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Diäthelfer: Leichter abnehmen mit Pillen und Shakes?

Medizinisch geprüft von Dr. med. Johannes von Büren

Zuletzt aktualisiert am

Diäthelfer: Leichter abnehmen mit Pillen und Shakes?

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Anja
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Was sind Diäthelfer?

Der Begriff „Diäthelfer“ ist kein Fachbegriff und auch nicht klar definiert. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um Produkte, die beim Abnehmen helfen sollen. Während einige den Appetit reduzieren, sorgen andere für eine längere Sättigung oder dafür, dass weniger Kalorien aus der Nahrung aufgenommen werden. Anders als Medikamente zum Abnehmen sind Diäthelfer in vielen Fällen nicht verschreibungspflichtig, sondern frei verkäuflich. Du erhältst sie in der Regel in Drogerien, Apotheken oder über das Internet.
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Der BMI ist ein Maß zur Bewertung des Körpergewichts. Mit ihm kannst du herausfinden, ob du Übergewicht hast.

So funktionieren Diäthelfer

Es gibt verschiedene Wirkmechanismen von Diäthelfern, die beim Abnehmen unterstützen sollen:

Kalorienaufnahme reduzieren: Spezielle Wirkstoffe können die Kohlenhydrat- und Fettverdauung hemmen und dadurch dafür sorgen, dass Kalorien aus der Nahrung nicht vom Körper aufgenommen, sondern (unverdaut) wieder ausgeschieden werden. Entsprechende Wirkstoffe haben sich in Studien als effektiv für die Gewichtsabnahme erwiesen. Jedoch haben diese Mittel auch sehr häufige Nebenwirkungen, wie z. B. flüssiger und/oder fettig-öliger Stuhl und weitere [1,2].

Stoffwechsel ankurbeln: Sicher wurde dir nach einem scharfen Essen schon einmal sehr warm: Bestimmte Lebensmittel und Inhaltsstoffe sollen deinen Körper auf Hochtouren bringen und dadurch auch die Umwandlung von Fettdepots in Wärme. Wissenschaftlich erwiesen ist dies nicht, näheres zum Thema Stoffwechseldiät findest du hier.

Langanhaltende Sättigung: Einige Diäthelfer sorgen dafür, dass die Nahrung in Magen und Darm langsamer verdaut wird und du dadurch länger satt bist. Gleichzeitig können sie dadurch Heißhungerattacken vorbeugen, wodurch du insgesamt weniger isst und dir das Abnehmen leichter fällt.

Formen von Diäthelfern

Diäthelfer gibt es in verschiedenen Formen und Ausführungen: Zu den häufigsten gehören dabei Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pillen und Kapseln. Der Vorteil ist, dass sie sich einfach dosieren und einnehmen lassen. Allerdings ist die Wirksamkeit vieler Inhaltsstoffe nicht wissenschaftlich belegt. Wenn du deine Gewichtsabnahme mit Diäthelfern unterstützen möchtest, solltest du dich deshalb im Voraus gut informieren. In der Regel sind die Werbeversprechen der Hersteller überzogen und mit der Einnahme der Pillen alleine wirst du nicht nennenswert an Gewicht verlieren.

Eine weitere Form der Diäthelfer sind Shakes, mit denen du deine Mahlzeiten ersetzen oder zusätzliches Eiweiß zu dir nehmen kannst. Die Wirksamkeit von Formula-Diäten ist wissenschaftlich nachgewiesen und das Konzept kommt auch beim medizinisch begleiteten Abnehmen zum Einsatz [3]. Allerdings gibt es auch hier Nachteile, geht die Diät nicht mit einer langanhaltenden Ernährungsumstellung einher, droht der Jojo-Effekt und du nimmst die verlorenen Kilos schnell wieder zu.

Diäthelfer – ein Überblick

Hier geben wir dir einen kleinen Überblick über die häufigsten Inhaltsstoffe von Diäthelfern und wie sich diese auf deinen Körper und die Adipositastherapie auswirken können:

Orlistat: Orlistat ist ein apotheken-, aber in einigen Dosierungen nicht rezeptflichtiges Medikament, das dreimal täglich eingenommen die Verdauung und Aufnahme von Fett in Magen und Darm hemmt. Gerade bei einer fettreichen Ernährung treten dadurch Magen-Darm-Beschwerden als sehr häufige Nebenwirkungen auf. Die Wirksamkeit von Orlistat als Diäthelfer zum Abnehmen ist in Kombination mit einer Ernährungs- und Bewegungstherapie wissenschaftlich erwiesen [1,2].

Lipoxitral, Litramine und Polyglucosamin: Die natürlichen Faserstoffe aus der Apotheke oder Drogerie sollen Fett aus der Nahrung binden, sodass es im Darm nicht aufgenommen, sondern wieder ausgeschieden wird. Da die Fettblocker das überschüssige Fett in die Fasern einbinden, bleiben die für Orlistat typischen Nebenwirkungen aus. Die Studienlage ist allerdings eher dürftig und entsprechende Präparate dürften keinen großen Effekt auf deinen Abnehmerfolg haben [4].

Kohlenhydratblocker mit Glykoproteinkomplex: Kohlenhydratblocker aus der Apotheke oder Drogerie hemmen Verdauungsenzyme, die längere Kohlenhydratketten für die Verdauung in Glukose aufspalten. Dadurch soll weniger Zucker aus der Nahrung aufgenommen werden. Das klingt in der Theorie gut, große Studien, die die Wirksamkeit des Diäthelfers beim Abnehmen belegen, gibt es aber nicht [4].

Glucomannan: Die Stärke aus der asiatischen Konjak-Pflanze wird in Kapselform oder als kalorienfreie Nudeln und Reis verkauft. Sie kann vom menschlichen Körper nicht verdaut werden und wirkt dadurch als Ballaststoff sättigend. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die Wirksamkeit von Glucomannan als Diäthelfer anerkannt – solange täglich mindestens drei Gramm in drei Portionen eingenommen werden [4].

Koffein und Teein: Koffein, Grüntee-Extrakt und Guarana sind oft Bestandteil von sogenannten Fatburnern, die den Stoffwechsel ankurbeln sollen. Der anregende Effekt dieser Stimulanzien ist wissenschaftlich gut belegt. Ob sie tatsächlich gezielt den Fettstoffwechsel anregen, ist allerdings nicht ausreichend erforscht [5]. Ein weiteres Problem: Der Körper gewöhnt sich recht schnell an Koffein und die Wirkung schwächt sich ab, während Nebenwirkungen wie Herzrasen und Schlafstörungen mit höheren Dosen zunehmen.

L-Carnitin: Die Aminosäure ist im Körper für den Abbau von Fettsäuren nötig. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit L-Carnitin hat allerdings keinen Einfluss auf die Fettverbrennung, da der Körper genug davon selbst produziert und alles Überschüssige wieder ausscheidet [6].

Pflanzliche Diäthelfer: Viele als Fatburner beworbene Pillen und Kapseln enthalten verschiedene Pflanzenextrakte und -stoffe wie Piperin aus schwarzem Pfeffer, Curcuma, Ingwer, Chillis uvm. Auch wenn es für einige dieser Inhaltsstoffe Hinweise gibt, dass sie sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirken könnten, sind die Ergebnisse und Wirkmechanismen nicht ausreichend erforscht und/oder die Effekte sehr gering. Ebenfalls gilt hier: Gäbe es ein Wundermittel zum Abnehmen, würden es alle nehmen.

Protein: Protein hat eine sättigende Wirkung. Wenn es dir schwerfällt, ausreichend Eiweiß in deine Ernährung einzubauen, können Proteinshakes und Eiweißriegel während deines Gewichtsverlusts hilfreich sein. Beachte jedoch, dass viele dieser Produkte, insbesondere Eiweißriegel, oft auch reich an Fett und Zucker sind und daher eher als Süßigkeiten denn als gesunde Snacks angesehen werden sollten. Es ist besser, den Eiweißbedarfmit natürlichen Lebensmitteln zu decken.

Nebenwirkungen und Risiken von Diäthelfern

Bei Diäthelfern gilt es stets, genau hinzuschauen, welche Mittel dir tatsächlich beim Abnehmen helfen können und welche nur deinen Geldbeutel leichter machen. Wundermittel zum schnellen Abnehmen gibt es keine – sonst würde sie schließlich jeder benutzen. Selbst mit den wissenschaftlich als wirksam belegten Mitteln nimmst du oft nur einige Kilogramm mehr ab als ohne. Gerade für eine langfristige Gewichtsreduktion ist eine dauerhafte Umstellung deiner Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten unumgänglich.

Da viele Diäthelfer bei dauerhafter Einnahme auch ernsthafte Nebenwirkungen haben können, solltest du ihre Anwendung immer mit deinem behandelnden Arzt oder deiner Ärztin absprechen. Gerade von Pillen aus dem Ausland solltest du außerdem besser die Finger lassen. Sie enthalten manchmal gefährliche Medikamente oder Inhaltsstoffe, die mit schweren Nebenwirkungen einhergehen [4].

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