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Leberwerte senken: Tipps für bessere Lebergesundheit

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Leberwerte senken: Tipps für bessere Lebergesundheit

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Lebererkrankungen in Deutschland

Laut der Deutschen Leberstiftung gibt es mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland mit Lebererkrankungen, von denen viele unerkannt bleiben. Denn Lebererkrankungen können relativ symptomlos verlaufen und werden daher oft erst spät erkannt. Durch einfache Maßnahmen lassen sich erhöhte Leberwerte jedoch erkennen, senken und so Folgeerkrankungen vermeiden. [1]

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In den 15 Monaten, die ich mit zanadio verbracht habe, habe ich 23 kg abgenommen.

Carina
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Welche Aufgaben hat die Leber?

Die Leber ist unser größtes inneres Organ und wiegt rund 1,5 kg. Sie ist das zentrale Stoffwechselorgan unseres Körpers und erfüllt lebenswichtige Aufgaben: [1]

  1. Entgiftung: Abbau und Ausscheidung von Giftstoffen, Medikamenten und Stoffwechselprodukten
  2. Produktion von Blutgerinnungsfaktoren, Eiweißen für das Abwehrsystem und das Transportprotein Albumin
  3. Stoffwechselregulation: Regulation des Fett- und Zuckerstoffwechsels, Freisetzung von Glukose bei Bedarf und Speicherung bei Überschuss
  4. Produktion von Gallenflüssigkeit: Tägliche Produktion von bis zu 1000 ml Gallenflüssigkeit, die der Verdauung von Fetten im Darm dient.
  5. Abbau und Aktivierung von Hormonen: Sexualhormone (Östrogen, Testosteron), Wachstumshormone, aber auch Insulin und Glukagon werden in der Leber abgebaut. Schilddrüsenhormone oder Vitamin D werden in der Leber aktiviert.
  6. Speicherung von Vitaminen wie z. B. Vitamin A, D, B12 und Mineralstoffen wie z. B. Eisen, Kupfer
  7. Immunfunktion: Beteiligung an Prozessen des Immunsystems, insbesondere in Bezug auf die Blutreinigung

Leberwerte und ihre Bedeutung

Leberwerte sind Blutwerte, die Aussagen über die Funktion der Leber geben. Folgende Leberwerte werden typischerweise bestimmt und sind bei Lebererkrankungen oder -störungen in erhöhter (oder zu niedriger) Konzentration nachweisbar: [1,2]

  1. GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase), auch als Alanin-Aminotransferase (ALT/ALAT) bekannt: Erhöhte Werte können auf Leberschäden hinweisen, z. B. durch Entzündungen oder Lebererkrankungen.
  1. GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase), auch als Aspartat-Aminotransferase (AST/ASAT) bekannt: Erhöhte Werte können auf Lebererkrankungen oder Herzprobleme hindeuten.
  1. Gamma-Glutamyltransferase (GGT): Erhöhte Werte können auf Lebererkrankungen oder Gallengangsprobleme hinweisen.
  1. Alkalische Phosphatase (AP): Erhöhte Werte können auf Leber- oder Knochenprobleme hinweisen.
  1. Bilirubin: Hohe Bilirubinwerte können auf Lebererkrankungen oder Probleme mit den Gallenwegen hindeuten.
  1. Albumin: Niedrige Werte können auf Lebererkrankungen oder Eiweißmangel hinweisen.
  1. Gesamtprotein: Abweichungen können auf Leber- oder Nierenprobleme hindeuten.

Am bekanntesten ist der Gamma GT-Wert. Er ist ein sehr sensibler Leberwert, da er schon bei kleinsten Beeinträchtigungen der Leber ansteigt. Senken solltest du ihn, wenn er bei Männern über 60 U/l und bei Frauen über 40 U/l ansteigt.

Wie kommt es zu erhöhten Leberwerten?

Erhöhte Leberwerte können verschiedene Gründe haben. Sie müssen nicht auf schwerwiegende Lebererkrankungen hinweisen, sondern können auch durch andere Faktoren wie langanhaltender Stress, Infektionen oder Medikamente verursacht werden. Neben Antibiotika und Antidepressiva gelten auch entzündungshemmende Medikamente als leberschädigend. [1]

In welchem Zusammenhang stehen die Werte mit Erkrankungen?

Erhöhte oder abweichende Leberwerte können jedoch auch ein Hinweis auf Erkrankungen sein. Die bekanntesten Lebererkrankungen sind: [3]

  • Hepatitis (entzündliche Erkrankung der Leber, oft durch Viren verursacht)
  • Leberzirrhose (Narbenbildung und Funktionsverlust des Lebergewebes)
  • Lebertumore
  • Fettlebererkrankung (Ablagerung von Fett in der Leber)
  • Autoimmunhepatitis (der Körper greift die Leberzellen an).

Darüber hinaus können abnormale Fettleberwerte auch auf weitere Erkrankungen des Körpers hinweisen:

  • Stoffwechselstörungen wie die Hämochromatose (Eisenüberladung im Körper) oder die Wilson-Krankheit (Kupferstoffwechselstörung)
  • Gallenwegserkrankungen wie Verstopfung oder Entzündung der Gallenwege
  • Herzinsuffizienz: Eine schlechte Herzfunktion kann zu Stauungsleber führen, was zu erhöhten Leberwerten führen kann.
  • Infektionen: Neben Hepatitis können auch andere Infektionen die Leber beeinflussen und zu erhöhten Leberwerten führen.
  • Alkoholismus: Übermäßiger Alkoholkonsum kann zu Leberschäden führen, einschließlich Fettleber, Alkoholhepatitis und Zirrhose.
  • Fettleibigkeit: Übergewicht und Fettleibigkeit können zu einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung führen.

Die Fettleber

Eine der häufigsten Lebererkrankungen ist die Fettleber (Steatosis hepatis). Man unterscheidet zwischen einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL= non-alcoholic fatty liver) und einer alkoholischen Fettleber (AFL= alcoholic fatty liver). Die NAFL entsteht häufig unbemerkt durch eine zu kohlenhydrat- und fettreiche Ernährung. Vor allem Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas sind häufiger von einer Fettleber betroffen. [4]

Meist bleibt die Erkrankung unbemerkt, da sie fast symptomlos verläuft. Lediglich ein leichtes Druckgefühl im rechten Oberbauch oder Abgeschlagenheit können sich bemerkbar machen. Besteht über längere Zeit eine Fettleber, kann sich daraus eine Leberzirrhose entwickeln.

Bei gleichzeitiger Adipositas kann ein Teufelskreis entstehen, denn eine Fettleber ist nicht nur eine Folgeerkrankung von Adipositas, sie fördert auch gleichzeitig das Übergewicht: Durch die Verfettung kann die Leber nicht richtig arbeiten, der Stoffwechsel gerät durcheinander, das Gewicht steigt weiter und das Abnehmen fällt schwer. [4]

Was schädigt die Leber?

Die Leber kann durch verschiedene Faktoren und Substanzen geschädigt werden. Dazu zählen übermäßiger Alkoholkonsum, Medikamenten- und Drogenmissbrauch, Virusinfektionen, eine stark zucker- und fetthaltige Ernährung, das metabolische Syndrom, Umweltgifte wie Industriechemikalien, Schwermetalle oder Pilzgifte, Parasiten, Viren wie Hepatitisviren und genetische Faktoren.

Wie kann man die Leberwerte senken?

Erhöhte Leberwerte kannst du durch verschiedene Maßnahmen senken: [5]

Risikofaktoren meiden

Versuche Risikofaktoren wie übermäßigen Alkoholkonsum, Umweltgifte, leberschädigende Medikamente, zu fett- und zuckerreiches Essen sowie starkes Übergewicht zu reduzieren.

Leberwerte senken durch Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung nach den Grundsätzen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kann deine Leberwerte senken. Verzichten solltest du neben Alkohol auf Paniertes, Frittiertes, Weißmehlprodukte, Fertigprodukte, zu viele tierische Fette sowie zu viel Zucker und Fruchtzucker. Achte stattdessen auf eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr, vor allem genügend Eiweiß, Vitamine sowie Mineralstoffe und Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst. [4,6]

Es gibt Lebensmittel, die im Verdacht stehen die Leberwerte zu senken, z. B. Kaffee (in Maßen) [7], dunkle Schokolade (0,55 Gramm pro kg/Körpergewicht) [8], fettarme Fisch- und Fleischsorten sowie ausreichend Bitterstoffe wie Endiviensalat, Rosenkohl und andere Bittergemüse [9]. Die Bitterstoffe regen die Gallenproduktion an, sodass Fette schneller verarbeitet und die Leber entlastet wird. Fettarme Fisch- und Fleischsorten reduzieren die Menge (ungesättigter) Fettsäuren im Blut und somit die Gefahr der Leberverfettung. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser und ungesüßten Kräuter- und Früchtetees (mindestens 1,5 Liter pro Tag) kann helfen, erhöhte Leberwerte zu senken.

Bewegung

Da regelmäßige Bewegung die Durchblutung und den Stoffwechsel anregt, wirkt sie sich auch positiv auf die Leber aus.

Ursächliche Behandlung der erhöhten Leberwerte

Bist du beispielsweise an Adipositas oder dem metabolischen Syndrom erkrankt, ist die Gewichtsabnahme eine wichtige Maßnahme zur Senkung der Leberwerte. Bei Hepatitis kann eine antivirale Therapie und prophylaktisch eine Schutzimpfung wirksam sein. Nimmst du regelmäßig leberschädigende Medikamente ein, können alternative Medikamente helfen, die Leberwerte zu senken. [5]

Gewichtsabnahme

Bist du von Übergewicht oder Adipositas betroffen, ist eine Gewichtsabnahme eine wirkungsvolle Maßnahme, um die Leber zu entlasten. Ballaststoffreiche Lebensmittel helfen dabei, Giftstoffe im Darm zu binden und auszuscheiden. [4]

Gibt es Medikamente zur Verbesserung der Leberwerte?

Je nach Ursache für die erhöhten Leberwerte gibt es Medikamente, die die Leberwerte verbessern können. Leidest du z. B. unter eine Autoimmunhepatitis oder einer Hepatitis A oder B-Infektion, können antivirale und entzündungshemmende Medikamente helfen, die Viruskonzentration zu reduzieren und die Leberfunktion verbessern. Auch cholesterinsenkende Medikamente wie Statine können bei bestimmten Lebererkrankungen die Leber unterstützen, indem sie den Cholesterinspiegel regulieren. Sind erhöhte Leberwerte auf bestimmte Medikamente zurückzuführen, kann eine Anpassung oder das Absetzen eines Medikaments helfen, die Leberwerte zu normalisieren. [5]

Leberwerte senken mit Hausmitteln

Studien zufolge können folgende Hausmittel einen positiven Effekt auf die Leber haben:

  • Artischocke: beinhaltet die Wirkstoffe Cynarin und Cynaridin und kann geschädigte Leberzellen reparieren und den Gallenfluss anregen. Artischocke wirkt als Frucht, Saft oder in Tablettenform. [10]
  • Mariendistel-Tee oder Tabletten: das enthaltene Silymarin stärkt die Leber und fördert die Regeneration der Leberzellen [11]
  • Salbei-Tee: Die Bitterstoffe des Salbeis können die Leber kräftigen und Fetteinlagerung verhindern. [9]

Fazit

Die Leber übernimmt viele lebenswichtige Funktionen in unserem Körper. Viele Menschen und darunter besonders Adipositas-Betroffene haben erhöhte Leberwerte, ohne es zu wissen. Feststellen kann man diese durch Laboruntersuchungen. Durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeiden von Risikofaktoren sowie weiteren natürlichen, die Leberfunktionen unterstützenden Maßnahmen kannst du erhöhte Leberwerte senken.

Quellen
  1. [1] Deutsche Leberstiftung (2024): (letzter Aufruf: 28.02.2024)
  2. [2] Zimmermann et al. (2016): Gastroenterologie: Erhöhte Leberwerte – was nun? In: (letzter Aufruf: 28.02.2024)
  3. [3] Devarbhavi H, Asrani SK, Arab JP, Nartey YA, Pose E, Kamath PS. Global burden of liver disease: 2023 update. J Hepatol. 2023 Aug;79(2):516-537. Epub 2023 Mar 27. PMID: 36990226.
  4. [4] Pouwels S, Sakran N, Graham Y, Leal A, Pintar T, Yang W, Kassir R, Singhal R, Mahawar K, Ramnarain D. Non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD): a review of pathophysiology, clinical management and effects of weight loss. BMC Endocr Disord. 2022 Mar 14;22(1):63. PMID: 35287643; PMCID: PMC8919523.
  5. [6] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE e.V.): DGE Ernährungsempfehlungen. In: (letzter Aufruf: 28.02.2024)
  6. [5] Roeb et al. (2022): AktualisierteS2k-Leitlinienicht-alkoholischeFettlebererkrankung derDeutschenGesellschaftfürGastroenterologie,VerdauungsundStoffwechselkrankheiten(DGVS) April2022–AWMF-Registernummer:021–025 In: (letzter Aufruf: 28.02.2024)
  7. [7] Xiao Q, Sinha R, Graubard BI, Freedman ND. Inverse associations of total and decaffeinated coffee with liver enzyme levels in National Health and Nutrition Examination Survey 1999-2010. Hepatology. 2014 Dec;60(6):2091-8. Epub 2014 Oct 30. PMID: 25124935; PMCID: PMC4245376.
  8. [11] Gillessen A, Schmidt HH. Silymarin as Supportive Treatment in Liver Diseases: A Narrative Review. Adv Ther. 2020 Apr;37(4):1279-1301. Epub 2020 Feb 17. PMID: 32065376; PMCID: PMC7140758.
  9. [8] Loffredo L, Baratta F, Ludovica P, Battaglia S, Carnevale R, Nocella C, Novo M, Pannitteri G, Ceci F, Angelico F, Violi F, Del Ben M. Effects of dark chocolate on endothelial function in patients with non-alcoholic steatohepatitis. Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2017 Nov 13;28(2):143-149. PMID: 29329924.
  10. [10] Kamel AM, Farag MA. Therapeutic Potential of Artichoke in the Treatment of Fatty Liver: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Med Food. 2022 Oct;25(10):931-942. Epub 2022 Jun 28. PMID: 35763310.
  11. [9] Ernährungs-Docs (2024): Bitterstoffe: So gesund sind Mangold, Chicorée und Co. In: (letzter Aufruf: 28.02.2024)

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