. Es begünstigt aber auch den Aufbau von Fettreserven. Einerseits fördert es ganz aktiv den Aufbau von Fett. Andererseits sorgt es dafür, dass Insulin seine Wirkung stärker entfaltet, wodurch das Abbauen der Fettreserven erschwert wird.

Gewichtszunahme durch Betablocker noch unklar

Betablocker gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in Deutschland. Sie kommen vor allem bei Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Beschwerden zum Einsatz. Durch das Blockieren der sogenannten Beta-Rezeptoren entfalten sie im Körper eine vielfältige Wirkung: Sie senken nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Grundumsatz und die Wärmeproduktion. Daher vermuten Forscher, dass sie eine Gewichtszunahme begünstigen. In Studien konnte dieser Effekt bisher aber nicht zuverlässig nachgewiesen werden.

Wassereinlagerungen durch Blutdrucksenker, Hormone, Schmerzmittel und Antidepressiva

Verschiedene Medikamente wie ACE-Hemmer, hormonelle Verhütungsmittel, Lithium und andere Antidepressiva sowie Blutdrucksenker wie Lercanidipin können zu einer Gewichtszunahme führen. Hier nehmen Patient:innen aber nicht wirklich zu, sondern lagern vielmehr Wasser ein. Bei einer kürzeren Therapie ist das kein Problem: Die Wassereinlagerungen verschwinden wieder, sobald die Medikamente nicht mehr eingenommen werden. [2]

Abnehmen trotz Gewichtszunahme durch Medikamente?

Viele Menschen mit Übergewicht, die die genannten Medikamente nehmen, fragen sich: „Kann ich überhaupt abnehmen? Oder sind meine Bemühungen aufgrund der gewichtsfördernden Medikamente sowieso vergebens?“ Diese Frage lässt sich leider nicht eindeutig beantworten. In jedem Fall stehen dir aber verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wenn bei dir Medikamente zu einer Gewichtszunahme führen.

1. Medikamente umstellen bei psychischen Erkrankungen

Wenn du unter einer psychischen Erkrankung leidest, solltest du auf keinen Fall deine Medikamente absetzen – selbst wenn du seit Einnahme stark an Gewicht zugenommen hast. Stattdessen setzt du dich am besten mit deinem:deiner Psychiater:in oder Hausärzt:in zusammen: Es gibt mittlerweile eine große Vielfalt verschiedener Antidepressiva, Neuroleptika und Antipsychotika. Vor allem bei der Entwicklung neuer Antidepressiva-Wirkstoffe gab es große Fortschritte.

Zusammen findet ihr bestimmt eine Alternative, die dir hilft, ohne dich mit zusätzlichem Gewicht zu belasten. Unter Umständen musst du dafür mehrere Präparate probieren, bis du das Richtige findest. Das ist natürlich schwer. Such dir Unterstützung bei Familie und Freund:innen und mache regelmäßige Termine bei Profis, die dir helfen, am Ball zu bleiben.

2. Medikamente möglichst niedrig dosieren

Kortison, Insulin und Antidepressiva fördern die Gewichtszunahmen nicht pauschal. Stattdessen gilt: Je höher die Wirkstoffe dosiert sind, desto stärker wirken sie sich auf das Gewicht aus. Bespreche damit am besten von Anfang an mit deinem:deiner Hausärzt:in oder Fachärzt:in, welche Dosis für dich sinnvoll ist. Wirken die Medikamente zwar gut, du leidest aber stark unter dem zusätzlichen Gewicht, kannst du eine niedrigere Dosis probieren. Mache das aber niemals auf eigene Faust, sondern immer in Absprache und unter der Überwachung durch deine Ärzt:innen.

3. Langfristig: Medikamente absetzen

Leidest du unter Depressionen oder Angststörungen, kann dir eine Psychotherapie dabei helfen, deine Probleme auch ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Das bedeutet zwar zuerst viel Arbeit, lohnt sich aber. Schließlich profitiert davon nicht nur deine seelische, sondern auch deine körperliche Gesundheit.

Musst du aufgrund einer körperlichen Erkrankung gewichtsfördernde Medikamente nehmen, kannst du dich nach alternativen Therapieformen erkundigen. Manchmal kannst du dadurch langfristig auf Medikamente verzichten. Das ist natürlich nicht immer möglich. Aber auch dann musst du nicht verzweifeln.

➚ Lies hier, wie du Motivation beim Abnehmen und Dranbleiben bekommst.

4. Mehr Aktivität und ausgewogener Ernährung

Ja, es stimmt: Musst du bestimmte Medikamente wie Kortison, Insulin oder Antidepressiva nehmen, kann es das Zunehmen erleichtern und das Abnehmen erschweren. Es ist trotzdem nicht unmöglich, Gewicht zu verlieren – nur leider musst du etwas mehr dafür arbeiten.

zanadio hilft dir dabei, mehr Bewegung in deinen Alltag zu integrieren und dich ausgewogener zu ernähren. So kannst du nach und nach mit kleinen Schritten erfolgreich abnehmen und dein Gewicht langfristig halten. Sprich mit deinen behandelnden Ärzt:innen über zanadio. Sie können dir bei einem BMI zwischen 30 und 40 ein Rezept ausstellen. Dann zahlt die Krankenkasse die Therapie. Ein Handout für deine Ärzt:in findest du hier zum Download.

Häufig gestellte Fragen

Quellen
  1. [1] www.thieme.de
  2. [2] Viele Medikamente machen Ödeme. CV 16, 28 (2016).
  3. Wirth, A. (2013). Adipositas: Epidemiologie. Ätiologie. Folgekrankheiten. Therapie. Springer-Verlag.
  4. Herpertz, S., De Zwaan, M., & Zipfel, S. (Eds.). (2008). Handbuch Essstörungen und Adipositas (Vol. 10). Heidelberg: Springer.

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