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Wie kann ich abnehmen trotz Lipödem?
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Was ist ein Lipödem?
Ein Lipödem ist eine dauerhafte Veränderung im Fettgewebe. Meist betrifft es Beine, Hüften, Gesäß oder Arme. Diese Veränderung tritt vor allem bei Frauen auf und kann mit hormonellen Einflüssen zusammenhängen [1]. Das Fettgewebe fühlt sich oft empfindlich an. Manche spüren Druck, Schmerzen oder ein Schweregefühl. Auch blaue Flecken oder tastbare Knoten kommen häufiger vor.
Trotz Bewegung, ausgewogener Ernährung und Kaloriendefizit verändert sich das Körpergewicht kaum. Es hat nichts mit mangelndem Einsatz zu tun. Vielmehr zeigt sich: Lipödem-Fett unterscheidet sich in seiner Struktur und reagiert anders auf gängige Abnehmstrategien [1].
Typische Beschwerden:
- Druckempfindlichkeit
- Schmerzen
- Schwellungen
- Schweregefühl
- Blutergüsse
- Verhärtungen oder Knoten unter der Haut
Ursachen von Lipödemen
Warum ein Lipödem entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten, dass verschiedene Faktoren zusammenspielen können. Dazu gehören zum Beispiel genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen, hoher Stress und belastende Lebensereignisse. [2]
Neuere Studien gehen der Frage nach, ob auch andere körperliche Prozesse an der Entstehung eines Lipödems beteiligt sein könnten. Dabei stehen unter anderem eine Insulinresistenz – eine eingeschränkte Wirkung des Hormons Insulin – sowie veränderte Cortisolwerte im Fokus. Cortisol ist ein Hormon, das bei Stress ausgeschüttet wird. Beide Faktoren könnten das Fettgewebe beeinflussen und Entzündungen begünstigen [3].
Ernaehrung
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Was ist ein Lipödem nicht?
Lipödem, Lymphödem und Adipositas werden häufig verwechselt. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen, die aber gleichzeitig auftreten können [2]. Ein Lipödem ist nicht durch Übergewicht verursacht und hat nichts mit Willenskraft zu tun. Es ist eine chronische, genetisch und hormonell beeinflusste Erkrankung. Vorurteile und Fehlinformationen erschweren den Alltag vieler Betroffener zusätzlich.
➚ Erfahre hier mehr über das Erkennen und die Behandlung von Lipödem
Adipositas und Lipödem
Ein Lipödem kann unabhängig vom Körpergewicht auftreten. Auch Menschen mit einem niedrigen BMI können betroffen sein. Jedoch tritt oftmals ein Lipödem gemeinsam mit Adipositas auf [2].
Forschende diskutieren, dass Adipositas das Risiko für ein Lipödem erhöhen könnte. Gleichzeitig kann ein bestehendes Lipödem dazu führen, dass das Körpergewicht schwerer zu beeinflussen ist [2]. Beide Erkrankungen können sich also gegenseitig beeinflussen. Deshalb wird eine Behandlung, bei der verschiedene Fachbereiche wie Ernährungsmedizin, Bewegungstherapie und gegebenenfalls operative Maßnahmen zusammenarbeiten, empfohlen [13].
Studien zeigen, dass zwischen 25 und 88 % der Menschen mit Lipödem auch Adipositas aufweisen. Die Unterschiede zwischen den Studien ergeben sich aus verschiedenen Untersuchungsmethoden und Beschreibungen [3].
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Warum sich das Körpergewicht bei Lipödem langsamer verändert
Das Fettgewebe beim Lipödem ist anders aufgebaut als normales Körperfett. Folgende Besonderheiten stecken dahinter:
- Hormonempfindlich: Das Fettgewebe reagiert stark auf Hormone wie Östrogen (beeinflusst das Wachstum von Fett- und Bindegewebe). Deshalb kann es in bestimmten Lebensphasen – z.B. während der Pubertät oder den Wechseljahren – stärker wachsen. [1]
- Weniger aktiv: Lipödem-Fett baut sich bei Bewegung oder Diäten nur langsam ab. Es bleibt oft bestehen, selbst wenn das Körpergewicht insgesamt sinkt. [2]
- Entzündlich: Im Gewebe entstehen oft leichte, aber dauerhafte Entzündungen. Diese können zu Schmerzen, Schwellungen oder einem Spannungsgefühl führen. [3]
- Verhärtet: Das Gewebe ist oft fester und weniger elastisch. Es enthält auch mehr Flüssigkeit als normales Fettgewebe. [4]
Therapie des Lipödems
Verschiedene Ansätze können den Alltag mit einem Lipödem entlasten. Fachleute empfehlen meist eine Kombination aus den folgenden Möglichkeiten [14]:
Kompression: Flachstrickstrümpfe fördern den Lymphfluss und lindern Schwellungen und Schmerzen. Die Kosten werden oft von den Krankenkassen übernommen.
Lymphdrainage:Sanfte Massage, die Flüssigkeit aus dem Gewebe ableitet und Druck verringern kann.
Hautpflege:Rückfettende Cremes schützen empfindliche Haut und beugen Reizungen vor.
Bewegung und Ernährung:Regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung können das Wohlbefinden fördern – besonders bei zusätzlicher Adipositas.
Psychologische Unterstützung:Gespräche mit Fachpersonen helfen bei seelischer Belastung durch Schmerzen oder Fehldiagnosen.
Liposuktion: In fortgeschrittenen Stadien kann eine Fettabsaugung helfen. Unter bestimmten Bedingungen übernehmen Krankenkassen die Kosten.
Abnehmen mit Lipödem
Beim Lipödem verändert sich das Fettgewebe nur langsam – auch wenn du weniger Energie aufnimmst oder dich mehr bewegst. Trotzdem kann eine langfristige Veränderung des Lebensstils dabei helfen, Beschwerden zu lindern und dich im Alltag wohler zu fühlen [1].
Gewichtsveränderungen betreffen meist zuerst die Körperstellen, die nicht vom Lipödem betroffen sind. Das ist vollkommen normal. Auch an diesen Stellen kann eine Gewichtsreduktion dabei helfen, den Druck auf das Lymphsystem zu verringern und Entzündungsprozesse zu reduzieren.
Empfohlen wird, sich nicht allein auf das Gewicht zu konzentrieren, sondern auf das, was sich im Körper verändert:
- Weniger Spannungsgefühl
- Bessere Beweglichkeit
- Mehr Energie im Alltag
- Stabileres Körpergefühl
Veränderungen brauchen Zeit. Eine regelmäßige Begleitung, zum Beispiel durch Ernährungsberatung, Bewegungstherapie oder/und medizinische Unterstützung, kann dich dabei entlasten.
Ziel ist es nicht, möglichst schnell Gewicht zu verlieren, sondern langfristig mehr Lebensqualität zu gewinnen – auf deine eigene Weise [1].
Ernährung und Lipödem
Die Ernährung kann bei Lipödem eine wichtige Rolle spielen. Sie hat keinen direkten Einfluss auf das betroffene Fettgewebe, kann aber helfen, Entzündungen zu verringern, das Körpergefühl zu verbessern und den Stoffwechsel zu stabilisieren [1].
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, pflanzlichen Fetten und wenig Zucker wird in der Forschung häufig mit positiven Effekten in Verbindung gebracht. Ziel ist es, das Gewebe zu entlasten, Blutzuckerschwankungen zu vermeiden und entzündliche Prozesse zu reduzieren.
Lebensmittel, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden:
- Gemüse, Beeren und Hülsenfrüchte
- pflanzliche Fette, zum Beispiel Omega-3 aus Nüssen, Leinsamen oder Leinöl
- ausreichend Wasser (1,5-2L /Tag)
- wenig Zucker, Weißmehl und stark verarbeitete Produkte
- möglichst wenig Fleisch und Alkohol
➚ Erfahre hier mehr über die ausgewogene Ernährung
Eine solche Umstellung braucht Zeit. Es hilft, Veränderungen in kleinen Schritten umzusetzen und dabei verständnisvoll mit dir selbst zu sein.
Eine kohlenhydratarme oder ketogene Ernährung wird aktuell untersucht. Erste Studien zeigen, dass sie bei manchen Menschen mit Lipödem den Stoffwechsel positiv beeinflussen kann [1]. Jedoch sollte in deiner Ernährung kein Verzicht entstehen.
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Milchprodukte bei Lipödem
Einige Menschen mit Lipödem berichten, dass sich ihre Beschwerden durch den Verzehr von Milch- oder Käseprodukten verstärken. Auch Fleisch wird in diesem Zusammenhang manchmal genannt. Diese Erfahrungen sind individuell und wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt [1]. In manchen Fällen wird eine pflanzenbasierte Ernährung als entlastend empfunden – zum Beispiel, weil sie arm an tierischen Fetten ist und viele entzündungsarme Lebensmittel enthält.
Ob und wie Milchprodukte das Lipödem beeinflussen, ist noch nicht abschließend geklärt. Es kann sinnvoll sein, Veränderungen beim Essen für dich selbst zu beobachten und mit Fachpersonen gemeinsam zu besprechen, was dir guttut.
Bewegung: Aktiv sein mit Rücksicht auf den Körper
Bewegung ist wichtig: insbesondere eine hohe Alltagsbewegung sowie Bewegungen im Wasser sind förderlich. Insgesamt ist entscheidend, dass dein Körper nicht überlastet wird. Bewegung kann den Lymphfluss stärken – das ist gut. Doch zu viel oder zu intensives Training kann Schmerzen verstärken. Was zu viel ist, spürst nur du. Deshalb: Keine starren Regeln, sondern individuelle Lösungen, die dir guttun.
Wichtig ist, dass du auf die Belastung deiner Gelenke achtest. Bei höherem Körpergewicht oder bestehenden Gelenkproblemen kann Joggen ungünstig sein. In solchen Fällen sind gelenkschonende Bewegungsformen, wie Radfahren oder Schwimmen, oft besser geeignet. Entscheidend ist, dass du eine Bewegungsart findest, die zu dir passt und dir Freude bereitet.
Tipp: Kompressionsstrümpfe können auch beim Sport getragen werden. Sie helfen dabei, den Lymphfluss zu unterstützen und Schwellungen vorzubeugen.
Fazit
Ein Lipödem geht oft mit körperlichen und seelischen Belastungen einher. Es braucht Zeit, um Wege zu finden, die im Alltag entlasten und guttun. Veränderungen bei Gewicht, Bewegung oder Ernährung wirken beim Lipödem anders als bei anderen Körperformen. Deshalb ist es unterstützend, ein ganzheitliches und gut begleitetes Vorgehen zu wählen.
Es geht nicht darum, schnelle Erfolge zu erzielen, sondern Schritt für Schritt mehr Stabilität, Wohlbefinden und Selbstbestimmung zu gewinnen. Auch kleine Veränderungen können viel bewirken – besonders wenn sie zu deinem Alltag passen und langfristig umsetzbar sind.
Quellen
- [1] Kamamoto, F., Baiocchi, J. M. T., Batista, B. N., Ribeiro, R. D. A., Modena, D. A. O., & Gornati, V. C. (2025). Lipedema: exploring pathophysiology and treatment strategies – state of the art. Jornal vascular brasileiro, 23, e20240025.
- [2] Sanlier, N., & Baltacı, S. (2025). Therapeutic Applications of Ketogenic Diets in Lipedema: A Narrative Review of Current Evidence. Current Obesity Reports, 14(1), 49.
- [3] Katzer, K., Hill, J. L., McIver, K. B., & Foster, M. T. (2021). Lipedema and the Potential Role of Estrogen in Excessive Adipose Tissue Accumulation. International Journal of Molecular Sciences, 22(21), 11720.
- [4] van la Parra, R. F. D., Deconinck, C., Pirson, G., Servaes, M., & Fosseprez, P. (2023). Lipedema. What we don’t know. Journal of Plastic, Reconstructive & Aesthetic Surgery, 84, 302–312.
- [5] Rapprich, S., Balk, H., & Hirsch, T. (2022). Das Lipödem in Abgrenzung zur Adipositas. Parallelen und Herausforderungen in der Praxis. (letzter Aufruf: 01.07.2025)
- [6] Faerber, G., Cornely, M., Daubert, C., Erbacher, G., Fink, J., Hirsch, T., Mendoza, E., Miller, A., Rabe, E., Rapprich, S., Reich-Schupke, S., Stücker, M., & Brenner, E. (2024). S2k Guideline Lipedema. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 22(9), 1303–1315.
- [7] Cifarelli, V., Smith, G. I., Gonzalez-Nieves, S., Samovski, D., Palacios, H. H., Yoshino, J., Stein, R. I., Fuchs, A., Wright, T. F., & Klein, S. (2025). Adipose Tissue Biology and Effect of Weight Loss in Women With Lipedema. Diabetes, 74(3), 308–319.
- [8] Gemeinsamer Bundesausschuss – G-BA (2019). QS-Richtlinie Liposuktion bei Lipödem im Stadium III. (letzter Aufruf: 01.07.2025)
- [9] Gemeinsamer Bundesausschuss – G-BA (2024). Pressemitteilung: Liposuktion bei Lipödem im Stadium III – Leistungsanspruch bis Ende 2025 verlängert. (letzter Aufruf: 01.07.2025)
- [10] Forner-Cordero, I., Forner-Cordero, A., & Szolnoky, G. (2021). Update in the management of lipedema. International Angiology, 40(4), 345–357.
- [11] Annunziata, G., Paoli, A., Manzi, V., Camajani, E., et al. (2024). The Role of Physical Exercise as a Therapeutic Tool to Improve Lipedema: A Consensus Statement. Current Obesity Reports, 13(4), 667–679.
- [12] Körner, M. (2015). Ernährung bei Lipödem. Vortrag. (letzter Aufruf: 01.07.2025)
- [13] Herbst, K. L., et al. (2021). Standard of Care for Lipedema in the United States. Phlebology, 36(10), 779–796.
- [14] Gemeinsamer Bundesausschuss (2025). Liposuktion bei Lipödem: Kassenleistung für alle Stadien.
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