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Antientzündliche Ernährung

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Antientzündliche Ernährung

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Was sind Entzündungen im Körper?

Entzündungen sind natürliche Abwehrreaktionen des Körpers auf Infektionen, die Infektionen oder Verletzungen abwehren sollen. Während eine akute Entzündung kurzzeitig wirkt und heilungsfördernd ist, kann eine chronische Entzündung langfristig schädlich sein. Sie wird oft durch dauerhafte Stressoren wie langanhaltende Infektionen, Autoimmunerkrankungen, anhaltenden Stress, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel oder Übergewicht ausgelöst [1].

Risiken durch chronische Entzündungen?

Chronische Entzündungen können das Immunsystem dauerhaft aktivieren, auch wenn keine unmittelbare Bedrohung wie z. B. eine Infektion oder Verletzung vorliegt. Dies kann Stoffwechselstörungen, Insulinresistenz, und sogar Nervensystemstörungen verursachen [1,2,3]. Zu den häufigsten Risiken gehören:

  • Insulinresistenz und Diabetes: Entzündungen fördern Insulinresistenz und erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes [3].
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Entzündungen können zu Arteriosklerose führen, einer häufigen Ursache von Herzkrankheiten.
  • Autoimmunerkrankungen: Überaktive Immunreaktionen können Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis fördern.
  • Krebs und psychische Erkrankungen: Chronische Entzündungen erhöhen das Risiko für Tumore und können mit Depressionen und Angststörungen in Zusammenhang stehen [4].

Zusammenhang zwischen Adipositas und Entzündungen

Bei Adipositas handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild, das durch Stoffwechselstörungen, hormonelle Veränderungen und entzündliche Prozesse gekennzeichnet ist. Besonders die Fettzellen (Adipozyten) im Bauchbereich können dabei entzündungsfördernde Substanzen, sogenannte Adipokine, produzieren. Somit trägt Adipositas zu einem chronischen Entzündungsgeschehen im Körper bei und kann somit die Entstehung von weiteren Begleiterkrankungen fördern. [3,5]

Rolle der Ernährung bei Entzündungen

Bestimmte Nahrungsmittel können entzündungsfördernde Prozesse im Körper fördern oder hemmen. Eine antientzündliche Ernährung, die reich Antioxidantien, Ballaststoffen und gesunden Fetten ist, kann helfen, Entzündungsmarker zu senken und das Immunsystem zu unterstützen [6].

Entzündungsfördernde Lebensmittel

  • Zuckerreiche Produkte wie Softdrinks, Süßigkeiten und verarbeitete Snacks
  • Transfette wie in vielen frittierten Lebensmitteln und Backwaren vorhanden
  • Raffinierte Kohlenhydrate wie Weißbrot und andere Produkte aus Weißmehl wie Nudeln
  • Verarbeitetes Fleisch wie Würstchen und andere verarbeitete Fleischprodukte
  • Übermäßiger Alkoholkonsum kann die Leber belasten und Entzündungsmarker erhöhen

Antientzündliche Ernährung und Gewichtsreduktion

Die Umstellung auf eine antientzündliche Ernährung kann dir bei der angestrebten Gewichtsreduktion helfen. Mehrere Studien belegen, dass Studien-Teilnehmende, die eine antientzündliche Diät befolgten, signifikant mehr Gewicht verloren und niedrigere Entzündungsmarker aufwiesen als die Kontrollgruppe [7,8]

Entzündungshemmende Lebensmittel

Eine Ernährung reich an Ballaststoffen wie Vollkornprodukten und Gemüse fördert eine gesunde Darmflora, die eine Schlüsselrolle in der Regulation von Entzündungsprozessen spielt. Und gewisse Lebensmittel wie Beeren, grünes Blattgemüse, Nüsse und fetter Fisch enthalten bioaktive Verbindungen, die als natürliche Entzündungshemmer wirken, die sogenannten Antioxidantien. Folgende Nahrungsmittel haben nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften [6]:

  • Obst wieBeeren und Äpfelenthalten Anthocyane, die entzündungshemmende Eigenschaften haben
  • Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Tomaten und Kürbis
  • Vollkornprodukte wie Hafer, Quinoa und Dinkel fördern die Verdauung und gehen mit niedrigen Entzündungsmarkern einher
  • Fetter Fisch wie Lachs, Makrele und Sardinen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmende Wirkungen besitzen [11].
  • Nüsse und Samen wie Walnüsse, Mandeln und Chiasamen enthalten gesunde Fette, Antioxidantien und andere bioaktive Verbindungen, die entzündungshemmend wirken. Eine Studie ergab, dass der Verzehr von Nüssen mit einer Verringerung von Entzündungsmarkern korreliert ist [10].
  • Olivenöl: Extra natives Olivenöl ist besonders reich an Antioxidantien. Es enthält Oleocanthal, das ähnliche Wirkungen wie Ibuprofen hat und Entzündungen reduziert
  • Kräuter und Gewürze: Kurkuma, Ingwer und Knoblauch haben starke entzündungshemmende Eigenschaften [13,14].

Entzündungen und Zucker

Der Verzehr von raffiniertem Zucker, zuckerreiche und verarbeitete Lebensmitteln mit versteckten Zuckern fördern chronische Entzündungen, indem sie eine Insulinresistenz erhöhen. Diese wiederum erhöht das Risiko für Adipositas und den damit verbundenen Erkrankungen. Eine bewusste Reduktion von Zucker ist daher entscheidend für die Gewichtsregulation und das allgemeine Wohlbefinden. [9]

Gute Kombinationen für eine antientzündliche Ernährung

Eine clevere Kombination von Lebensmitteln kann entzündungshemmende Wirkungen sogar verstärken, wie z. B.

  • Salate mit Spinat, Walnüssen und Beeren: Diese Kombination liefert besonders viele Antioxidantien.
  • Gerichte mit Lachs, Quinoa und Brokkoli: Reich an Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen.
  • Smoothies mit grünem Blattgemüse, Ingwer und Chiasamen: Ein nährstoffreicher Snack, der entzündungshemmend wirkt.

Entzündungswerte senken

Neben einer ausgewogenen Ernährung, die reich an Ballaststoffen und Antioxidantien ist, können auch Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, Gewichts- und Stressreduktion sowie ggf. eine medikamentöse Behandlung helfen, deine Entzündungswerte im Blut zu senken. [15]

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Zusammenhang zwischen Mikrobiom und Entzündungen

Die Zusammensetzung unseres Mikrobioms (die Gesamtheit aller Bakterien und Pilze im Darm), spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulation von Entzündungsprozessen. Denn ein gesundes Mikrobiom fördert die Immunantwort und kann entzündungshemmende Effekte haben. Eine Ernährung, die reich an Ballaststoffen und fermentierten Lebensmitteln ist, kann das Wachstum von gesundheitsfördernden Bakterien fördern und somit entzündliche Reaktionen im Körper reduzieren [16].

5 praktische Alltagstipps

  1. Planung deiner Mahlzeiten: Erstelle wöchentliche Essenspläne mit möglichst viel entzündungshemmenden Lebensmitteln, um eine bessere Kontrolle über deine Ernährung zu bekommen.
  2. Einkaufsliste: Erstelle eine Einkaufsliste mit antientzündlichen Lebensmitteln, um Versuchungen im Supermarkt zu widerstehen (und gehe nicht hungrig einkaufen!)
  3. Selber Kochen: Reduziere den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln, indem du vermehrt mit frischen Zutaten kochst.
  4. Saisonale Produkte: Nutze dabei möglichst viel saisonale und regionale Obst- und Gemüsesorten, da sie frischer und unbehandelter sind und eine höhere Nährstoffdichte vorweisen. Zur Orientierung kannst du einen Obst- und Gemüsekalender nutzen.
  5. Trinke ausreichend: Achte darauf, ausreichend Wasser oder ungesüßte Tees zu trinken, da Dehydration ebenfalls entzündungsfördernd wirken kann.

Langfristige Planung statt kurzfristige Maßnahmen

Eine nachhaltige Ernährungsumstellung kann mit kleinen, langfristigen Schritten Freude bereiten und ist oft erfolgreicher als kurzfristige Veränderungen. Wenn du deinen Fokus auf eine ausgewogene Ernährung legst, unterstützt du nicht nur deinen Weg zum Wohlfühlgewicht, sondern förderst auch deine Gesundheit. Die regelmäßige Integration antientzündlicher Lebensmittel steigert dein körperliches und psychisches Wohlbefinden – ein positiver Prozess, der dich langfristig stärkt und bereichert.

Fazit

Eine antientzündliche Ernährung bietet einen vielversprechenden Ansatz zur Förderung eines gesunden Gewichts und zur Verringerung von Begleiterkrankungen. Bei Übergewicht treten oft chronische Entzündungen im Körper auf, die das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme erhöhen können.

Wichtige Bestandteile dieser Ernährungsweise sind frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte sowie gesunde Fette, beispielsweise aus Olivenöl, Nüssen und fettem Fisch, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Diese Lebensmittel versorgen dich mit essenziellen Nährstoffen und Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken. Hilfreich ist es zudem, verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Transfette zu reduzieren, da sie chronische Entzündungen fördern können.

Quellen
  1. [1] Choi, H.M., Doss, H.M., Kim, K.S. (2020): Multifaceted Physiological Roles of Adiponectin in Inflammation and Diseases. Int J Mol Sci.
  2. [2] Prasad, S., Sung, B., Aggarwal, B.B. (2012): Age-associated chronic diseases require age-old medicine: role of chronic inflammation. Prev Med.
  3. [3] Bastard, J.P., Maachi, M., et al. (2006): Recent advances in the relationship between obesity, inflammation, and insulin resistance. Eur Cytokine Netw. PMID: 16613757
  4. [4] Dantzer, R. (2004): Cytokine-induced sickness behavior: a neuroimmune interface. Eur J Pharmacol.
  5. [5] Ferrante, A.W. Jr. (2007): Obesity-induced inflammation: a metabolic dialogue in the language of inflammation. J Intern Med.
  6. [6] Kurowska, A., Ziemichód, W., et al. (2023): The Role of Diet as a Modulator of the Inflammatory Process in the Neurological Diseases. Nutrients.
  7. [7] Kenđel Jovanović, G., et al. (2020): The Efficacy of an Energy-Restricted Anti-Inflammatory Diet for the Management of Obesity in Younger Adults. Nutrients.
  8. [8] Bagheri, S., Zolghadri, S., Stanek, A. (2022): Beneficial Effects of Anti-Inflammatory Diet in Modulating Gut Microbiota and Controlling Obesity. Nutrients.
  9. [9] Della Corte, K.W., Perrar, I., et al. (2018): Effect of Dietary Sugar Intake on Biomarkers of Subclinical Inflammation: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients.
  10. [10] Yu, Z., Malik, V.S., et al. (2016): Associations between nut consumption and inflammatory biomarkers. Am J Clin Nutr.
  11. [11] Calder, P.C. (2017): Omega-3 fatty acids and inflammatory processes: from molecules to man. Biochem Soc Trans.
  12. [12] Davis, C.D. (2016): The Gut Microbiome and Its Role in Obesity. Nutr Today.
  13. [13] Aggarwal, B.B., Sundaram, C., Malani, N., Ichikawa, H. (2007): Curcumin: the Indian solid gold. Adv Exp Med Biol.
  14. [14] Poles, J., Karhu, E., McGill, M., et al. (2021): The effects of twenty-four nutrients and phytonutrients on immune system function and inflammation: A narrative review. J Clin Transl Res.
  15. [15] Black, P.H. (2006): The inflammatory consequences of psychologic stress: relationship to insulin resistance, obesity, atherosclerosis and diabetes mellitus, type II. Med Hypotheses.

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