Über Adipositas

Leptin: Wirkung des Sättigungshormons

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Leptin: Wirkung des Sättigungshormons

Digitale Adipositas-Therapie

  • Ganzheitliches Programm
  • Wissenschaftlich fundiert
  • Persönlich für dich da
  • Kostenlos auf Rezept
Jetzt starten

Was ist Leptin?

Leptin ist ein Hormon, das hauptsächlich im Fettgewebe produziert wird. Es gehört zu den sogenannten Fettgewebshormonen (Adipokinen) und dient als Botenstoff, um dem Gehirn den Energiezustand des Körpers mitzuteilen. Je nachdem, wie viel Fett in einem Körper gespeichert ist, wird auch mehr Leptin produziert. Ein Anstieg des Leptinspiegels gilt als Sättigungssignal für dein Gehirn, dass du genug Energie aufgenommen hast und die Nahrungsaufnahme eingestellt werden kann. Deshalb nennt man Leptin auch das Sättigungshormon. Es wirkt entgegengesetzt zu Ghrelin, dem sogenannten Hungerhormon. [1,2]

Leptin wird von den Fettzellen ins Blut abgegeben. Über die Leptinkonzentration im Blut sind so Rückschlüsse auf den Körperfettanteil möglich. Nachdem das Leptin die Blut-Hirn-Schranke passiert hat, wirkt es im Hypothalamus, einem Teil des Gehirns. [1,2]

Welche Wirkungen hat Leptin im Körper?

Leptin reguliert den Appetit, indem es an spezielle Rezeptoren (Andockstellen) der Zellen bindet. Die Bindung fördert die Ausschüttung weiterer appetitzügelnder Botenstoffe und hemmt appetitsteigernde Hormone. Hunger- und Sättigungsgefühle entstehen durch das Zusammenspiel verschiedener Substanzen. Auch die Magenfüllung bzw. -dehnung und Botenstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt spielen eine Rolle. [1,2]

Leptin wirkt neben der Regulation des Hungergefühls noch an anderen Vorgängen im Körper mit, wie z. B.: [1,2]

  • Förderung der Glukoseverwertung
  • Beeinflussung des Knochenaufbaus
  • Steigerung von Blutdruck und Herzfrequenz
  • Anregung der Bildung von Schilddrüsen- und Wachstumshormonen
  • Einfluss auf Entzündungsprozesse und die Wundheilung

Motivation

Besonders gefällt mir die psychologische Begleitung.

Mareike
Mareikes Geschichte lesen

Leptinresistenz bei Adipositas und die Auswirkungen

Bei einer Leptinresistenz wirkt Leptin trotz hoher Spiegel im Körper nicht mehr richtig. Menschen mit Übergewicht haben oft hohe Leptinspiegel, aber ihr Körper erkennt das Sättigungshormon nicht mehr. Wissenschaftler:innen vermuten, dass ein gestörter Leptintransport ins Gehirn oder eine Funktionshemmung der Rezeptoren dafür verantwortlichen sein könnte. Auch eine Ernährung, die reich an Fett oder Zucker ist, kann die Leptinwirkung beeinträchtigen. [3,4]

Eine Leptinresistenz führt dazu, dass du mehr isst, als dein Körper braucht, was das Übergewicht weiter verschlimmert. Dies kann zu Schäden am Herz-Kreislauf-System und am Bewegungsapparat führen. Auch das Risiko für Diabetes ist erhöht. Ein zu hoher Leptinspiegel kann zudem Entzündungsprozesse fördern. Eine ausgewogene Ernährung kann die Leptinempfindlichkeit deines Körpers verbessern und gesundheitlichen Schäden vorbeugen. [3,4]

Übergewicht und Leptinresistenz behandeln

Mit einer Umstellung von Ernährung und Lebensstil lässt sich eine Leptinresistenz bekämpfen. Eine Ernährung mit viel Protein und Ballaststoffen, wenig Fruchtzucker und fettigen Speisen, sowie der Verzicht auf Alkohol kann helfen. Drei Hauptmahlzeiten pro Tag mit Pausen von mindestens vier Stunden zwischen den Mahlzeiten kann den Stoffwechsel regenerieren. Dadurch können sich Leptin und Ghrelin besser regulieren. Auch regelmäßige körperliche Aktivität spielt eine wichtige Rolle. [5,6]

Abnehmen mit Leptin?

Da Menschen mit Übergewicht oft schon hohe Leptinspiegel im Körper haben, hilft eine zusätzliche Zufuhr von Leptin beim Abnehmen nicht. Nur bei einem angeborenen Leptinmangel, kann eine Therapie mit künstlich hergestelltem Leptin helfen. Diese seltene Erkrankung führt schon in der Kindheit zu einer extremen Gewichtszunahme und anderen gesundheitlichen Problemen. [9,10]

Orale Präparate mit Leptin sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Auf dem Markt finden sich unter anderem Globuli, Kapseln oder Tabletten. Meist enthalten solche Mittel leptinähnliche Substanzen oder Stoffe, die den Leptinstoffwechsel ankurbeln sollen. Bei Normalgewichtigen, die zum Beispiel aufgrund von Schlafmangel einen zu niedrigen Leptinspiegel haben, kann eine Unterstützung der Leptinwirkung hilfreich sein.

Bei Übergewicht und einer Leptinresistenz sollte dein erster Schritt eine Ernährungsumstellung auf fett- und zuckerarme sowie ballaststoffreiche Lebensmittel sein. Erzeugt das Leptin keine Sättigungswirkung mehr, kannst du durch die Aufnahme quellender und unverdaulicher Faserstoffe (Ballaststoffe) eine Sättigung erzeugen. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Flohsamenschalen, Gemüse und Beeren sind Beispiele für Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen. [9,10]

Verordnung von Leptin und Nebenwirkungen

Bei angeborenem Leptinmangel oder Lipodystrophie, kann Metreleptin zur subkutanen Injektion verordnen werden. Dies stellt das Sättigungsgefühl wieder her und verbessert die Insulinempfindlichkeit. Nebenwirkungen können sein:

  • allergische Reaktionen
  • Hypoglykämien (Unterzuckerungen)
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit

Ein langsames Ausschleichen des Medikaments bei Behandlungsende ist wichtig, um hohe Blutfettwerte zu vermeiden. Mit einer fettarmen Ernährungsweise kannst du hohen Blutfettwerten vorbeugen und so die Behandlung unterstützen. [9,10]

Quellen
  1. [1] Friedman, J. M., & Halaas, J. L. (1998). Leptin and the regulation of body weight in mammals. Nature, 395(6704), 763-770.
  2. [2] Considine, R. V., Sinha, M. K., Heiman, M. L., Kriauciunas, A., Stephens, T. W., Nyce, M. R., … & Caro, J. F. (1996). Serum immunoreactive-leptin concentrations in normal-weight and obese humans. New England Journal of Medicine, 334(5), 292-295.
  3. [3] Myers, M. G., Leibel, R. L., Seeley, R. J., & Schwartz, M. W. (2010). Obesity and leptin resistance: distinguishing cause from effect. Trends in Endocrinology & Metabolism, 21(11), 643-651.
  4. [4] Friedman, J. M. (2019). Leptin and the endocrine control of energy balance. Nature Metabolism, 1(8), 754-764.
  5. [5] Martinez, J. A. (2000). Body-weight regulation: causes of obesity. Proceedings of the Nutrition Society, 59(3), 337-345.
  6. [6] Varela, L., & Horvath, T. L. (2012). Leptin and insulin pathways in POMC and AgRP neurons that modulate energy balance and glucose homeostasis. EMBO reports, 13(11), 1079-1086.
  7. [7] Farshchi, H. R., Taylor, M. A., & Macdonald, I. A. (2004). Regular meal frequency creates more appropriate insulin sensitivity and lipid profiles compared with irregular meal frequency in healthy lean women. European Journal of Clinical Nutrition, 58(7), 1071-1077.
  8. [8] Jenkins, D. J., Wolever, T. M., Vuksan, V., Brighenti, F., Cunnane, S. C., Rao, A. V., … & Corey, P. (1989). Nibbling versus gorging: metabolic advantages of increased meal frequency. New England Journal of Medicine, 321(14), 929-934.
  9. [9] Farooqi, I. S., Jebb, S. A., Langmack, G., Lawrence, E., Cheetham, C. H., Prentice, A. M., … & O’Rahilly, S. (1999). Effects of recombinant leptin therapy in a child with congenital leptin deficiency. New England Journal of Medicine, 341(12), 879-884.
  10. [10] Licinio, J., Caglayan, S., Ozata, M., Yildiz, B. O., de Miranda, P. B., O’Kirwan, F., … & Wong, M. L. (2004). Phenotypic effects of leptin replacement on morbid obesity, diabetes mellitus, hypogonadism, and behavior in leptin-deficient adults. Proceedings of the National Academy of Sciences, 101(13), 4531-4536.

zanadio: kostenlos auf Rezept

Die erste Abnehm-App auf Rezept für den BMI-Bereich 30–40 kg/m². Ganzheitlich, individuell und persönlich begleitet.

Persönliche Beratung?