Erkrankungen
Essstörungen: Ursachen und Behandlungen
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Was sind Essstörungen?
Übergewicht bedeutet nicht gleich Essstörung
Nicht von außen sichtbar
Verschiedene Essstörungen im Überblick
Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen. Diese können ineinander übergehen oder sich abwechseln. Es gibt auch Mischformen und nicht alle Essstörungen können direkt den hier aufgelisteten Formen zugeordnet werden.
Es können sowohl Männer als auch Frauen betroffen sein, sowohl Jungen als auch Mädchen. In der Jugend, vor allem in der Pubertät, ist das Risiko eine Essstörung zu entwickeln am höchsten, jedoch kann diese in jedem Alter entstehen.
- *Art der Essstörung: Anorexia nervosa, auch „Magersucht“ · Merkmale: – starker Gewichtsverlust oder anhaltendes Untergewicht – ständige Angst zuzunehmen – starke Kontrolle des Essens · Wer ist betroffen?*: Von 1.000 Mädchen und Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa 14 an einer Magersucht. Jungen und Männer sind deutlich seltener betroffen: Von 1.000 erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa 2 an einer Magersucht. Am häufigsten tritt eine Magersucht im Alter zwischen 15 und 24 auf.
- *Art der Essstörung: Bulimia nervosa, auch „Ess-Brech-Sucht“ · Merkmale: – regelmäßige Essanfälle – unangemessene Gegenmittel wie Erbrechen, Abführmittel, exzessiver Sport · Wer ist betroffen?*: Von 1.000 Mädchen und Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 19 an einer Bulimie. Von 1.000 Jungen erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa 6 an einer Bulimie. An Bulimie erkranken die meisten zwischen dem 16. und 19. Lebensjahr.
- *Art der Essstörung: Binge-Eating-Störung (engl. binge = Gelage) steht für exzessives, übermäßiges Essen · Merkmale: – Wiederholte Episoden von Essanfällen – Essen großer Nahrungsmengen, wenn man sich körperlich nicht hungrig fühlt – Deprimiertheit oder große Schuldgefühle nach dem übermäßigen Essen · Wer ist betroffen?*: Von 1.000 Mädchen und Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 28 an einer Binge-Eating-Störung. Von 1.000 Jungen und Männern erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 10 an einer Binge-Eating-Störung. Um das 20. Lebensjahr herum entsteht diese Form der Essstörung häufig. Außerdem entwickelt sie sich oft auch später, zwischen 45 und 54 Jahren.
Ursachen von Essstörungen
Durch die sogenannte Body-Positivity- und Body-Acceptance-Bewegung, die dafür plädiert, jeden Körper so zu akzeptieren wie er ist, verändert sich derzeit glücklicherweise die Akzeptanz unterschiedlicher Körperformen. Das klassische Schönheitsideal des schlanken Körpers ist jedoch noch weit verbreitet und beeinflusst viele Menschen in der Wahrnehmung ihres Körpers und in ihrem Essverhalten.
Das geltende Schlankheitsideal ist jedoch nicht der alleinige Grund für die Entwicklung einer Essstörung. In der Regel spielen hier verschiedene Faktoren eine Rolle. Die oben genannten Faktoren können die Entstehung einer Essstörung begünstigen. Dem Beginn der Krankheit gehen oft belastende Ereignisse, wie beispielsweise ein Umzug in der Jugend, ein traumatisches Erlebnis, ein Schulwechsel, eine Trennung oder Verlust des Arbeitsplatzes voraus.
Mögliche auslösende Faktoren einer Essstörung:
- genetische Faktoren (Essstörungen in der Familie)
- krankmachende familiäre Strukturen, wie starke Konflikte, Suchtprobleme
- traumatische Erlebnisse (etwa sexueller Missbrauch)
- geringes Selbstwertgefühl
- hoher Perfektionismus
- anhaltender starker Stress
- Übergewicht in der Kindheit
Kann eine Essstörung von vielen Diäten kommen?
Was können Folgen einer Essstörung sein?
Mögliche Folgen von Essstörungen:
- Depressionen
- Angststörungen
- Zwangserkrankungen
- soziale Isolation
- Arbeitsunfähigkeit, Abbruch von Schule, Studium etc.
- Amenorrhöe (Ausbleiben der Periode)
- erhöhter oder zu niedriger Blutdruck
- erhöhte Leberwerte, Fettleber
- Osteoporose
- Verdauungsstörungen, wie Verstopfungen
- Insulinresistenz und Diabetes Typ 2
Erfolg
In den letzten Jahren habe ich eher unbewusst einige Gewohnheiten geändert und konnte dadurch bereits 8 kg abnehmen.
Behandlung bei Essstörungen
1. Ambulante Therapie
2. Teilstätionäre Therapie
3. Stationäre Therapie
Eine stationäre Therapie erfolgt in einer psychosomatischen Rehaklinik, einer Klinik, die ausschließlich auf Essstörungen spezialisiert ist oder einem Krankenhaus. Bei den Kliniken gibt es oft Wartezeiten von drei bis sechs Monaten.
Weitere Informationen zur Behandlung findest du bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Behandlungsziele sind unter anderem:
- Normalisierung der Energie- und Nährstoffzufuhr
- vielfältige Lebensmittelauswahl, keine Verbote
- Angst vor bestimmten Lebensmitteln abbauen
- gesundes Verhältnis zum Essen entwickeln, Genuss wiederentdecken
- gesundes Körpergewicht
- Beziehung zum Körper/ Wahrnehmung des Körpers verbessern
- soziale Esskompetenz fördern
Hier gibt es Hilfe bei einer Essstörung
Der erste Schritt besteht darin, sich einzugestehen, eine Essstörung beziehungsweise ein gestörtes, belastendes Verhältnis zum Essen zu haben. Doch auch, wenn du noch Zweifel hast, ob tatsächlich eine Essstörung vorliegt, solltest du dich unbedingt beraten lassen. Es gibt verschiedene Anlaufstellen, um sich erste Hilfe zu holen.
- Hausärzt:innen
- Info-Telefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
- lokale Anlaufstellen, wie Waage e.v. in Hamburg; Tipp hier „Hilfe Essstörung + Heimatort/-Stadt“ bei Google eingeben
- Telefonseelsorge
- Bundesfachverband Essstörungen
Häufig gestellte Fragen
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